BMBF fördert Entwicklung von Medikamenten gegen multiresistente Bakterien

GO-Bio-Förderung für TUM-Ausgründung AVIRU

Das Team von AVIRU vor dem Institut für Advanced Study auf dem Campus Garching der Technischen Universität München. Von links nach rechts: Dr. Katrin Lorenz-Baath, Prof. Dr. Stephan Sieber, Dr. Oliver Baron, Dr. Thomas Böttcher, Dr. Franziska Weinandy, Dr. Vadim Korotkov - Foto: Dominique Tomlinson
Das AVIRU-Team: Dr. Katrin Lorenz-Baath, Prof. Dr. Stephan Sieber, Dr. Oliver Baron, Dr. Thomas Böttcher, Dr. Franziska Weinandy, Dr. Vadim Korotkov (vlnr) - Foto: Dominique Tomlinson

Campus

Das Projektteam AVIRU der Technischen Universität München (TUM) und des Exzellenzclusters Center for Integrated Protein Science Munich (CIPSM) gehört zu den Siegern der diesjährigen Auswahlrunde für eine hochdotierte Förderung durch das GO-Bio-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). AVIRU entwickelt neuartige Wirkstoffe zur Bekämpfung multiresistenter Bakterien bei denen klassische Antibiotika versagen und die daher eine wachsende Bedrohung für die allgemeine Gesundheit darstellen. Mit der Förderung in Millionenhöhe wird AVIRU in den nächsten Jahren seine neue Wirkstoffklasse für die Anwendung in der Klinik weiterentwickeln.

Seit Jahren breiten sich weltweit multiresistente Erreger aus, gegen die klassische Antibiotika nicht mehr wirken. Bakterielle Infektionen werden so wieder zu einer tödlichen Gefahr. Aufbauend auf einem revolutionären Wirkungsmechanismus entwickelt das AVIRU-Team Therapien gegen diese Erreger.

Die von den Wissenschaftlern entdeckten neuen Wirkstoffkandidaten entwaffnen die Krankheitserreger. Sie schalten lediglich die Produktion bakterieller Giftstoffe ab. Die entwaffneten Erreger kann das Immunsystem nun leichter bekämpfen. Das die Bakterien dabei nicht abgetötet werden, reduziert die Gefahr von Resistenzen. Im Tiermodell konnten die Wissenschaftler ihr Konzept bereits erfolgreich bestätigen.

Im Rahmen der GO-Bio-Förderung sollen bereits identifizierte Wirkstoffe gegen den multiresistenten Erreger Staphylococcus aureus (MRSA) optimiert und darauf aufbauend Wirkstoffkandidaten für die präklinische Forschung identifiziert werden. Ziel ist es Wirkstoffe zu entwickeln, die für die klinische Forschung am Menschen eingesetzt werden können.

Die grundlegenden Forschungsarbeiten zum neuartigen Wirkmechanismus wurden in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Stephan Sieber am Lehrstuhl für Organische Chemie II der TUM durchgeführt. Zusammen mit Doktorand Thomas Boettcher und mit Dr. Oliver Baron als Geschäftsführer formierte sich daraus 2010 das AVIRU-Team. Anfang 2011 wurde Frau Dr. Katrin Lorenz-Baath mit der Projektleitung betraut und ein interdisziplinäres Team an Mitarbeitern aufgebaut.

Schon 2010 war das Team mit seinem Antrag im EXIST-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums erfolgreich. Die Nähe zur universitären Forschungseinrichtung der TUM und deren exzellenter Infrastruktur gewährleistet für AVIRU ein effektives und stimulierendes Forschungsumfeld. Alle Erfindungen werden patentrechtlich über die TUM gesichert. Die Projektbetreuung erfolgt durch Projektträger Jülich.

Tatkräftige Unterstützung erhält die Ausgründung durch die aktive Gründungskultur an der TU München. Im Juli 2011 war das Konzept TUMentrepreneurship erfolgreich aus dem nationalen EXIST-IV- Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft hervorgegangen. Im November letzten Jahres erzielte die TUM den ersten Platz im Ranking „Vom Studenten zum Unternehmer“, das der Hochschule ausgezeichnete Rahmenbedingungen und die besten Startmöglichkeiten für junge Unternehmensgründer in Deutschland bescheinigte.

Kontakt:

Prof. Dr. Stephan Sieber
Technische Universität München
Department Chemie
Lehrstuhl für Organische Chemie II
Lichtenbergstr. 4
85747 Garching, Germany
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