Nachhaltiges Landnutzungskonzept für Südamerika

Intensiv und trotzdem klimafreundlich: Mischung aus Acker- und Waldflächen sichert hohen Ertrag

Das Diagram stellt Monokultur und differenzierte Landnutzung gegenüber.
Differenzierte Landnutzung: Unterschiedliche Feldfrüchte kombiniert mit Hecken und Wald bewahren die Bodenqualität und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. (Bild: Thomas Knoke / Frontiers in Ecology and the Environment)

29.10.2012,  Forschung

Klimaschutz oder intensive Landwirtschaft? Beides lässt sich verbinden, sagen Wissenschaftler der Technischen Universität München. Ihr neues Landnutzungskonzept beruht auf einer Kombination von kleinen, unterschiedlich bebauten Ackerparzellen mit Flächen für die Forstwirtschaft. Für mittelständische Landwirtschaftsbetriebe in Südamerika kann sich der Umstieg von großflächigen Monokulturen auf die kleinteilige Bewirtschaftung auch finanziell auszahlen.

Jahr für Jahr werden in Südamerika etwa 4 Millionen Hektar Wald abgeholzt. Damit gehen riesige Kohlendioxid-Speicher verloren. Internationale Klimaschutz-Programme planen deshalb Ausgleichszahlungen für Landwirte, die Wälder erhalten oder neue Bäume pflanzen. Der Bedarf an Flächen für Nahrungsmittel und Energiepflanzen aber wächst weiter. In Ländern wie Brasilien oder Ecuador sind damit neue Konflikte um fruchtbare Böden vorprogrammiert.

Hohe Erträge aus intensiver Landwirtschaft lassen sich sehr wohl mit Klima- und Umweltschutz verbinden, sind Thomas Knoke und Michael Weber von der Technischen Universität München (TUM) überzeugt. Als „differenzierte Landnutzung“ bezeichnen die Wissenschaftler das Konzept, das sie auf mittelständische Betriebe in Südamerika angepasst haben. Entwickelt wurde es durch den emeritierten TUM-Ordinarius Prof. Wolfgang Haber. Die Idee dahinter: Anstatt großflächiger Monokulturen pflanzen die Landwirte unterschiedliche Feldfrüchte auf kleineren Ackerparzellen und reservieren einen kleinen Teil ihrer Flächen für Wald und Hecken. Bis dahin aufgegebene Flächen werden mit Bäumen neu bepflanzt. Jede einzelne Ackerparzelle soll gerade so groß sein, dass eine intensive Bewirtschaftung mit Düngemitteln sowie Saat- und Erntemaschinen möglich bleibt. Die dazwischen eingefügten Waldstücke und Hecken schützen den Boden vor Erosion und binden langfristig klimaschädliches CO2.

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Versión española:

Concepto para el aprovechamiento sostenible de la tierra en Sudamérica: Combinación de usos agrícolas y forestales que garantiza altos
rendimientos

Versão portuguêsa / luso-brasileira:

Plano de utilização sustentável do solo para a América do Sul: Uma combinação de áreas de cultivo e áreas florestais garante uma produtividade elevada

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Das Diagram stellt Monokultur und differenzierte Landnutzung gegenüber.
Differenzierte Landnutzung: Unterschiedliche Feldfrüchte kombiniert mit Hecken und Wald bewahren die Bodenqualität und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. (Bild: Thomas Knoke / Frontiers in Ecology and the Environment)
Aufforstung in den Anden
Wachsende Erträge: Die Aufforstung ungenutzter und degradierter Flächen bietet neue Einkommensquellen. (Bild: Thomas Knoke / TUM)
Landnutzung in Schottland
Kleinteilig aber ertragreich: Landnutzung in Schottland als Vorbild für Südamerika. (Bild: Michael Weber / TUM)

Redaktion: Undine Ziller



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