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Pressemitteilung

Eine neue Methode identifiziert Wirkstoffe in Mischungen hunderter Substanzen

Gift für Krebszellen

Wie ein Schlüssel passt das Cepafungin I in eine Tasche des Proteasoms und kann den Proteinshredder damit blockieren. - Grafik: Lehrstuhl für Biochemie, TU München
Wie ein Schlüssel passt das Cepafungin I in eine Tasche des Proteasoms und kann den Proteinshredder damit blockieren. - Grafik: Lehrstuhl für Biochemie, TU München

Ein hochwirksames Gift tötet die Larve des Gartenlaubkäfers, wenn der Fadenwurm Heterorhabditis seine Eier in ihr ablegt. Bisher war es ein Rätsel, warum die viel größeren Larven absterben, während die Fadenwürmer die Giftattacke unbeschadet überstehen. Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) gelang es nun, das Geheimnis zu lüften. Das von ihnen dafür entwickelte Verfahren könnte auch für die Suche nach neuen pharmazeutisch wirksamen Substanzen von großem Nutzen sein. Im renommierten Fachmagazin PNAS stellen sie ihre Ergebnisse vor.

Auf der Suche nach Wirksubstanzen für neue Medikamente testen Pharmaforscher in aller Welt Millionen von Substanzen. Um geeignete Moleküle zu identifizieren, verwenden sie gerne Farbreaktionen. Doch in stark farbigen Lösungen oder bei Mischungen vieler Substanzen versagen diese Tests. Im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelte Martin Stein, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Biochemie der TU München, eine Testreaktion auf Basis der Kernmagnetresonanzmessung. Sie findet einen gesuchten Pharmawirksoff selbst in trüben Bakterienbrühen unter Hunderten verschiedener Substanzen.