Erneuter Internationalisierungserfolg

TUM erhält Humboldt-Professur für MIT-Spitzenforscher

Prof. Andreas S. Schulz
Prof. Andreas S. Schulz entwickelt Modelle, die komplexe Entscheidungen unterstützen. (Bild: Ulrich Dahl / TU Berlin)

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Die Alexander von Humboldt-Stiftung verleiht dem Mathematiker Prof. Andreas S. Schulz eine Alexander von Humboldt-Professur an der Technischen Universität München (TUM). Schulz, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) forscht, gehört weltweit zu den  renommiertesten Wissenschaftlern auf dem Gebiet Operations Research. Mit seiner Berufung setzt die TUM die Gründung eines interdisziplinären Forschungszentrums zwischen der Mathematik und den Wirtschaftswissenschaften in Gang.

Prof. Andreas S. Schulz (44) gilt als Koryphäe in Operations Research. Dieser interdisziplinäre Forschungszweig entwickelt quantitative Modelle und Verfahren, die Entscheidungen bei komplexen ökonomischen, technischen und sozialen Fragestellungen unterstützen.

Schulz forscht zur diskreten Optimierung, einem Teilgebiet der Angewandten Mathematik, das sich mit dem Entwurf mathematischer Algorithmen zur Bestimmung einer bestmöglichen Lösung aus einer oftmals exponentiell großen Menge an zulässigen Lösungen beschäftigt. Neben seinen bahnbrechenden theoretischen Beiträgen zu grundlegenden Konzepten hat Schulz auch in den Anwendungen entscheidende Lösungen entwickelt, etwa in den Bereichen Produktionsplanung, Telekommunikationsnetze und Verkehrssteuerung.

Die TUM beruft Prof. Schulz in die Fakultäten Wirtschaftswissenschaften und Mathematik („joint appointment“). Aus dieser Brückenposition soll er das TUM Center for Operations Research aufbauen.

Mit 29 Jahren ans MIT berufen

Andreas S. Schulz forscht seit 1998 am Operations Research Center und an der Sloan School of Management des MIT.  Zuvor war er wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Mathematik der Technischen Universität Berlin, wo er auch promovierte.  Gastprofessuren nahm er unter anderem an der University of British Columbia, der Universität Maastricht und der ETH Zürich wahr. Schulz wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit einem Humboldt-Forschungspreis, der ihn bereits 2011 zu einem Forschungsaufenthalt an die TUM geführt hatte.

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit 3,5 Millionen Euro für fünf Jahre ausgestattet. Die Stiftung verfolgt mit dem Preis das Ziel, weltweit führende Wissenschaftler nach Deutschland zu holen. 2008 konnte die TUM den Bioinformatiker Prof. Burkhard Rost (Columbia University New York) als Humboldt-Professor gewinnen, 2010 den Nachrichtentechniker Prof. Gerhard Kramer (University of Southern California), 2011 den Wirtschaftsinformatiker Prof. Hans-Arno Jacobsen (University of Toronto) und den Diabetes-Experten Prof. Matthias Tschöp (University of Cincinnati). Die Internationalisierung des Professorenkollegiums ist ein erklärtes Strategieziel der TUM.