22.11.2012, Forschung
Nervenzellen kommunizieren untereinander über teilweise sehr lange Fortsätze, die Axone. Im Gehirn müssen unendlich viele Nervenzellen über solche Axone korrekt miteinander verbunden und fehlerhafte Verknüpfungen wieder gelöst werden. Diesen äußerst komplizierten Vorgang untersucht Thomas Misgeld (*1971) im Gehirn von Tieren, vor allem von Mäusen, aber auch von Zebrafischen. Er hat dafür mikroskopische Techniken entwickelt, mit denen er mit Hilfe von Lasern die Energiekraftwerke der Zellen, die Mitochondrien, sichtbar zu machen. So kann er auch den Transport dieser Kraftwerke durch die langen Axone beobachten und dessen Geschwindigkeit exakt zu messen.
Diese Forschungsergebnisse sind nicht nur für das normal funktionierende gesunde Gehirn von größter Relevanz. Misgeld kann seine Ergebnisse auch auf viele Demenzerkrankungen wie Alzheimer und Amyotrophe Lateral Sklerose übertragen. Dabei wird der Transport der Energiekraftwerke durch die Axone verlangsamt und es kommt zu einem Transportstau, der dann zum Absterben der Axone führt. Thomas Misgeld fand heraus, dass Radikale, extrem reaktive und hoch toxische Verbindungen, das Absterben der Axone einleiten. Er entdeckte aber auch, dass dieser Vorgang mit „Radikalfängern“ gestoppt werden kann und reversibel ist.