Schematische Darstellung eines Nanotube-Transitors (Bild: TUM)
Schematische Darstellung eines Nanotube-Transitors (Bild: TUM)
  • Forschung

Weltweit erster Carbon Nanotube Computer gebautProfessor der TU München: Erster Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Computer noch nicht skalierbar

Forscher der Stanford University haben den weltweit ersten Computer mit einem Prozessor aus Carbon Nanotubes gebaut. Im Gegensatz zu herkömmlichen Computern bestehen die Transistoren des Prozessors dabei nicht aus Silizium, sondern aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Prof. Franz Kreupl von der Technischen Universität München (TUM) bewertet den neuen Computer in der Zeitschrift „Nature“.

Unsere Computer werden immer kleiner und leistungsfähiger. Doch dabei werden die Schaltkreise auf den Chips inzwischen so winzig, dass die Physik dem weiteren Fortschritt bald ein Ende macht. Als Ausweg gelten Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die als Transistoren auf Mikrochips eingesetzt werden sollen. Doch die Produktion dieser Carbon Nanotubes ist extrem schwierig. Ein Team von der Stanford University ist es jetzt gelungen, den weltweit ersten Computer mit einem Prozessor aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu bauen.

Noch nicht wettbewerbsfähig

Franz Kreupl, Professor für Hybride Elektronische Systeme an der Technischen Universität München, schreibt dazu allerdings in der Zeitschrift „Nature“, dass der Computer keinesfalls wettbewerbsfähig mit den aktuellen Maschinen sei, eher mit den Prototypen aus dem Jahr 1955. Und auch was das aktuelle Design des Prozessors angeht ist Kreupl kritisch. Denn in dieser so genannten PMOS-Ausführung lasse sich der Chip nicht skalieren, also nicht kleiner produzieren. Für mehr Leistung ist das aber nötig, denn der Nanoröhrchen-Rechner der Stanford-Forscher hat gerade einmal 178 Transistoren auf seinem Prozessor-Chip. Heutige CPUs (Central Processing Unit) auf Siliziumbasis vereinen dagegen mehrere Milliarden Transistoren auf einem Chip. Um in Zukunft leistungsfähigere Carbon-Nanotube-Chips herzustellen, müsse es den Forschern gelingen die winzigen Nanoröhrchen noch präziser auf dem Substrat anzuordnen, schreibt Kreupl.

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Technische Universität München

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