EU-Förderung für Proof-of-Concept-Projekte zu nachhaltiger Biotechnologie und Krebstherapien
Zwei ERC Grants für TUM-Forschende
Forscherinnen und Forscher an der TUM konnten bislang insgesamt 263 der hochdotierten ERC Grants einwerben. Diese werden jedes Jahr in verschiedenen Kategorien verliehen. ERC Proof of Concept Grants werden an Forschende vergeben, die prüfen wollen, ob aus ihren ERC-Forschungsprojekten marktfähige Innovationen entstehen können.
PD Dr. Jennifer Altomonte
In den vergangenen Jahren gab es große Fortschritte bei Krebs-Immuntherapien. Doch während es bei Blut- und Lymphkrebserkrankungen zahlreiche vielversprechende Optionen gibt, erweist sich die Behandlung sogenannter fester Tumore mit den bestehenden Ansätzen als größere Herausforderung. Im Projekt CHECKVIR wird Jennifer Altomonte eine neue Immuntherapie zur Behandlung von festen Tumoren entwickeln, die auf onkolytischen Viren basiert. Diese gezielt veränderten Viren befallen Krebszellen während gesundes Gewebe geschont bleibt. Darüber hinaus sollen die manipulierten Viren einen raffinierten Verteidigungsmechanismus von Tumoren außer Kraft setzen: Tumorzellen können Signale senden, die eine Art Stoppschalter des Immunsystems umlegen, die Immun-Checkpoints. Die neue Therapie blockiert diese Signale, damit Abwehrzellen den Krebs wieder effektiv bekämpfen können. Das Projekt baut auf dem ERC‑Starting‑Grant‑Projekt ONCO‑VAX auf. Geplant sind frühe Machbarkeitsstudien, um die optimalen Kandidaten für ein therapeutisches Virus zu bestimmen. Zudem soll ein klarer Fahrplan hin zu klinischen Tests und einer Markteinführung erstellt werden.
Privatdozentin Dr. Jennifer Altomonte leitet eine Forschungsgruppe an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des TUM Klinikum. Ihre Forschung zu tumorspezifischen Viren wurde bereits durch einen ERC Starting Grant und einen Proof-of-Concept Grant gefördert.
Prof. Dr. Nicolas Plumeré
Enzyme gehören zu den wichtigsten Werkzeugen der modernen Biotechnologie: Sie helfen bei der Herstellung von Medikamenten, Aromen oder Nahrungsergänzungsmitteln. Doch viele dieser enzymbasierten Prozesse haben einen Haken, denn damit sie funktionieren können, brauchen sie Elektronen. Bislang werden dafür zusätzliche Stoffe hinzugefügt, die die benötigten Elektronen bereitstellen. Diese Stoffe sind teuer, erzeugen Abfallprodukte und erschweren die Prozesse. Genau hier setzen Nicolas Plumeré und sein Team mit HYDRObead an. Die Forschenden haben winzige Kügelchen entwickelt, in denen sich ein empfindliches Enzym befindet, die sogenannte FeFe-Hydrogenase. Diese kann grünen Wasserstoff rückstandslos in Elektronen umwandeln und so die benötigten Elektronen bereitstellen – zusätzliche Stoffe werden überflüssig, sodass Abfallprodukte und Arbeitsschritte entfallen. Die Prozesse werden umweltfreundlicher, effizienter und einfacher. Das Team möchte die Technologie nun weiter skalieren und gemeinsam mit Industriepartnern unter realen Bedingungen testen. Ziel ist es, die HYDRObeads künftig in bestehende Anlagen integrieren zu können.
Nicolas Plumeré ist Professor für Elektrobiotechnologie am TUM Campus Staubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit. Sein Projekt E-VOLUTION wurde mit einem ERC Consolidator Grant gefördert.
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