TUM Sustainability Day 2026
Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten
Mehr als 7.000 Interessierte nahmen an Panels und Workshops teil oder nutzten die Gelegenheit zum Austausch an den Ständen und bei den Keynotes. Neben der TUM-Community trugen auch über 20 internationale Partnerinstitutionen dazu bei, die globale Relevanz des Themas sichtbar zu machen.
Internationale Kooperation als Schlüssel zum Erfolg
In der Eröffnungsveranstaltung betonten TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann und Prof. Werner Lang, Vizepräsident für Sustainable Transformation, die Bedeutung überinstitutioneller und internationaler Zusammenarbeit. Elizabeth Tolu Ojo, Gastrednerin und Dekanin der African Leadership University in Ruanda, unterstrich diese Bedeutung auch aus Perspektive des Globalen Südens und insbesondere des afrikanischen Kontinents.
Präsident Hofmann sagte: „Die Bewältigung der Klimakrise und der damit verbundenen Herausforderungen der Nachhaltigkeit mag wie eine gewaltige Aufgabe erscheinen. Doch sie ist zugleich eine Chance – eine Chance für Innovation, Zusammenarbeit und Führung. Und es ist eine Aufgabe, die keine Institution allein bewältigen kann. Wir können nur erfolgreich sein, wenn die Universitäten der Welt geschlossen zusammenstehen. Nicht nur, indem sie Exzellenz anstreben, sondern indem sie gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft übernehmen.”
Auch Werner Lang betonte: „Isolation ist keine Option, Angst ist keine Option. Nur in der Zusammenarbeit können wir diese Herausforderungen bewältigen. Der TUM Sustainability Day ist deshalb ein Tag der Kommunikation und der Kooperation.“
Elizabeth Tolu Ojo thematisierte in ihrer Keynote, dass fehlende Diversität und strukturelle Barrieren den Zugang zu Führungsrollen weiterhin einschränken und dass nur inklusive, global ausgewogene Teams Nachhaltigkeitsprobleme effektiv lösen können.
Forschung zum Anfassen
Über 120 Themenstände sowie mehr als 60 Workshops, Diskussionsrunden und Keynotes zeigten über den Tag hinweg die Vielfalt des Themas Nachhaltigkeit. Ob nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen, neue Baumaterialien, Konzepte für einen klimaangepassten Campus oder klimagerechte Stadtgestaltung: Überall wurde diskutiert, gefragt, erklärt und ausprobiert.
Studentische Ideen für nachhaltige Lösungen: Finale der Global Sustainability Challenge
Die Motivation und der Erfindungsgeist Studierender standen im Mittelpunkt der Global Sustainability Challenge. Ziel des von der Stanford Doerr School of Sustainability geleiteten Wettbewerbs, der gemeinsam mit starken Partnern – darunter die TUM – durchgeführt wird, ist es, Studierende frühzeitig dafür zu begeistern, eigene Ideen für nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig vermittelt das Programm unternehmerische Kompetenzen, die notwendig sind, um diese Ansätze wirkungsvoll zu skalieren. Über eine mehrmonatige Wettbewerbsphase hinweg erhielten die Teilnehmenden individuelle Unterstützung in Workshops, Showcases und Mentoringprogrammen.
Nachhaltigkeit
Wir engagieren uns für eine nachhaltige Umgestaltung der Gesellschaft – wissenschaftlich, ökonomisch, ökologisch und sozial. Machen Sie sich mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie vertraut.
Im Finale pitchten 40 studentische Teams ihre Ideen für eine nachhaltigere Zukunft vor einer internationalen Jury von Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und dem Venture-Bereich. Besonders freuen konnten sich sechs Teams, die mit den Plätzen 1 bis 3 in zwei Kategorien ausgezeichnet wurden. Das Team CoolFish von der Université de Lorraine belegte den ersten Platz in der Kategorie Sustainable Energy mit einem Konzept für ein solarbetriebenes Kühlsystem. Dieses soll Communitys in ländlichen Küstenregionen ermöglichen, ihren Fang langfristig frisch zu halten und somit Nahrungsknappheiten zu entschärfen.
In der Kategorie Adaptation and Resilience gewann PlaNX Sense, ein Team der TUM School of Engineering and Design. Sie entwickeln eine Plattform, die Borkenkäfer-Ausbrüche KI-gestützt mit Hilfe von Satellitendaten, meteorologischen Daten und der Auswertung von Pheromonfallen sieben Tage im Voraus vorhersagen soll.
Living Lab Summit für nachhaltige Städte
Angegliedert an den TUM Sustainability Day setzen die Stanford Doerr School of Sustainability, die TUM und Partnerinstitutionen von allen Kontinenten dieses Jahr ihre gemeinsame Arbeit im Living Lab Summit fort. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Universitäten als Reallabore der nachhaltigen Stadtentwicklung zu nutzen, um somit die Umsetzung von Wissen in die Praxis zu beschleunigen. Auf dem Summit hatten die Partner die Möglichkeit, Erkenntnisse zu teilen, gemeinsame Strategien zu entwickeln und Inhalte, Bedeutung und Fortbestand ihrer Arbeit in einer gemeinsamen Erklärung festzuhalten.
TUM Speakers Series mit Sara Nuru und Astronautin und TUM-Alumna Samantha Cristoforetti
Bei der Abschlussveranstaltung zeigten ESA-Astronautin und TUM-Alumna Samantha Cristoforetti und Sozialunternehmerin Sara Nuru im Rahmen der TUM Speakers Series weitere Facetten von Nachhaltigkeit auf. Sara Nuru sprach über ihre Erfahrung als Gründerin eines Social Business – eines Kaffeeunternehmens – und ihre Organisation, die Frauen in Äthiopien Zugang zu Mikrokrediten ermöglicht. Sie motivierte die Studierenden, sich Dinge zuzutrauen: „Fehler zu machen gehört zum Leben dazu. Wir vergeben also Chancen, wenn wir die Angst vor Fehlern nicht überwinden. Wir haben das Potenzial, Dinge richtig anzugehen und sie sogar besser zu machen als die Generationen vor uns.“
Samantha Cristoforetti lenkte schließlich den Blick auf die Rolle Europas in der Zukunft der astronautischen Raumfahrt. Cristoforetti kann hierfür auf weitreichende Erfahrungen zurückblicken: Sie war nahezu 400 Tage an Bord der Internationalen Raumstation (ISS), davon auch einige Zeit als erste weibliche Kommandantin, und ist Astronautin im ESA-Astronautenkorps. Mit dieser Expertise sprach sie über die Notwendigkeit Europas, in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten mehr Eigenständigkeit in der Raumfahrt zu erlangen, äußerte aber auch Hoffnung, dass Raumfahrt immer ein Gegenstand internationaler Kooperation sein wird.
Im Rahmen ihres Besuchs wurde Samantha Cristoforetti zudem für ein besonderes Jubiläum geehrt: Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums ihres Studienabschlusses als Luft- und Raumfahrtingenieurin an der TUM würdigte Präsident Thomas F. Hofmann sie: „Sie ist eine Alumna, die die Verbindung zu ihrer Alma Mater aufrechterhält, und eine Inspiration für unsere Studierenden und andere Alumni.“
Im Rückblick auf ihre Zeit an der TUM sagte Samantha Cristoforetti: „An der TUM zu studieren war eine großartige Erfahrung für mich, nicht nur in Bezug auf das Ingenieurwesen und meine Ausbildung. Sie war im Grunde die Startrampe, von der aus mein ganzes Leben seinen Lauf genommen hat.“
- Die TUM hat sich mit der TUM Sustainable Futures Strategy 2030 zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit stärker in ihre Strukturen und Arbeitsprozesse zu integrieren und auch die Studierenden und Mitarbeitenden dafür zu gewinnen.
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Dr. Georg Röder
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