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TUM-Historiker gestalten Inhalte für neues Denkmal

Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie

Visualisierung des neuen Gedenkortes für die Opfer der NS-Euthanasie (Bild: Ursula Wilms)
Visualisierung des neuen Gedenkortes für die Opfer der NS-Euthanasie (Bild: Ursula Wilms)

Forschung

Eine transparente, hellblaue Glaswand wird künftig an der Berliner Tiergartenstraße 4 an die Opfer der NS-Euthanasie erinnern. Gestern wurde der Bau im Rahmen einer Feierstunde offiziell begonnen. Für die Gestaltung der Inhalte zeichnen Wissenschaftler des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München verantwortlich.


Der Deutsche Bundestag hat im November 2011 beschlossen, die Gedenkplatte an der Berliner Tiergartenstraße 4 für die Opfer der NS-Euthanasie aufzuwerten und am historischen Ort der Planung und Organisation der „Aktion T4“ über die nationalsozialistischen Krankenmorde, Zwangssterilisationen und andere damit zusammenhängende Verbrechen zu informieren. Dabei sollen bis heute bestehende Defizite in der Aufarbeitung der Thematik, insbesondere in der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Opfer, aufgegriffen werden.

Gedenkort ist Täterort

Das Besondere an diesem Gedenkort ist, dass er an einem authentischen Täterort errichtet wird. In der Tiergartenstraße 4 befand sich von April 1940 bis August 1941 die koordinierende Dienststelle, die mit der sogenannten „Aktion T4“ die Massenmorde an Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten organisierte. Ihm fielen bis Kriegsende dreihunderttausend wehrlose kranke Menschen zum Opfer.

Informationstexte in verständlicher Sprache

Wissenschaftler der TU München haben im Rahmen des Transferprojekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Erinnern heißt gedenken und informieren: Die nationalsozialistische „Euthanasie“ und der historische Ort Berliner Tiergartenstraße 4“ die Informationen über die NS-Euthanasie aufbereitet. Kurze Texte in leicht verständlicher Sprache werden an der Gedenkstätte, in einem Katalog und im Internet über die Morde informieren. Dabei geht es nicht nur um das Leid der Opfer, sondern auch die Rolle der Täter – in erster Linie Ärzte.


Kontakt:
Dr. med. Gerrit Hohendorf
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Technischen Universität München
Klinikum rechts der Isar
Ismaninger Str. 22
81675 München
T: +49 89 4140-4043
W: www.gesch.med.tum.de