TUM – TUM – Menü

TU München an Milliardenprojekt beteiligt

Das menschliche Gehirn verstehen – The Human Brain Project

Eccerobot, ein Prototyp für neurorobtische Systeme, wie sie zur Überprüfung der im Human Brain Project entwickelten Modelle eingesetzt werden sollen. Bild: TUM
An Systemen, wie dem Eccerobot, werden die Modellvorstellungen auf ihre Umsetzbarkeit getestet. Bild: TUM

Forschung

Die TU München ist an einem der ersten beiden europäischen Großforschungsprojekte beteiligt, die unter dem neuen Format „European Future and Emerging Technologies (FET) Flagship“ erfolgreich waren. Unter Führung der Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), einer Partneruniversität der TUM, war das „Human Brain Project“ (HBP) in schärfster Konkurrenz gegen andere Anträge erfolgreich. Die Gesamtkosten für das auf 10 Jahre angelegte europäische Forschungsprojekt liegen bei rund einer Milliarde Euro. Es gliedert sich in 10 Teilbereiche, von denen die TUM gemeinsam mit ihrem An-Institut Fortiss die „Neurorobotics Platform“ koordiniert.

Über das menschliche Gehirn und seine Arbeitsweise gibt es bereits umfangreiches Wissen. Ziel des Human Brain Project ist es, dieses Wissen zusammenzuführen. Stück für Stück soll das Gehirn und seine Arbeitsweise in Supercomputer-basierten Modellen und Simulationen rekonstruiert werden. Die entstehenden Modelle könnten dann nicht nur ein neues Verständnis des menschlichen Gehirns und seiner Krankheiten ermöglichen, sondern auch völlig neue Rechen- und Robotertechnik.

Neurorobotik – der erste Praxistest

Wissenschaftler der TU München koordinieren den Teilbereich Neurorobotik. Hier werden die Modellvorstellungen an simulierten und realen Systemen erstmals auf ihre Umsetzbarkeit getestet. Die Systeme bestehen aus Sensoren zur Datenaufnahme, Elementen zur Verarbeitung der Daten und Aktoren zur Ausführung von Handlungen. „Unsere Tests werden zeigen, ob die den Modellen zugrundeliegenden Annahmen funktionieren“, sagt Professor Alois Knoll, Inhaber des Lehrstuhls für Echtzeitsysteme und Robotik der TUM. „Die Testergebnisse nutzen die anderen Gruppen im Projekt dann wieder, um ihre Modelle zu verfeinern.“

Der Teilbereich Neurorobotik baut auf die international anerkannte Expertise der Robotikforschung an der TU München auf. Auch im Bereich Neurowissenschaften hat die TUM mit ihrer erfolgreichen Beteiligung am Exzellenzcluster Systems Neurology (SyNergy) ihre Forschungsstärke bereits unter Beweis gestellt. Angesiedelt wird die neue Forschungsgruppe im An-Institut fortiss der TUM. „Dass wir uns zusammen mit unseren Partnern mit dem Human Brain Project in einem so harten internationalen Wettbewerb durchsetzen konnten, ist eine klare Bestätigung für unsere Strategie der Vernetzung der Wissensgebiete“, sagt TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann.

Weltweites Netzwerk für die Hirnforschung

Insgesamt verknüpft das Human Brain Project mehr als 80 europäische Forschungseinrichtungen sowie einige wichtige Partner in Nordamerika und Japan. Es hat einen strengen wissenschaftlichen Auswahlprozess durchlaufen und eine Laufzeit von zehn Jahren (2013 bis 2023). Die Kosten des Projekts werden auf 1,19 Milliarden Euro geschätzt. Seine Koordination übernimmt Professor Henry Markram, Neurowissenschaftler an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). In den kommenden Monaten werden die Partner mit der Europäischen Gemeinschaft eine detaillierte Vereinbarung für die 30-monatige Startphase aushandeln. Noch in diesem Jahr soll dann das Projekt seine Arbeit aufnehmen.

Links:

Website des Human Brain Project

Vorläuferprojekt Eccerobot

Vorläuferprojekt ECHORD

Das Bild zeigt Eccerobot, einen Prototypen für neurorobtische Systeme, wie sie zur Überprüfung der im Human Brain Project entwickelten Modelle eingesetzt werden sollen. Bild: TUM
Eccerobot, ein Prototyp für neurorobtische Systeme, wie sie zur Überprüfung der im Human Brain Project entwickelten Modelle eingesetzt werden sollen. Bild: TUM
Das Bild zeigt Eccerobot, einen Prototypen für neurorobtische Systeme, wie sie zur Überprüfung der im Human Brain Project entwickelten Modelle eingesetzt werden sollen. Bild: TUM