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Biophysiker Hendrik Dietz (36) erhält deutsche Spitzenauszeichnung

Vierter Leibniz-Preisträger in der TUM-Physik

Prof. Dr. Hendrik Dietz erhält den Leibniz-Preis 2015. (Foto: A. Eckert und A. Heddergott / TU München)
Prof. Dr. Hendrik Dietz erhält den Leibniz-Preis 2015. (Foto: A. Eckert und A. Heddergott / TU München)

Prof. Dr. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der 36-jährige Biophysiker erhält damit den renommiertesten Forschungsförderpreis in Deutschland, dotiert mit 2,5 Millionen Euro. Hendrik Dietz wird für seine international anerkannten Arbeiten auf dem Gebiet der Bionanotechnologie ausgezeichnet. Seine Forschungsarbeiten über die mechanischen und strukturellen Eigenschaften von Proteinen eröffnen der Entwicklung von „Nanomaschinen“ auf DNA-Basis völlig neue Horizonte.

Dazu TU-Präsident Prof. Herrmann, der den jungen Preisträger vorgeschlagen hatte: „Mit Hendrik Dietz haben wir jetzt vier Leibniz-Preisträger in der TUM-Physik, die sich damit erneut als Spitzenadresse der Forschung beweist. Er ist ein glänzendes Beispiel für die Richtigkeit unseres neuen Berufungs- und Karrieresystems.“

Dietz ist seit 2009 Physikprofessor an der TUM, die ihn kürzlich gegen ein attraktives Angebot der TU Delft (Niederlande) in Garching halten konnte; hier ist er gleichzeitig Hans Fischer-Fellow des TUM INSTITUTE FOR ADVANCED STUDY (IAS), dem interdisziplinären Elite-Institut aus der Exzellenzinitiative 2006. In seiner Zeit an der TUM erhielt Dietz einen der begehrten ERC Starting Grants der Europäischen Union und den Arnold Sommerfeld-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Die menschliche Zelle besteht zu großen Teilen aus großen, komplexen Molekülen wie DNA oder Proteinen, die sich selbst organisieren. Die Informationen hierzu sind in ihrer Sequenz – zum Beispiel in der Basenabfolge – und in ihrer dreidimensionalen Struktur verankert. Dietz widmet sich in seiner Forschung der Fragestellung, wie sich das von der Natur verwendete Prinzip dieser programmierbaren Strukturbildung für technologische Zwecke nutzen lässt.

Dietz und sein Team verwenden die DNA als Konstruktionsmaterial, das dann in einer Art „DNA-Origami“ speziell gefaltet und in dreidimensionale Formen gebracht wird. Dafür entwickelten sie Methoden, wie dieser Prozess sehr schnell und präzise durchführbar ist. Ein Beispiel, das auch das Potential dieser Forschung für medizinische Anwendungen deutlich macht, ist ein künstlicher Kanal für Lipidmembranen. Dieser Kanal könnte ein programmiertes Durchlöchern von Zellen oder Bakterien erlauben und zur gezielten Verortung von biologisch aktiven Molekülen im Zellinneren ausgebaut werden.

Die Forschung des Leibniz-Preisträgers zeichnet sich vor allem durch ihre Interdisziplinarität aus (Biomolekulare Physik, Biochemie, Molekulare Medizin) und ist in die Münchner Cluster-Projekte der Exzellenzinitiative integriert.

Die TUM hat damit insgesamt 17 Leibniz-Preisträger, davon vier in der Physik (Prof. Dr. Gerhard Abstreiter, Prof. Dr. Martin Beneke, Prof. Dr. Franz Pfeiffer, Prof. Dr. Hendrik Dietz).

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