• 23.4.2026
  • Lesezeit: 2 Min.

Jubiläum der von Oskar von Miller gegründeten Versuchsanstalt Obernach

100 Jahre Wasserforschung an der TUM

Seit 100 Jahren widmet sich die Versuchsanstalt Obernach der Technischen Universität München (TUM) der Wasserforschung. Gegründet vom Wissenschaftspionier Oskar von Miller befasst sich die Forschungseinrichtung mit der Weiterentwicklung der Wasserkraft sowie zunehmend mit Fragen der Klimafolgenforschung und Prävention für Mensch und Natur.

TUM ProLehre
Die Versuchsanstalt Obernach der TUM liegt in unmittelbarer Nähe zum Walchensee in den bayerischen Voralpen.

Die Versuchsanstalt spielt eine wichtige Rolle nicht nur in der internationalen Forschung, sondern auch für Wasserkraftbetreiber im In- und Ausland, und – wichtiger denn je – für die öffentliche Wasserwirtschaftsverwaltung, z.B. in den Bereichen Flussbau, Hochwasserschutz und Talsperren. Sie verfügt über ein Freigelände mit großen Abflüssen und ermöglicht sogar Versuche im Originalmaßstab. Zudem bietet sie große Versuchshallen, Werkstätten und ein eigenes Lehrlabor für die TUM-Studierenden im Bau- und Umweltingenieurwesen.

Wasserforschung ist Klimaforschung

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber gratulierte der Versuchsanstalt Obernach zum 100-jährigen Bestehen: "Wasser bedeutet Leben. Es ist unsere wichtigste Ressource von der Energiegewinnung bis zur Sicherung unserer Lebensgrundlagen. 100 Jahre Wasserforschung in Obernach stehen für eine einzigartige Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz und praktischer Anwendung. Der technologische Fortschritt eröffnet uns immer neue Möglichkeiten, um innovative Lösungen zu entwickeln. Dieses Wissen ist entscheidend, um den Hochwasserschutz in Bayern weiter zu stärken und unsere Infrastruktur an die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Die Versuchsanstalt Obernach leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Menschen."

TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann betonte: „Wir haben enorme Fortschritte in unseren Rechenkapazitäten und Kompetenzen in der numerischen Modellierung komplexer Turbulenzen und morphologischer Prozesse gemacht. Trotzdem ist und bleiben die physikalischen Labor- und Feldversuche in Obernach ein unverzichtbares Korrektiv und sichern die Validität von Prognosen für den Umgang mit Extremwetterereignissen, den Hochwasserschutz sowie die ökologische Transformation unserer Energiewirtschaft. Die Leitidee von Oskar von Miller ist lebendiger denn je: Wissenschaft und Technik zum Wohle des Menschen.“

Der Direktor der Versuchsanstalt Obernach, Prof. Nils Rüther, sagte: „Wasser wird zur Schlüsselressource unserer Zukunft – geprägt von Klimawandel, Extremereignissen und steigenden Nutzungskonflikten. Genau dafür entwickeln wir in Obernach seit 100 Jahren Lösungen, die Wissenschaft und Praxis verbinden. Unser Anspruch ist es, auch in Zukunft konkrete Lösungen zu finden, um unsere Wasserinfrastruktur resilient und den Umgang mit der Ressource Wasser nachhaltig zu machen.“

Aufnahme aus der Gründungszeit der Forschungsanstalt Obernach.

Bedeutung der Wasserkraft

Bei der Gründung der Versuchsanstalt im Jahr 1926 war die Wasserkraft ein zentraler Motor für die Industrialisierung und Elektrifizierung des Freistaats Bayern. Damals konnte der bayerische Strombedarf fast ausschließlich durch Wasserkraft gedeckt werden. Auch heute noch ist die Wasserkraft eine tragende Säule der erneuerbaren Energien und liefert bis zu 12 Prozent der gesamten erneuerbaren Primärenergie im Freistaat.

Der Initiator der Versuchsanstalt, Oskar von Miller, gilt als der Vater der Wasserkraft in Bayern. Er plante unter anderem den Bau des Walchenseekraftwerks, das auch heute noch in Betrieb ist, und gründete zudem das Deutsche Museum in München, das weltweit größte Museum für Naturwissenschaft und Technik.

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