Podcast „We are TUM“ – Transkript zur neunten Folge

„In einer und nach einer Krise verändert sich die Mode. Die Mode reagiert quasi auf die Krise, weil Mode ist in dem Fall eigentlich zu banal, dass sich die Menschen damit beschäftigen. Das heißt, die Menschen besinnen sich irgendwie auf die wichtigen Dinge im Leben, auf die Gesundheit zum Beispiel, und die Mode ist da eben nicht der Faktor Nummer eins, sondern steht an untergeordneter Stelle und daher entsteht eben auch ein Wandel in der Mode.“

[Moderator Matthias Kirsch:] Die Frau, die Sie gerade gehört haben, das ist Stine Kindervater. Sie ist Studentin an der TU München und die Coronapandemie war für sie ein großes Experiment. Sie hat nämlich dazu geforscht, wie die Pandemie unsere Mode und unseren Blick darauf verändert hat. Neben der Mode geht es in dieser Folge aber auch um ein etwas weniger farbenfrohes Thema: die Steuer. Der Steuerberater Raymond Kudraß verrät uns, wie auch Studierende ihre Steuererklärung optimieren können.

Herzlich willkommen zu „We are TUM“, dem Podcast von und für die Technische Universität München. Mein Name ist Matthias Kirsch und ich begleite Sie durch diesen Podcast. Wie immer stellt Ihnen ganz zu Beginn der Präsident der Universität, Thomas Hofmann, die restlichen Themen der heutigen Episode vor.

[Präsident Thomas F. Hofmann:]
Liebe Zuhörende, ein gutes Frühstück macht den Start in den Tag leichter und ein leckeres Mittagessen gibt Energie für die nächsten Vorlesungen. Doch wer sich allerdings dauerhaft ungesund ernährt, macht sich auch anfällig für chronische Krankheiten. Im Spitzengespräch dieser Folge von „We are TUM“ hören Sie von dem Ernährungsmediziner Hans Hauner, der die Erforschung von Adipositas und Typ-2-Diabetes zum Fokus seiner Forschung gemacht hat. Er ist Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin, mit Standorten am Klinikum rechts der Isar und am Wissenschaftszentrum Weihenstephan. Der Hidden Champion dieser Folge von „We are TUM“ ist ein Mann, mit dem ein Großteil unserer 48.000 Studierenden schon einmal zu tun hatte. Daniel Koll leitet nämlich seit fünf Jahren die telefonische Studierendenberatung der Universität. Daniel Koll und sein Team wissen auf fast jede Frage zum Studierendenleben eine Antwort. Und nun viel Spaß beim Zuhören.

Spitzenforschung

[Kirsch:] In der Theorie ist es ja ganz einfach. Obst und Gemüse zu jeder Mahlzeit, Zucker und Fett nur in Maßen und dazu lieber Wasser als Cola, und fertig ist die gesunde Ernährung. Dass es so leicht natürlich nicht ist, weiß jeder von uns, zu groß sind die Versuchungen von Chips, Gummibärchen und Co. Wie schön wäre es da, wenn ein paar Pillen und Pülverchen die nötigen Vitamine und Nährstoffe zuschießen könnten. Genau dieses Versprechen machen eine ganze Menge Nahrungsergänzungsmittel. Doch sind diese Mittelchen wirklich ein Ersatz für eine ausgeglichene Ernährung? Das hat mein Kollege Marcel Laskus den Ernährungswissenschaftler Hans Hauner gefragt. Er ist Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin an der TU und forscht zu Krankheiten wie Adipositas und Diabetes, die mit der Ernährung zusammenhängen.

[Marcel Laskus:] Ernährung ist mehr als einfach nur Essen zu sich zu nehmen. Man kann dabei auch sehr viel falsch machen. Das weiß kaum einer so gut wie Professor Hans Hauner, der das Institut für Ernährungsmedizin an der TU München leitet. Hallo, Herr Hauner.

[Hans Hauner:] Hallo, guten Tag.

[Laskus:] Bis zu dreißig Prozent der Deutschen greifen regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln. Apotheken, Onlineshops und Drogerien machen Rekordumsätze damit. Warum sind diese Pillen so populär?

[Hauner:] Nun, das ist natürlich eine große Geschäftsaktivität, von der viele gut leben können. Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum so viele Menschen diese Produkte einnehmen, dafür gibt es mit Sicherheit keine sinnvolle wissenschaftliche Begründung, aber es ist ein großes Geschäft und viele profitieren davon. Den Menschen wird immer wieder eingeredet, dass ihnen Mikronährstoffe fehlen und dass unsere moderne Ernährung da nicht mehr genug liefert und sie deshalb diese Mittel brauchen. Das ist zum Teil Betrug, was hier abläuft, und viele fühlen sich dann irgendwie veranlasst, doch solche Mittel zu kaufen und zu schlucken.

[Laskus:] Das klingt erst mal ziemlich kritisch, also wenn ich mir im Supermarkt so anschaue, da sind Magnesiumtabletten zum Beispiel oder Vitamin C, und ich weiß, ah, die letzten Tage, Wochen habe ich mich irgendwie nicht gut genug ernährt, vielleicht mache ich Sport, brauche deshalb Magnesium noch extra, was kann ich da eigentlich falsch machen?

[Hauner:] Nun, die Ernährung bei uns ist im Durchschnitt sicherlich nicht optimal, aber auch nicht schlecht. Die normale Durchschnittskost in Deutschland enthält eigentlich doch alle wichtigen Mikronährstoffe, bis auf ganz wenige, wie zum Beispiel Jod ist ein bisschen knapp in unserer Kost, aber sonst sind die Produkte eigentlich durch die normale Ernährung schon gut abgedeckt, das heißt, wir bräuchten sie nicht, aber es wird den Menschen eingeredet. Und oft dient es auch als Alibi, jeder weiß natürlich, dass er seine Ernährung ein bisschen verbessern könnte, zumindest in manchen Situationen, und um sozusagen das schlechte Gewissen zu beruhigen, ist man dann sehr gern bereit, solche Produkte zu kaufen und zu schlucken oder es ist eine bequeme Entschuldigung für einen selber, dann weniger auf eine gesunde Kost zu achten, denn das kann ich ja dann kompensieren durch den Kauf solcher Produkte.

[Laskus:] Warum überfrachten wir Nahrungsergänzungsmittel so mit Erwartungen?

[Hauner:] Nun, das ist die moderne Konsumhaltung und damit verbunden natürlich auch die Aktivität der Industrie, die dafür gerne Werbung macht und natürlich wahnsinnig gut verdient, das sind ja von der Herstellung her gesehen sehr billige Produkte, die aber hochpreisig überall verkauft werden, in Drogeriemärkten, in Supermärkten, überall, wo Sie wollen, kriegen Sie das. Natürlich mit viel Versprechungen, Angeboten, und das ist einfach ein großer Schwindel, denn die wenigsten Menschen brauchen wirklich solche Produkte. Das sind eigentlich nur Menschen, die bestimmte Krankheiten haben oder vielleicht sonstige Probleme haben, die die Nährstoffzufuhr erschweren, das ist aber eine kleine Minderheit und nicht die große Zahl derer, die das dann tatsächlich tun.

[Laskus:] Trotzdem gibt es ja auch Gruppen und Personen, die tatsächlich auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen sind. Welche sind das?

[Hauner:] Es gibt tatsächlich Menschen, die vielleicht solche Mittel brauchen können, und das sind natürlich sehr unterschiedliche Bedingungen, in denen das auftreten kann. Das beste Beispiel ist etwa die Schwangerschaft. Da braucht die schwangere Frau von bestimmten Mikronährstoffen besonders viel für das optimale Wachstum des Kindes, dazu gehört beispielsweise die Folsäure oder auch das Jod, weil der Bedarf steigt, auch für das Eisen wird dann unter Umständen deutlich mehr benötigt. In dieser Situation macht es sehr wohl Sinn und wir wissen auch, wie nützlich es dann ist, wenn die Schwangere genau diese Empfehlungen umsetzt, die es eben gibt und das geht eben dann nur über Supplemente. Oder nehmen wir das Beispiel vegane Ernährung, hier fehlen Mikrostoffe, die normalerweise nur im Fleisch enthalten sind. Das beste Beispiel ist das Vitamin B12, das gibt es in pflanzlichen Lebensmitteln nicht und hier muss natürlich supplementiert werden, denn sonst kann ein Vitamin-B12-Mangel auftreten, der dann auch zu klinischen Problemen führen kann. Also hier ist es sogar notwendig.

[Laskus:] Wie ist es denn mit Menschen, die weder vegan leben noch schwanger sind noch im relativ, ja, fortgeschrittenen Lebensalter sind. Wie merke ich selbst, ob für mich vielleicht Nahrungsergänzungsmittel was sein könnten? Wie finde ich das raus?

[Hauner:] Das merkt man eigentlich selbst nicht, denn der Mangel oder eine zu geringe Zufuhr von was auch immer, Calcium oder Magnesium, das spürt man nicht, das lässt sich nur auf, ja, mit aufwendiger Art und Weise diagnostizieren.  Dementsprechend muss man als Mensch, der sich normal ernährt, sich darüber gar keinen Kopf zerbrechen. Es ist sicher sinnvoll, dann und wann seinen Gesundheitsstatus überprüfen zu lassen, das machen ja viele Menschen heute bei ihrem Hausarzt oder bei einer speziellen Einrichtung. Sollte es dabei Hinweise geben, dann kann man darüber reden, aber dann sollte das wirklich von fachkompetenter Seite empfohlen werden und nicht ungezielt und sozusagen, ja, sehr breit solche Mittel geschluckt werden. Das Interessante ist ja auch, dass die Anbieter nicht über die Medizin gehen, sondern die Konsumenten direkt ansprechen, weil sie natürlich wissen, dass das eben in vielen Fällen nicht wirklich notwendig ist. Sie wollen eigentlich direkt den Verbraucher überzeugen, ohne sich da von fachkundiger Meinung beeinflussen zu lassen.

[Laskus:] Gerade im Internet gibt es ja zahlreiche Werbeversprechen von hochdosierten, extra hochdosierten Produkten, dann scheint das ja noch stärker ausgeprägt zu sein als in Drogerien und Supermärkten. Was sind da Sachen, wo man vielleicht auch noch mal ganz besonders skeptisch sein sollte, wenn Versprechungen draufstehen?

[Hauner:] Im Internet ist es besonders schlimm, da gibt es ja so gut wie keine Kontrolle. Die Anbieter sitzen oft irgendwo im Ausland und wollen einfach Umsatz machen ohne Rücksicht auf Verluste, sage ich jetzt mal ganz salopp formuliert. Da wird dann wirklich alles versprochen. Beliebt sind zum Beispiel auch Schlankheitsmittel. Viele Menschen kämpfen mit ihrem Gewicht und übers Internet werden zum Teil kriminelle Schlankheitsmittel angeboten, die auch gefährlich sein können. Da gibt es Produkte, die meistens aus chinesischen Quellen stammen, wo dann zum Teil toxische Substanzen enthalten sind, und es gibt hierzulande auch immer wieder mal Einzelfälle und Berichte, wo Menschen sich solche Produkte besorgt haben und sich damit wirklich gesundheitlich gefährdet haben.

Da könnte man eine lange Liste erstellen, soweit das überhaupt bekannt ist. Das Ganze läuft oft auch im Verborgenen ab. Wir haben dazu keine guten Statistiken, da gibt es sicher eine hohe Dunkelziffer, wenn die Leute sich da irgendwas kaufen und es dann ungezielt und vielleicht auch in viel zu hoher Dosierung einnehmen. Für die meisten dieser Nahrungsergänzungsmittel sind die Risiken überschaubar, es sei denn, der Geldbeutel schwindet und leert sich, aber was dann da oft oben reingesteckt wird, scheidet der Körper meistens wieder aus. Es ist aber mit Sicherheit kein Nutzen zu erwarten, also das ist wirklich eine unnötige Geldausgabe.

[Laskus:] Herr Hauner, vielen Dank für das Gespräch.

[Hauner:] Gern geschehen.

Hidden Champion

[Kirsch:] 900 E-Mails, das ist eine ganze Menge. Und zum Glück müssen die meisten Menschen sich nur selten mit einer solchen Flut an elektronischen Briefen auseinandersetzen. Für Daniel Koll hingegen sind 900 Mails ein ganz normaler Tag. Und als wäre das Beantworten dieser Nachrichten noch nicht genug, kriegen Koll und sein Team jedes Jahr auch noch 37.000 Anrufe. Seit fünf Jahren leitet Daniel Koll mittlerweile die telefonische Studieninformation an der TU München. Für viele Studierende ist Koll die erste Anlaufstelle bei Fragen rund ums Studium. Wie er diese Menge an Interesse an der Uni meistert, hat Daniel Koll meiner Kollegin Clarissa Ruge erzählt.

[Clarissa Ruge:] Herr Koll, warum, glauben Sie, haben wir Sie jetzt als Hidden Champion ausgesucht? Ich gebe jetzt mal die Frage bewusst an Sie.

[Daniel Koll:] Ja, wir als Erstanlaufstelle hier an der TUM, wir beantworten so viele Anfragen von Studieninteressierten und Bewerberinnen und Bewerbern und von Studierenden. Wir haben im Jahr über 30.000 Anrufe, wir haben über 60.000 E-Mails, die bei uns beantwortet werden und versuchen da eben die Uni für alle greifbar zu halten und in Kontakt zu bleiben mit den Studierenden und allen, die sich für die TUM interessieren.

[Ruge:] Steht und fällt das Interesse mit einem guten Umgang, den Sie mit den Interessierten haben? Kann ich das so richtig verstehen?

[Koll:] Ja, auf jeden Fall. Für uns – ich komme ja auch aus dem Bereich, aus der freien Wirtschaft, aus der Kommunikation mit Kunden – für uns ist es superwichtig, dass sie einen professionellen Eindruck haben von der TUM, und dass sie auch, was viele erwarten, nicht diese Behördenkommunikation haben, als Bittsteller irgendwo anzurufen und dann abgewiesen zu werden, sondern dass mit ihnen freundlich und professionell und auch informiert umgegangen wird.

[Ruge:] Wie stelle ich mir einen Tag vor der Pandemie, während der Pandemie und jetzt hoffentlich nach der Pandemie vor?

[Koll:] An unserem Tagesablauf hat sich insofern wenig geändert, aber die physische Anlaufstelle war schon sehr beeinträchtigt. Unser Tag ist einfach: kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren. Es wird sehr viel telefoniert, es werden sehr viele E-Mails beantwortet und versucht, auf die Anliegen der Leute einzugehen.

[Ruge:] Ich habe jetzt eine klassische Lockdown-Frage natürlich. Im Vorgespräch hatten Sie gesagt, dass ganz viele, ich nehme auch an, beunruhigt waren, weil Sie sagten, die sitzen fest in ihren Heimatländern. Könnten Sie diese Situation noch mal beschreiben?

[Koll:] Ja, das war ab dem April 2020 eine ganz massive Beeinträchtigung. Also die TUM ist ja mit ihrer Internationalisierungsstrategie so erfolgreich und hat sich ja auch immer als Präsenzuniversität definiert und gesagt, wir machen kein Remote Learning, wir sind keine Fernuniversität. Und auf einmal saßen diese Leute in allen möglichen Ländern, haben kein Visum mehr bekommen, keinerlei Möglichkeit einzureisen und da musste also in allerkürzester Zeit auch von der TUM natürlich eine Struktur für diese Leute geschaffen werden, damit die ihr Studium nicht einfach hinschmeißen müssen durch diese äußeren Umstände.

[Ruge:] Das heißt, Sie waren manchmal auch mehr Psychologe als Berater, oder?

[Koll:] Ja, natürlich. Auf einmal, zum Beispiel, kam das Thema Visum bei uns ganz massiv auf. Das war für uns vorher nicht so präsent. Da versuchen wir jetzt auch darauf zu reagieren mit einer neuen Stelle, die sich mehr um diese Sorgen kümmert.

[Ruge:] Was hat sich in den letzten Jahren Ihrer Meinung nach verändert, also an Anfragen oder seitens der Interessenten?

[Koll:] Ich denke mal, was sich mehr verändert hat, ist die allgemeine Unsicherheit über die Lebenssituation, über die Möglichkeit, hier sein zu können. Und ich denke, dass allgemein die ständige Veränderung den Leuten schon zugesetzt hat und sehr viel in Frage gestellt hat: freies Reisen, freies Wohnen, was man vorher für fast selbstverständlich angesehen hat.

[Ruge:] Ich gebe Ihnen noch ein anderes Stichwort: Eltern.

[Koll:] Wir haben sehr viel Kontakt zu Eltern, gerade bei den Expats. Die sind für die TUM eine ganz wichtige Zielgruppe, da sind sehr viele hochgebildete Leute dabei. Die haben die Kinder dann oft in internationalen Bildungssystemen gehabt, haben oft auch mit der Pandemie beschlossen, es ist besser nach Deutschland zurückzukehren. Die haben natürlich oft sehr viele Fragen und sind meist sehr involviert in die Bildung der Kinder. Das ist natürlich oft eine Herausforderung, weil man dann mehrere Ansprechpartner dort hat und auch oft dann erklären muss, naja, der Sohn, die Tochter, ist schon auch wichtig, dass die selber involviert sind, dass die sich selber kümmern. Das ist auf jeden Fall mehr geworden.

[Ruge:] Das heißt, die Eltern sind ein bisschen anspruchsvoller als die Kinder in ihrem Wissensdurst?

[Koll:] Ja. Viele davon sind selber TUM Alumni, wollen vielleicht auch mehr Wissen vorbereitet haben, wollen vielleicht mehr fertige Pakete oder Ähnliches, und bei uns ist es schon sehr darauf basiert, dass man recherchiert, dass man sich informiert, dass das Angebot so zum Abholen angeboten wird und man dann bei einzelnen Sachen nachfragen kann.

[Ruge:] Und wie schaffen Sie es, so ganz charmant zu sagen, recherchier selbst?

[Koll:] Wir versuchen daran zu arbeiten, dass unser Self-Service-Angebot, wie wir es immer nennen, die Homepage, die Informationen, dass das alles möglichst gut aufbereitet ist, dass das kein Beamtendeutsch ist, dass das lesbare Step-by-Step-Anleitungen sind. Und ganz oft ist es auch so, dass wenn man darauf hinweist, wie einfach die Informationen – und das sage ich jetzt ganz selbstbewusst – im Vergleich mit manchen anderen, auch Top-Unis, zu finden sind, dann lassen sich die Leute auch oft davon überzeugen. Dann wirkt das oft auch so.

[Ruge:] So, jetzt komme ich schon zum Ende unserer kleinen Unterhaltung. Sie lesen am Tag ungefähr wie viele Mails?

[Koll:] Ich würde mal sagen, zweihundert circa.

[Ruge:] Okay. Jeder ermüdet ja. Ihr persönlicher Tipp, dass Sie sagen, ich mache eine Pause, geh dann immer wieder gerne ran, wie machen Sie es?

[Koll:] Für mich Bewegung, Bewegung, Bewegung. Wir machen auch teilweise Meetings im Gehen. Wir haben natürlich das Glück an dem wunderschönen Standort hier. Ansonsten auch im Büro einfach immer wieder aufstehen, bewegen, den Körper aktiv halten, das ist ganz wichtig.

[Ruge:] Wenn Sie sich selber kritisch hinterfragen: Die perfekte Beratung ist …?

[Koll:] Zielgruppengenau. Das ist das Wichtige, dass ich nicht versuche, den Leuten ein allgemeines Raster irgendwie aufzudrücken, sondern zu schauen, was braucht denn diese Person? Ein deutscher Abiturient, der braucht keine Beratung über Sprachnachweise, das ist was für Leute, die aus internationalen Bildungssystemen kommen und wenn ich mich also gut vorbereite und meine Zielgruppen wirklich gut parat habe, dann kann ich auch mit vorgefertigten Angeboten und vorgefertigten Informationen sehr viel Gutes erreichen

[Ruge:] Und das macht Ihnen jeden Tag Spaß?

[Koll:] Ja, auf jeden Fall. Ich kommuniziere gerne, ich sitze auch gerne mal drei Stunden am Telefon, das stört mich gar nicht. Das sind lauter kleine Herausforderungen, kleine Aufgaben, jeder Anruf, jede E-Mail, also ich finde das sehr befriedigend.

[Ruge:] Vielen Dank für das Gespräch, Herr Koll. Tschüss.

[Koll:] Ja, gerne. Tschüss.

Der junge Blick

[Kirsch:]
Dass die Coronapandemie die Welt verändert, das ist uns allen bewusst. Nicht nur im Großen, sondern auch im kleinen Alltag ist diese Veränderung sichtbar. Das Homeoffice zum Beispiel wurde von einer Ausnahme zum Standard. Und mit dem Heimbüro hat sich auch das Arbeits-Outfit verändert, statt dem Anzug lässt es sich zu Hause nämlich ganz gut auch in der Jogginghose arbeiten. Die TU-Studentin Stine Kindervater, eine angehende Berufsschullehrerin, hat während der Pandemie zu diesem modischen Wandel geforscht, denn schließlich ist Mode immer noch ein Spiegel der Gesellschaft. Mein Kollege Fabian Dilger hat Stine Kindervater getroffen.

[Fabian Dilger:] Guten Tag, Frau Kindervater. Danke für Ihre Zeit.

[Stine Kindervater:] Hallo, Herr Dilger.

[Dilger:] Frau Kindervater, was ist denn Ihr persönliches Wohlfühl-Outfit?

[Kindervater:] Also mein persönliches Wohlfühl-Outfit ist eigentlich sehr situationsabhängig, würde ich sagen. Also als Beispiel jetzt einfach mal, wenn ich zu Hause bin und meinen Lerntag habe, weil ich gerade mitten in der Klausurenphase bin, dann mag ich meine gemütliche Kleidung, da ziehe ich mir meine Leggings an, meinen Pullover drüber und da drunter noch mein T-Shirt. Und wenn ich dann rausgehe zum Spazieren, kommt da einfach nur schnell der Mantel drüber und ich bin eigentlich den ganzen Tag in diesem Outfit. Gehe ich aber zum Beispiel mit meinen Freundinnen zum Kaffeetrinken oder verabrede mich in der Stadt zum Shoppen oder zum Essen gehen, dann darf es auch immer gerne das Blümchenkleid sein mit vielleicht sogar hohen Schuhen. Also es variiert auf jeden Fall.

[Dilger:] Sie forschen ja dazu, wie sich die Mode durch die Pandemie verändert hat. Ist die Jogginghose denn gekommen, um zu bleiben?

[Kindervater:] Das definitiv, weil das Homeoffice eben auch gekommen ist, um zu bleiben. Und ich glaube, das Homeoffice steht in ganz starker Verbindung eben mit der Jogginghose und mit dem Thema Gemütlichkeit am Arbeitsplatz und dem Wohlfühlfaktor. Und uns selber fällt es ja auch immer schwer, so neue gute Angewohnheiten wieder abzulegen und gegen andere, vielleicht unbequemere Sachen auszutauschen.

[Dilger:] Dieser Trend zur Gemütlichkeit, dieser Trend zur Lässigkeit, wieso ist der denn ausgerechnet durch die Coronapandemie ausgelöst worden?

[Kindervater:] Nicht ganz ausgelöst worden, sondern vor allem beschleunigt. Wir hatten schon ein paar Jahre vorher den Generationswechsel, der uns irgendwie dazu gebracht hat, dass wir uns legerer kleiden wollen, Wohlbefinden für uns eine größere Rolle spielt, Selbstliebe irgendwo auch eine größere Rolle spielt, und dann kam die Pandemie und hat das Ganze beschleunigt. Ich habe mit Modeexperten gesprochen und die Krise, die wir jetzt gerade haben, zeichnet eigentlich ein typisches Bild von Krisen ab, weil in einer und nach einer Krise verändert sich die Mode. Die Mode reagiert quasi auf die Krise, weil Mode ist in dem Fall eigentlich zu banal, dass sich die Menschen damit beschäftigen. Das heißt, die Menschen besinnen sich irgendwie auf die wichtigen Dinge im Leben, auf eben die Gesundheit zum Beispiel oder auf bestimmte andere Themen und die Mode ist da eben nicht der Faktor Nummer eins, sondern steht eben eher an untergeordneter Stelle und daher entsteht eben auch ein Wandel in der Mode.

[Dilger:] Jetzt neben der Gemütlichkeit, der Lässigkeit, was hat denn dieser Wandel in der Mode noch für Vorteile, wenn ich mich eher nach meinen persönlichen Vorlieben kleiden kann?

[Kindervater:] Ich denke, vor allem Leute, die vorher vielleicht auch nicht viel mit Mode anfangen konnten und sich in die Kleidung vorher reinzwängen mussten irgendwo auch, haben jetzt einen besonders großen Vorteil, weil sie müssen sich eben nicht morgens zwei Stunden lang Gedanken machen, was ziehe ich heute zur Arbeit an, wo quetsche ich mich heute rein, sondern sie können einfach das anziehen, in dem sie sich wohlfühlen. In meinen Experteninterviews habe ich einen jungen Bankangestellten interviewt, der schon lange darauf gehofft hat, dass sich der Dresscode endlich wandelt, denn er konnte mit Krawatte und Anzug überhaupt nichts anfangen, ihm macht seine Arbeit aber trotzdem super viel Spaß. Mit dem Wandel im Dresscode ist er der Meinung, dass er wesentlich produktiver arbeitet, dass er mehr motiviert ist auch selbst in die Arbeit zu gehen und viel mehr Selbstbewusstsein auch gegenüber den Kunden hat.

[Dilger:] Ein bekannter deutscher Unternehmer, der hat zum Beispiel gesagt, er findet es ungehörig, wenn man ohne Krawatte in einen Geschäftstermin geht. Bedeutet das, dass dieser Wandel hin zu gemütlicherer Kleidung dann doch noch eine ganze Weile dauern kann, bis der in der Breite der Gesellschaft angekommen ist?

[Kindervater:] Also ich denke, dass das Homeoffice das schon ganz gut beschleunigt hat. Wir befinden uns ja in einer Zeit, durch die Pandemie, in der wir uns super leger zu Hause kleiden, in der eben der comfy Dresscode zu Hause auf jeden Fall angekommen ist. Vor allem bei älteren Personen wird dieser Wandel sich vielleicht auch noch etwas ziehen, der wird noch etwas brauchen, bis dann zum Beispiel auch im Geschäft für die 50-jährige Hausfrau die Jogginghose als etabliertes Kleidungsstück ausgestellt wird. Bei den Jüngeren ist dieser Wandel vollzogen. Wir sind mitten in einer Zeit, in der eben dieser casual Dresscode beziehungsweise die gemütliche Kleidung einfach am Arbeitsplatz, in der Uni, im Nebenjob vielleicht auch als Student total angekommen ist.

[Dilger:] Ist das denn für Studierende, für Ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen, auch schon ein Faktor bei der Arbeitsplatzsuche, also dass ich im Hoody ins Büro kann und da nicht unbedingt eine Krawatte oder einen Blazer brauche?

[Kindervater:] Also ich denke auf jeden Fall, dass das ein Auswahlkriterium ist, wonach man sich seine Arbeitsstelle aussucht, weil es gibt einfach viele Leute, die vielleicht auch sagen: Ich habe in der Pandemie gelernt zu sparen, vielleicht auch geldtechnisch zu sparen und da spare ich vielleicht als Erstes an der Kleidung. Wenn ich dann einen Job finde, in dem ich keine hundert Euro jeden Monat oder jeden zweiten oder jeden dritten Monat ausgeben muss für neue Business-Kleidung, dann nehme ich natürlich den Job, in dem ich mich leger kleiden kann, wo ich das gleiche Gehalt bekomme. Also die Unternehmen stehen quasi in Konkurrenz zueinander wirklich.

[Dilger:] Und was ist Ihre Einschätzung für die Zeit nach der Pandemie, also werden die Studierenden da deutlich legerer in die Uni kommen?

[Kindervater:] Also zum einen ist auch das studienabhängig, also studienfachabhängig vor allem. Ich habe mit Experten ja gesprochen und auch da ist eben rausgekommen: die Jogginghose findet irgendwo den Weg in die Gesellschaft und die bleibt auch dort erst mal und vor allen Dingen eben auch in Schulen, in Studiengängen, also in der Universität wirklich, dass wir die Jogginghose in verschiedensten Variationen sehen werden, von der Nike-Jogginghose bis zur Anzugsjogginghose wird alles vertreten sein, und das eben auch im Universitätsalltag.

[Dilger:] Frau Kindervater, vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in die sich wandelnde Modewelt.

[Kindervater:] Ja, sehr gerne, vielen Dank auch.

Fünf Tipps

[Kirsch:] Zum Abschluss der heutigen Folge von „We are TUM“ verlassen wir wieder das direkte Umfeld der TU München und beschäftigen uns, ja, mit dem Finanzamt. Die Steuer kann ein nerviges Thema sein, deswegen beschäftigen wir uns nicht so gerne damit. Unser heutiger Gast hingegen schon. Raymond Kudraß ist Steuerberater und seit vielen Jahren auf das Steuerrecht von Studierenden spezialisiert. Er hat meinem Kollegen Fabian Dilger unter anderem verraten, warum es sich für manche Studierenden lohnt, eine Steuererklärung abzugeben.

[Fabian Dilger:] Herr Kudraß, grüße Sie.

[Raymond Kudraß:] Grüße Sie, Herr Dilger.

[Dilger:] Herr Kudraß, für welche Studierende rechnet sich denn eine Steuererklärung in den meisten Fällen?

[Kudraß:] Ja, das ist natürlich eine Frage, mit der sich viele Studenten auseinandersetzen sollten, denn grundsätzlich rechnet es sich für alle. Es gibt aber natürlich Ausnahmen, man muss ja unterscheiden zwischen dem Erst- und dem Zweitstudium. Erststudium ist ein Studium, das eigentlich für die echten Erstis gilt, die, die also direkt nach dem Abitur ins Studium gegangen sind und keine beruflich abgeschlossene Erstausbildung haben. Dagegen gilt ein Zweitstudium für alle, die nach einer beruflichen Erstausbildung in das Bachelorstudium gehen oder aber die im Master studieren, dual studieren oder sich in der Promotion befinden. Das sind also die Zweitstudierenden. Für die gilt, dass die Studienkosten Werbungskosten sind und Werbungskosten haben den entscheidenden Vorteil, dass man diese als Verlustvortrag kumuliert über die Studienjahre geltend machen kann und dann diesen kumulierten Verlustvortrag später mit dem ersten Einkommen verrechnen kann. Mit anderen Worten, es lohnt sich für alle, die einen Verlustvortrag kreieren können, der dann später mit dem ersten Berufseinkommen verrechenbar ist.

#1

Ja, also mein erster Tipp ist zunächst mal, dass man auf die Höhe des Einkommens schaut, denn leider ist jedes steuerpflichtige Einkommen pro Jahr mit den Studienkosten zu verrechnen. Das wird oft unterschätzt. Das bedeutet, dass für jeden, der kein Einkommen hat, es regelmäßig lohnt, dass man die Studienkosten geltend macht. Wenn jemand zwischen drei- und fünftausend Euro verdient pro Jahr, dann wird es nach unseren Erfahrungen kritisch und ab fünftausend Euro steuerpflichtigem Einkommen pro Jahr als Werkstudent oder Ähnliches oder durch Praktika, da ist es dann schon sehr unwahrscheinlich, dass es Sinn macht, die Steuererklärungen zu machen.

#2

Ja, kommen wir zum zweiten Tipp, das ist sicherlich ein wesentlicher Tipp, da geht es um die Zeitachse. Den meisten Studierenden ist nicht bekannt, dass man bis zu sieben Jahre zurück die Studienkosten geltend machen kann. Bekannt ist lediglich die vierjährige Verjährungsfrist für Einkommenssteuererklärungen, nicht aber die siebenjährige. Die gilt für sogenannte Verlustfeststellungsanträge. Das heißt, man kann heute noch die Studienkosten für die Jahre 2015 bis 2017 angeben, neben den weiteren Studienkosten der Jahre 2018 bis 2021. Das heißt, nicht abschrecken lassen und zurückdenken, man kann auch schon im Jahr 2018 oder 2019 mit dem Studium fertig geworden sein und immer noch Steuererklärungen abgeben.

#3

Kommen wir zum Tipp Nummer drei, der betrifft die Kosten, die absetzbar sind, und da ist der wichtigste Tipp: die Kosten der doppelten Haushaltsführung. Was bedeutet doppelte Haushaltsführung? Doppelte Haushaltsführung heißt, dass zwei komplette Hausstände geführt werden müssen, nämlich einmal der am Studienort, das ist regelmäßig dann das WG-Zimmer am Studienort oder das Campuszimmer und zusätzlich der Haupthausstand, in der Regel bei den Eltern, behalten wird. Dafür ist es notwendig, zu belegen, dass man dort einen eigenen Haushalt geführt hat und nicht nur in den Haushalt der Eltern integriert war. Es reicht also nicht, das alte Kinderzimmer zu beziehen, sondern man muss auch beweisen, dass man dort gelebt hat, einen eigenen Haushalt geführt hat. Das bedeutet, man muss sich an den Kosten beteiligt haben. Idealerweise weist man das nach durch Zahlungsbelege über Lebensmitteleinkäufe, über Käufe des täglichen Bedarfs nach, auch Einrichtungsgegenstände am Haupthausstand spielen hier eine wichtige Rolle. Und es muss eben dargelegt werden, dass man diesen Haushalt selbstbestimmt genauso geführt hat wie am Studienort. Dann nämlich kann ich die Unterkunftskosten am Studienort absetzen. Und in München ein WG-Zimmer kostet inzwischen sechshundert bis achthundert Euro im Monat, wir reden also hier über sieben- bis neuntausend Euro pro Jahr mal Anzahl der Studienjahre.

Man sieht also, dass man hier ganz schnell auf fünfstellige Beträge kommt. Hinzu kommt, dass bei der doppelten Haushaltsführung die Verpflegungsmehraufwendungen und die Reisekosten absetzbar sind, vor allem die Verpflegungsmehraufwendungen spielen hier eine Rolle. Nehmen wir als Beispiel London. 62 Euro pro Tag sind das, mal neunzig Tage, die man hier geltend machen kann, sind schon wieder 5.500 Euro Werbungskosten, wir reden hier also ganz schnell über beachtliche Beträge.

Jetzt habe ich noch einen ganz eigenen Tipp, nämlich den Tipp, dass wir von der doppelten Haushaltsführung dann absehen können, wenn es sich um eine Partneruniversität handelt. Gerade die TU München hat ja im Rahmen des Erasmus+ Partnerschaftsprogramms hier weltweit Partnerschaften. Und immer dann, wenn ich an der Hauptuniversität weiterhin immatrikuliert bin und gleichzeitig ein Auslandssemester oder ein Praxissemester mache im Ausland oder auch im Inland an einem anderen Ort, dann zählt das als auswärtige Tätigkeitsstätte und ich brauche für die Absetzbarkeit der Unterkunftskosten an dieser auswärtigen Tätigkeitsstätte keine doppelte Haushaltsführung. Das ist die Ausnahme, die manchem Finanzamt noch heute nicht bekannt ist.

[Dilger:] Das waren jetzt schon einige Tipps. Mancher fühlt sich da vielleicht trotzdem noch ein bisschen unsicher. Aber die gute Nachricht ist ja, das muss man nicht alles alleine machen.

#4

[Kudraß:] Also mein Tipp vier ist zunächst einmal, dass man sich überhaupt Hilfe holt, dass man keine Scheu hat, sich Hilfe zu holen, denn im Detail ist es wirklich kompliziert. Man sollte sich auch nicht davor scheuen, Hilfe vom Steuerberater in Anspruch zu nehmen, denn ein Steuerberater, der seriös handelt und der sich in der Sache ja auskennt, der wird niemanden über den Tisch ziehen. Der wird klar sagen, wenn er es nicht verantworten kann, einen Auftrag anzunehmen. Ein Steuerberater hat halt den Vorteil, dass er mitdenken kann, dass er planen kann. Das spielt in Einzelfällen eine ganz besondere Rolle. Das schafft ein Steuerprogramm nicht. Und das Steuerprogramm betrachtet immer nur retrograd, man schaut nicht in die Zukunft. Das sind alles Vorteile, die man hat. Und wir machen das bei uns so, dass wir eine kostenlose halbstündige Erstberatung geben, wo wir alle diese Fakten vorher abklären. Es gibt sicher auch einige Kollegen, die das auch anbieten. Fragt einfach mal bei euren Eltern und deren Steuerberatern.

Gerade die Pandemie hat nun eine Besonderheit gezeigt, die mir besonders am Herzen liegt als besonderer Tipp für euch.

#5

Typischerweise fangt ihr im Herbst an zu arbeiten, im September und Oktober ist der Haupteinstellungstermin. Ihr verdient für diese drei bis vier Monate zwölf- bis vierzehntausend Euro brutto. Die positive Nachricht ist, für dieses Jahr gebt ihr in jedem Fall eine Steuererklärung ab, weil diese Steuern bekommt ihr wieder raus, weil dieses Einkommen aufs Gesamtjahr umgelegt wird. Die negative Nachricht ist, diesen Betrag, diese Einnahmen müsst ihr verrechnen mit dem kostbaren Verlustvortrag, den wir über die Studienjahre kumuliert haben. Mein Tipp ist, pfeift auf diese Steuerersparnis, nehmt den Traumjob an, denn Corona hat gezeigt, wie schnell sich die Zeiten ändern und ob der Job dann noch im Januar da ist, weiß niemand.

[Kirsch:] Und das war es schon für diese Folge von „We are TUM“. Auch in der nächsten Folge sprechen wir wieder über Spitzenforschung, das Studienleben und all die Menschen, die die TU zu dem einzigartigen Ort machen, der sie ist. Das war „We are TUM“. Diese Folge wurde produziert von Fabian Dilger, Marcel Laskus, Clarissa Ruge, der ProLehre Medienproduktion und von mir, Matthias Kirsch. Das Sounddesign und die Postproduktion gestaltet Marco Meister von Edition Meister aus Berlin. Bis zur nächsten Folge. Kommen Sie mit uns und entdecken Sie die großen und die kleinen Geheimnisse der TU München.

HSTS