• 14.1.2026
  • Lesezeit: 3 Min.

Beim GirlsLAB@TUM entdecken Mädchen ihre MINT-Talente

Schülerinnen schnuppern Uniluft

Kreativ sein, kooperativ arbeiten und Kontakte knüpfen: Beim ersten GirlsLAB@TUM von ExploreTUM entdecken Schülerinnen der neunten bis elften Jahrgangsstufen bayerischer Partnerschulen die Universität und nähern sich Technik und Naturwissenschaften einmal vollkommen anders als im Unterricht. Dabei entwickeln sie mitunter ganz neue Perspektiven für ihren eigenen Bildungs- und Karriereweg.

Ein heller Raum mit großen Glasfenstern, durch die eine Außenkonstruktion sichtbar ist. Im Hintergrund sitzen mehrere Schülerinnen um einen großen Tisch und arbeiten gemeinsam an Projekten oder Zeichnungen. Im Vordergrund stehen zwei Mädchen an einem Tischwagen und beschäftigen sich mit Materialien. Der Raum wirkt wie ein kreatives Atelier oder Workshop-Bereich mit offenen Regalen, einem Whiteboard und moderner Einrichtung. ExploreTUM
Bei den Angeboten von ExploreTUM lernen Schülerinnen spielerisch und altersgerecht die MINT-Fächer kennen

Noch immer sind Frauen in den MINT-Fächern deutlich unterrepräsentiert. Seit Jahrzehnten setzt sich die Technische Universität München deshalb dafür ein, mehr Mädchen für ein Studium oder eine Ausbildung in mathematischen, informatischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Disziplinen zu begeistern. Dass junge Frauen ihre Talente entwickeln und ihren Interessen folgen können, egal in welchem Bereich, daran arbeitet mit vielfältigen Angeboten und Förderprogrammen unter dem Dachkonzept der „TUM Entdeckerinnen“ auch das ExploreTUM-Team.

Von der Parabelrutsche zur Kettenreaktion

Das erste GirlsLAB@TUM zielte genau darauf: Schülerinnen einen Raum zu geben, in dem sie sich kreativ mit MINT beschäftigen, ungezwungen mit anderen Mädchen austauschen und vielleicht sogar neue Ideen für ihre Zukunft entwickeln können. Anknüpfend an die ExploreTUM-Projekttage „MINT-Impulse an der Schule“ nutzten diese Gelegenheit mehr als 30 Schülerinnen und begleitende Lehrkräfte von sieben bayerischen ExploreTUM-Partnerschulen, von Abensberg bis Zwiesel. 

Den Auftakt bildete ein abendliches Kennenlernen im Vorhoelzer Forum, bei dem die Teilnehmerinnen Großstadtluft schnuppern und den einmaligen Blick über München genießen konnten. Am nächsten Morgen ging es weiter an den Campus Garching. Dort nahmen Studentinnen der TUM die Schülerinnen an die Hand und führten sie über das Gelände – von der legendären Parabelrutsche im Mathematik-Informatik-Gebäude über eine Stippvisite in einer Vorlesung zur Höheren Mathematik bis hin zum Mittagessen in der Mensa, wo sie inmitten der Studierenden authentisches Uni-Flair erlebten.

Während sich die mitgereisten Lehrkräfte in einem vom Munich Center for Machine Learning und dem Verein „KI macht Schule“ konzipierten Workshop damit auseinandersetzten, wie KI-Tools didaktisch sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können, stand der Nachmittag der Schülerinnen ganz im Zeichen des gemeinschaftlichen Tüftelns. Begleitet von professionellen Designerinnen und Designern entwickelten die Mädchen in acht Teams mit Bastelmaterialien und Alltagsgegenständen eine Rube‑Goldberg‑Maschine mit dem Ziel, eine möglichst originelle mechanische Kettenreaktion auszulösen. Dabei kam es nicht so sehr auf Schulwissen an, sondern auf Einfallsreichtum, eine enge Abstimmung zwischen den Gruppen und durchaus auch ein wenig Frustrationstoleranz.

Neue Möglichkeiten entdecken

Denn im Zentrum des GirlsLAB steht weniger die Beschäftigung mit konkreten Fächern und Anwendungen als vielmehr die mit den eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen: im Team arbeiten, kritisch denken, kreative Lösungsstrategien entwickeln – und dabei den Spaß in der Community nicht zu kurz kommen lassen.

„Vor allem geht es darum, den Mädchen deutlich zu machen, welche Stärken – derer sie sich vielleicht gar nicht bewusst sind – sie mitbringen; sichtbar zu machen, mit welchen ganz unterschiedlichen Themen sie sich in den MINT-Fächern befassen können; und erlebbar zu machen, welcher Spirit an der Universität herrscht. Dann können sich die Mädchen wirklich vorstellen, wie es sein könnte, in München und an der TUM zu studieren. Und manche von ihnen werden diesen Weg gehen, den sie ohne ein solches Angebot vielleicht nicht eingeschlagen hätten“, erläutert Claudia Sohnius von ExploreTUM die Idee des GirlsLAB.

Und die funktioniert, wie eine der teilnehmenden Lehrerinnen zu berichten weiß: „Bei den Mädchen hat wirklich ein Denkprozess eingesetzt. Ihnen ist jetzt viel bewusster, wie viele Möglichkeiten es gibt – und sie sind bereit, sie für sich zu entdecken.“

Technische Universität München

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