Staatsregierung investiert in Batterieforschung

Batteriespeicher für die Energiewende

Anlage Stapelbildung von Elektroden. Foto: A. Heddergott / TUM
Die Anlage wickelt Elektroden zu Stapeln aufgewickelt - sie werden zum Herzstück der Batterien. Foto: A. Heddergott / TUM

28.01.2013,  Campus

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion Georg Schmid, dem Vizepräsidenten der Technischen Universität München Prof. Dr. Thomas Hofmann und dem Geschäftsführer der VARTA Microbattery GmbH Herbert Schein das Projekt „Dezentrale stationäre Batteriespeicher“ offiziell gestartet. Der Freistaat investiert dabei rd. 30 Millionen Euro.

Das Projekt wird verantwortlich von der TU München durchgeführt. Dort ist es ein zentraler Baustein der fakultätsübergreifenden Energie-Forschungsinitiative TUM•Energy, elf Lehrstühle sind daran beteiligt.

Das Forschungsprojekt soll einen produktions- und marktfähigen dezentralen Energiezwischenspeicher entwickeln. Dieser soll gewährleisten, dass ein Großteil der lokal erzeugten Energie dezentral verbraucht wird. Aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften eignen sich insbesondere Lithium-Ionen-Batteriesysteme für diese Anwendungen. Entwicklungsziele sind neue Zellsysteme, die Verbesserung von Batteriezellen hinsichtlich der Speicherkapazität, Langlebigkeit und Sicherheit, sowie die Entwicklung geeigneter Batteriemanagementsysteme.

Starke Partner
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil betont: „Stationäre Energiespeicher sind zentral für unsere innovationsorientierte Energiepolitik. Sie speichern Solar- und Windstrom und helfen, die regenerative Stromerzeugung vom Verbrauch zu entkoppeln. Das verringert die Anforderungen an die Stromnetze und macht die regenerativen Energien grundlastfähiger. Mit der TU München haben wir einen starken Partner an Bord, der uns bei dieser Technologie voranbringt.“

Fraktionsvorsitzender Schmid erklärt: „Die Entwicklung dezentraler stationärer Batteriespeicher ist ein entscheidender Baustein der Energiewende. Mit diesem Projekt werden Probleme der industriellen Fertigung wissenschaftlich gelöst. Wir schaffen ein herausragendes Zentrum für Batterieforschung an der TU München und am TCW (Technologie Centrum Westbayern) Nördlingen, das attraktiv für künftige Kooperationen mit Industriepartnern aus verschiedenen Bereichen ist, z. B. auch der Automobilindustrie. Wir können auf diese Weise unsere Industrie noch wettbewerbsfähiger machen. Dies wird langfristig zur Ansiedlung industrieller Forschungs- und Produktionskapazitäten beitragen.“

Fachübergreifende Forschung
Prof. Thomas Hofmann ergänzt: „Die technischen Herausforderungen der Energiewende können Wissenschaftler verschiedener Disziplinen nur gemeinsam bewältigen. Deshalb ist für die Entwicklung neuartiger Batteriespeicher-Systeme die Expertise von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, von Informatikern und Wirtschaftsexperten gleichermaßen notwendig. Gemeinsam mit unseren Partnern verfügen wir in der Batterieforschung über ein international einzigartiges Know-how, das dem Forschungsstandort Bayern im Wettbewerb um die Energielösungen von morgen zu einem Vorsprung verhilft.“

Herbert Schein erläutert: „Wir werden für dieses Forschungsprojekt unsere langjährigen Erfahrungen im Bereich der Lithium-Ionen-Batterien und dem Energiemanagement einbringen, um die Speichertechnologie entscheidend weiter zu entwickeln. Die Speicherung von Solarstrom für Jedermann ist hierbei unser Ziel. Wir nennen dies ‚Sonne auf Abruf‘".

Kontakt:
Prof. Andreas Jossen
Technische Universität München
Lehrstuhl für Elektrische Energiespeichertechnik
T: +49 (0) 89 289 26966
E: andreas.jossen@tum.de
W: http://www.ees.ei.tum.de 

Anlage  Stapelbildung von Elektroden. Foto: A. Heddergott / TUM
Die Anlage wickelt Elektroden zu Stapeln aufgewickelt - sie werden zum Herzstück der Batterien. Foto: A. Heddergott / TUM
Batteriespeicher für die Energiewende. Foto: A. Eckert / TUM
Batteriespeicher für die Energiewende. Foto: A. Eckert / TUM

Redaktion: Undine Ziller



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