Zusammenarbeit zu Klimawandel, Gesundheit und Entrepreneurship
TUM und Tsinghua bauen Flagship-Partnerschaft aus
Die beiden Spitzenuniversitäten aus Deutschland und China wollen ihre Zusammenarbeit künftig zu einem globalen Ökosystem für Transformation und Wissensaustausch weiterentwickeln. Der Ausbau der Kooperation wurde im Rahmen eines hochrangigen Delegationsbesuchs in München und Garching unter Leitung von Tsinghua-Präsident Prof. Luming Li offiziell besiegelt. Neben der feierlichen Unterzeichnung standen Gespräche zur zukünftigen strategischen Ausrichtung und zur Weiterentwicklung gemeinsamer Initiativen im Fokus.
Globale Führungskräfte ausbilden
TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann zeigte sich hocherfreut über den Ausbau der im Jahr 2020 geschlossenen Flagship-Partnerschaft: „An der TUM teilen wir mit unseren Partnern der Tsinghua Universität das Ziel, die nächste Generation führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, gesellschaftlicher und politischer Führungskräfte sowie unternehmerischer Talente auszubilden – Menschen, die unkonventionell denken und neue Technologien in die Welt bringen, um globalen Herausforderungen wirksam zu begegnen. Als führende Universitäten tragen wir die Verantwortung, Innovation und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden.“
Prof. Luming Li betonte: „Die Zusammenarbeit zwischen der Tsinghua Universität und der Technischen Universität München als weltweit führende Forschungsuniversitäten stellt nicht nur einen Austausch auf Hochschulebene dar, sondern ist auch auf nationaler und globaler Ebene von großer Bedeutung. Die Universitäten tragen die Verantwortung, zukünftige globale Herausforderungen der Menschheit anzugehen – Aufgaben, die kein einzelnes Land oder keine einzelne Institution allein bewältigen kann.“
Neue Schwerpunkte der nächsten Kooperationsphase
In der kommenden Laufzeit der Partnerschaft setzen TUM und Tsinghua neue inhaltliche Akzente. Ein zentraler Schwerpunkt ist der Ausbau des Tsinghua-TUM Joint Center for Global Transitions, das sich den Themen Klimawandel, Gesundheit und CO₂-Neutralität widmet. Das Zentrum soll als interdisziplinäre Plattform für Forschung und gesellschaftlichen Dialog dienen – sowohl digital als auch an möglichen Standorten in Peking, Shenzhen oder München.
Darüber hinaus planen beide Universitäten gezielte Seed-Funding-Programme sowie die Einrichtung einer gemeinsamen Gastprofessur, um neue interdisziplinäre Forschungsinitiativen anzustoßen. Innovative Formate für die gemeinsame Ausbildung und Betreuung von Promovierenden sollen erprobt und weiterentwickelt werden. Zudem stärken Forschende beider Universitäten ihre Zusammenarbeit in multilateralen Netzwerken wie dem Carbon Neutrality and Energy System Transformation (CNEST)-Netzwerk. Auch im Bereich Innovation und Entrepreneurship wird die Zusammenarbeit gestärkt, etwa über das bewährte TIE² - Asian Venture Program.
Erfolgreiche Maßnahmen und etablierte Strukturen
In den vergangenen Jahren haben TUM und Tsinghua zentrale Strukturen aufgebaut, die der Partnerschaft Stabilität und Sichtbarkeit verleihen – auch in einem zunehmend komplexen geopolitischen Umfeld. Mit ihren Standorten in Peking und Shenzhen sowie einer starken chinesischen Studierendenschaft von etwa 4.000 an der TUM hat sich die Zusammenarbeit als belastbare, institutionell verankerte Plattform etabliert. Sie steht beispielhaft für eine wertebasierte, offene akademische Kooperation, die zur Lösung globaler Herausforderungen beiträgt.
Eine Schlüsselrolle spielen dabei die TUM-Büros in China: Das TUM Beijing Liaison Office ist an der Tsinghua Universität verortet und dient als zentrale Anlaufstelle für akademische Vernetzung und Projektentwicklung. Das TUM-Büro in Shenzhen an der Tsinghua Shenzhen International Graduate School (SIGS) unterstützt insbesondere Kooperationen in Forschung, Innovation und Technologietransfer in der Greater Bay Area, einer der größten Wirtschaftsregionen der Welt an der südchinesischen Küste, und stärkt die Präsenz der TUM in China langfristig.
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