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TUM IdeAward 2013

Ideen mit Marktpotential: Die Gewinner des TUM IdeAward
Ideen mit Marktpotential: Die Gewinner des TUM IdeAwardBild: U. Benz / TUM

Eine biotechnische Kläranlage für schwer belastete Klinikabwässer. Eine individualisierte Heilmethode für chronische Wunden. Und ein Brustimplantat, das nach und nach körpereigenem Gewebe weicht. Diese drei Ideen mit Markpotenzial wurden heute Abend mit dem TUM IdeAward ausgezeichnet. Die Technische Universität München, die Zeidler-Forschungs-Stiftung und die UnternehmerTUM GmbH wollen mit dem Preis Wissenschaftler motivieren, ihre Erfindungen mit einer Unternehmensgründung zu vermarkten.

Viele Technologien, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM entwickeln, haben das Potenzial für neue Produkte und Dienstleistungen. Als unternehmerische Universität fördert die TUM gezielt, dass aus Forschungsergebnissen tatsächlich Innovationen entstehen – vor allem durch Unternehmensgründungen. Mit dem IdeAward zeichnet die TUM zusammen mit der Zeidler-Forschungs-Stiftung und der UnternehmerTUM herausragende Ideen mit Marktpotenzial aus.

33 Teams haben sich für den Preis beworben. Die neun vielversprechendsten Konzepte wurden bei der Preisverleihung vorgestellt, die drei besten prämiert. Neben einem Coaching durch die TUM Gründungsberatung und die UnternehmerTUM erhalten die Sieger ein beachtliches Preisgeld: 15.000 Euro für Platz 1, 12.500 Euro für Platz 2, 10.000 Euro für Platz 3. Die Preisgelder stellt die Zeidler-Forschungs-Stiftung.

Platz 1: Physco Filter
Eines der größten Probleme von Krankenhausabwässern besteht darin, dass Stoffe wie Antibiotika, Röntgenkontrastmittel oder Hormone von den konventionellen Kläranlagen nur unzureichend gereinigt werden können. Somit gelangen diese Stoffe in das Grundwasser und werden eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Ein Team vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt hat nun eine biotechnische Lösung für dieses Problem gefunden: Eine weitgehend autarke Produktionsanlage produziert mit Hilfe eines Mooses Enzyme, die zum Schadstoffabbau in das Abwasser eingeleitet werden. Perspektivisch könnte der Physco Filter auch in kommunalen und industriellen Kläranlagen eingesetzt werden.

Platz 2: EmaCure
Chronische Wunden können zu einer Qual für Patientinnen und Patienten werden, die Lebensqualität leidet stark. Ein Team vom Klinikum rechts der Isar hat nun eine Methode entwickelt, wie man diesen Menschen helfen kann: Während der individualisierten Therapie wird dem Patienten Blut abgenommen, das in einen Bioreaktor gefüllt wird, der eine Wundumgebung simuliert. Das Blut bildet Wundheilungsmediatoren, die mit Hilfe eines bioaktiven Verbands auf die Wunde aufgetragen werden können. Dieser Verband reaktiviert die Wundheilung des Körpers.

Platz 3: Bio Breast
Brustimplantate können heute noch nicht hundertprozentig an die individuellen Wünsche der Patientinnen angepasst werden. Ein Team vom Klinikum rechts der Isar will das mit Bio Breast ändern: Mit Hilfe einer 3D-Animation kann vor einer Operation bestimmt werden, wie das Brustimplantat aussehen soll. Das dann individuell gefertigte, biologisch abbaubare Polymerimplantat wird, kombiniert mit einer Eigenfetttransplantation, eingesetzt. Das Polymergerüst baut sich langsam im Körper ab, ohne schädliche Stoffe freizusetzen. Zeitgleich bildet sich körpereigenes Gewebe, das eine individuell geformte Brust bildet.

Die Zeidler-Forschungs-Stiftung mit Sitz in Waldkraiburg ist das Vermächtnis des Unternehmerehepaars Gerhard und Ellen Zeidler. Mit dem Tod von Gerhard Zeidler geht das gesamte Vermögen zunächst auf seine Frau Ellen über, die ihrerseits verfügt, dieses nach ihrem Ableben im Rahmen einer gemeinnützigen Stiftung dauerhaft der Förderung von Wissenschaft und Forschung zu Gute kommen zu lassen. Seit Juni 2010 hat die Zeidler-Forschungs-Stiftung ihre Arbeit aufgenommen. Sie fördert Projekte insbesondere auf dem Gebiet der Natur- und Ingenieurwissenschaften und hat hier einen besonderen Schwerpunkt auf dem Emissionsschutz. Zudem unterstützt die Stiftung Vorhaben im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens, der Bildung und des Naturschutzes. Neben dem TUM IdeAward fördert die Stiftung die TUM außerdem mit der Einrichtung eines Stiftungslehrstuhls für Akustik mobiler Systeme, und sie engagiert sich beim Deutschlandstipendium.

UnternehmerTUM wurde 2002 als An-Institut und strategischer Baustein der TUM Entrepreneurial University gegründet. UnternehmerTUM vernetzt auf einzigartige Weise Talente, Technologien, Kapital und Kunden. In Projekten, Seminaren und Vorlesungen erwerben Studierende, Wissenschaftler und Professionals praxisnah unternehmerisches Know-How. UnternehmerTUM unterstützt und begleitet Gründer dabei, neues Geschäft zu realisieren – von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Markteintritt und Unternehmensaufbau. Vielversprechende junge Technologieunternehmern mit internationalem Marktpotential werden mit dem UnternehmerTUM-Fonds finanziert.