Halbleiter-Physikerin gewinnt höchstdotierten Forschungspreis

Neue Humboldt-Professur für Nanosystemtechnologie

Humboldt-Preisträgerin Heike Riel. Bild: Christoph Kaminski/AvH

06.11.2012,  Campus

Die Technische Universität München (TUM) hat im Wettbewerb um die Alexander von Humboldt-Professuren erneut einen Erfolg erzielt. Die international hoch angesehene Halbleiter-Physikerin Dr. Heike Riel (41) vom IBM Forschungszentrum in der Schweiz erhält eine Humboldt-Professur in München. Mit jetzt fünf Humboldt-Professuren ist die TUM die erfolgreichste Universität im Wettbewerb um den höchstdotierten Forschungspreis Deutschlands.

Dr. Heike Riel soll eine neu geschaffene Professur für Nanosystemtechnologie an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik übernehmen. Die Nanosystemtechnologie spielt eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Nano- und Optoelektronik, die an der TUM und in der Wissenschaftsregion München stark vertreten ist. Nach ihrer Berufung an die TUM wird Heike Riel auch Fellow am Institute for Advanced Study (TUM-IAS).

Bereits zu Beginn ihrer Forscherkarriere legte Heike Riel den Grundstein für die Entwicklung kontrastreicher Amoled-Bildschirme (Active-Matrix Organic Light-Emitting Diode), die heute in vielen Smartphones und Tablet-PCs zum Einsatz kommen. Bei IBM arbeitet Heike Riel an energieeffizienten Transistoren für künftige Computerprozessoren. Damit will sie die physikalischen Grenzen überwinden, an welche die Halbleitertechnik durch die fortschreitende Miniaturisierung stößt. Aktuell beschäftigt sie sich mit neuartigen Nanodrähten, die eines Tages siliziumbasierte Chiptechnologien ablösen könnten.

Dr. Heike Riel studierte Physik in Erlangen und wurde 2001 an der Universität Bayreuth mit einer Arbeit über organische Leuchtdioden promoviert. Seit 1988 ist sie als Forscherin bei IBM Research in Rüschlikon, Schweiz, tätig und leitet seit 2008 die Gruppe Nanoscale Electronics. Sie ist Co-Autorin zahlreicher Publikationen, betreute mehrere Diplom- und Doktorarbeiten, hält 27 Patente, und erwarb einen Master of Business Administration.  

Mit ihren Preisen verfolgt die Alexander von Humboldt-Stiftung das Ziel, weltweit führende Wissenschaftler nach Deutschland zu holen. Bereits 2008 konnte die TUM den Bioinformatiker Prof. Burkhard Rost von der New Yorker Columbia University als Humboldt-Professor gewinnen, 2010 den Nachrichtentechniker Prof. Gerhard Kramer von der University of Southern California. 2011 folgten der Wirtschaftsinformatiker Prof. Hans-Arno Jacobsen von der Universität Toronto und ein Experte für Stoffwechselkrankheiten, Prof. Matthias Tschöp von der University of Cincinnati.



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