Sicherer, begrünter, lebenswerter
MCube MOSAIQ startet Umgestaltungen in den Quartieren Schwabing-West und Moosach
Aus Ideen werden konkrete Veränderungen im öffentlichen Raum: Nach einem umfassenden Beteiligungs- und Planungsprozess beginnt das MCube-Projekt MOSAIQ – „Mobilität und Stadtklima im Zukunfts-Quartier“ – mit der Umsetzung mehrerer temporärer Maßnahmen in den Münchner Stadtteilen Schwabing-West und Moosach.
In Schwabing-West startet der Aufbau ab Ende Juli 2026. In Moosach beginnt der Aufbau voraussichtlich ab Mitte August 2026. Die Umgestaltungen werden schrittweise umgesetzt und sollen bis Mitte September 2026 weitgehend abgeschlossen sein. Anschließend werden sie für rund ein Jahr im Alltag erprobt und wissenschaftlich untersucht. Geplant ist eine Laufzeit bis voraussichtlich Mitte September 2027. Über den Winter werden die Elemente angepasst und winterfest gemacht; ab Frühjahr 2027 können auf Grundlage der Erfahrungen vor Ort weitere Ergänzungen folgen.
MCube MOSAIQ verbindet dabei drei zentrale Herausforderungen bestehender Stadtquartiere: die Anpassung an den Klimawandel, eine sichere und attraktive Mobilität sowie eine höhere Aufenthaltsqualität im knappen öffentlichen Raum. Die temporäre Umsetzung ermöglicht es, neue Lösungen im realen Alltag zu testen, ihre Wirkungen zu messen und sie gemeinsam mit den Anwohnenden weiterzuentwickeln.
Moosach: Neue Begegnungsflächen und sicherere Fußwege
In Moosach wird der weiträumige Kreuzungsbereich Nanga-Parbat-Straße, Hugo-Troendle-Straße und Karlingerstraße neu geordnet. Erweiterte Gehwegflächen und klarere Übergänge sollen die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr verbessern. Gleichzeitig entstehen begrünte Begegnungsflächen mit Sitzmöglichkeiten, Pflanzflächen und Hochbeeten.
Die einzelnen Bereiche widmen sich unterschiedlichen Funktionen: Vorgesehen sind unter anderem ein Gartenbereich, eine Aktions- und Begegnungsfläche sowie eine Mobilitätsfläche mit Fahrradabstellplätzen, Reparaturangeboten und einem Leih-Lastenrad. Blühflächen und Bäume in Kübeln sollen zusätzliche Begrünung schaffen und dazu beitragen, das Stadtklima lokal zu verbessern.
Darüber hinaus werden bestehende Fußwege in der umliegenden Wohnsiedlung besser miteinander verbunden. Im Umfeld der Grundschule am Amphionpark entstehen neue, deutlich erkennbare Querungshilfen. Bunte Installationen sollen die Übergänge markieren, die Sichtbarkeit erhöhen und dafür sorgen, dass die Querungsbereiche freigehalten werden.
Schwabing-West: Begegnungsoase und begrünte Straßenräume
Am Apianplatz, an der Kreuzung von Clemensstraße und Apianstraße, entsteht eine neue „Begegnungsoase“. Die vorhandene Grünfläche wird durch zusätzliche Pflanzungen und gemeinschaftlich nutzbare Hochbeete aufgewertet. Neue Sitzmöglichkeiten und Parklets sollen den Platz stärker für Aufenthalt und nachbarschaftliche Begegnung öffnen. Ergänzt werden Fahrradabstellmöglichkeiten, ein Leih-Lastenrad und eine Fahrradreparaturstation.
Auch die Fallmerayerstraße zwischen Herzog- und Hohenzollernstraße wird abschnittsweise umgestaltet. An der Kreuzung zur Zittelstraße werden Gehwegflächen erweitert und ein neuer Aufenthaltsbereich mit Sitzmöglichkeiten, Pflanzflächen und Bäumen (in Kübeln) geschaffen. Markierte und freigehaltene Querungsstellen sollen die Übersichtlichkeit erhöhen und Fußgängerinnen und Fußgängern das Überqueren erleichtern. Hinzu kommen im weiteren Verlauf der Fallmerayerstraße Fahrradstellplätze, eine Fläche für ein Leih-Lastenrad sowie gemeinschaftlich nutzbare Informations- und Begegnungselemente sowie eine Lieferzone.
Von der Bürgeridee zur testweisen Umsetzung
Grundlage der temporären Umgestaltungen ist ein mehrstufiger Beteiligungsprozess. Nach einer Informationsphase im Sommer 2025 konnten Menschen, die in den Quartieren wohnen, arbeiten oder sich dort engagieren, eigene Ideen für die Gestaltung des öffentlichen Raums einbringen. Insgesamt gingen 90 Ideensteckbriefe in Schwabing-West und 46 in Moosach ein.
Aus den Ideen entwickelten Bürgerinnen und Bürger in anschließenden Projektschmieden gemeinsam mit Fachleuten aus den Bereichen Mobilität, Stadtplanung und Stadtklima konkrete Projektskizzen. Damit setzt MOSAIQ einen zentralen Ansatz der TUM um: Forschung und Innovation nicht nur für, sondern gemeinsam mit der Gesellschaft zu gestalten. Eine Jury aus Mitgliedern der Bezirksausschüsse, lokalen Interessenvertretungen und Fachleuten wählte anschließend die Vorschläge aus, die vom Projektteam für die Genehmigung vorbereitet wurden und nun umgesetzt werden.
„Jetzt wird aus Beteiligung sichtbare Veränderung. Die Menschen in Schwabing-West und Moosach haben nicht nur Wünsche formuliert, sondern gemeinsam mit Fachleuten konkrete Lösungen für ihre Quartiere entwickelt. Diese Ideen werden nun im realen Alltag erprobt. Genau das macht das MCube-Projekt MOSAIQ besonders: Wir diskutieren nicht nur darüber, wie bestehende Stadtquartiere grüner, sicherer und lebenswerter werden können, sondern setzen neue Lösungen gemeinsam um, untersuchen ihre Wirkung und lernen daraus für andere Quartiere in München und darüber hinaus“, sagt Oliver May-Beckmann, Geschäftsführer von MCube an der TUM.
Anwohnende gestalten die Erprobung weiter mit
Auch während der Erprobungsphase bleibt die Beteiligung zentraler Bestandteil von MOSAIQ. Das Projektteam begleitet die Umsetzung mit Quartiersgesprächen, Workshops und Mitmachangeboten. Anwohnende können sich an der Pflege von Hochbeeten und Grünflächen beteiligen, eigene Aktionen anstoßen und Rückmeldungen zur Nutzung der neuen Flächen geben.
Zum Abschluss der ersten Aufbauphase sind Aktionstage in beiden Projektquartieren geplant: am Donnerstag, 17. September 2026, in Moosach und am Freitag, 18. September 2026, in Schwabing-West, jeweils ab 16 Uhr. Ein buntes Programm lädt dazu ein, die Umgestaltungen zu erleben, zu testen und Rückmeldung zu geben.
„Das Projekt zeigt, wie Stadtverwaltung, Wissenschaft und Stadtgesellschaft gemeinsam konkrete Lösungen für den öffentlichen Raum entwickeln können. Mit der temporären Umsetzung können wir neue Ansätze unter realen Bedingungen testen und die Erfahrungen der Menschen vor Ort unmittelbar in Verbesserungen, die weitere Planung und künftige Projekte einfließen lassen“, sagt Mobilitätsreferent Georg Dunkel.
Wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung und Empfehlungen für die Zukunft
Die Umsetzung wird fortlaufend wissenschaftlich begleitet, unter anderem durch Verkehrserhebungen, Beobachtungen, Interviews und wiederholte Befragungen der Anwohnenden. Auf Basis der Ergebnisse werden Empfehlungen für die Planung dauerhafter Umsetzungen, die Weiterentwicklung der beiden Quartiere sowie für andere Stadtteile erarbeitet. Eine dauerhafte Umsetzung der Maßnahmen ist nicht Teil des Projekts und würde einen eigenständigen Planungs- und Genehmigungsprozess erfordern.
„Wir wollen verstehen, welche temporären Maßnahmen sich für wen bewähren und unter welchen Voraussetzungen sie auf andere Stadtquartiere übertragen werden können. Deshalb begleiten wir die Umsetzung der Umgestaltungen, indem wir Auswirkungen auf Mobilitätsverhalten, Aufenthaltsqualität, Verkehrssicherheit, Stadtklima und nachbarschaftliches Miteinander untersuchen“, sagt Dr. Stefanie Ruf, MCube Projektleitung MOSAIQ.
Public Engagement
Wissenschaft zum Anfassen und Mitmachen: Durch Public Engagement fördern wir den offenen Diskurs zwischen Forschung und Öffentlichkeit. Erleben Sie inspirierende Vorträge, Projekte und Veranstaltungen.
Mobilität
Mobilität ist ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung des Klimawandels. Entdecken Sie, wie wir fächerübergreifend neue Modelle für eine digital vernetzte, nachhaltige Mobilität erarbeiten.
Nachhaltigkeit
Wir engagieren uns für eine nachhaltige Umgestaltung der Gesellschaft – wissenschaftlich, ökonomisch, ökologisch und sozial. Machen Sie sich mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie vertraut.
- Im Projekt MCube MOSAIQ befassen sich die Landeshauptstadt München und weitere Projektpartner unter Leitung der TUM mit der Gestaltung zukunftsfester Quartiere. Das Projekt MOSAIQ ist Teil von MCube und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Clusters4Future-Initiative gefördert. https://mcube-cluster.de/mosaiq/
- Forschungsschwerpunkt Mobilität an der TUM
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Über MCube
MCube – der „Münchner Cluster für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen“ – ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderter Zukunftscluster und befindet sich seit November 2024 bereits in der zweiten Förderphase. Unter der Leitung der Technischen Universität München und gemeinsam mit über 80 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung gestaltet MCube die Mobilität von morgen – innovativ, nachhaltig und übertragbar auf andere Regionen.
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Oliver May-Beckmann
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