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ERC Grants für Wilhelm Auwärter und Thomas Misgeld

TUM deutsche Nummer 1 bei europäischer Forschungsförderung

Dr. Wilhelm Auwärter und Prof. Thomas Misgeld
Dr. Wilhelm Auwärter und Prof. Thomas Misgeld (v.l.) werden mit je zwei Millionen Euro gefördert. (Bilder: A. Eckert / TUM)

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Unter den deutschen Hochschulen hat die Technische Universität München (TUM) mit mehr als 130 Millionen Euro die größte Fördermittelsumme aus dem gerade ausgelaufenen 7. Forschungsrahmenprogramm der EU eingeworben. Der jüngste Erfolg: Zwei Wissenschaftler erhalten ERC Consolidator Grants, die mit jeweils rund zwei Millionen Euro dotiert sind. Dr. Wilhelm Auwärter vom Physik-Department entwickelt Modellsysteme auf Oberflächen im Nanobereich, Prof. Thomas Misgeld vom Institut für Zellbiologie des Nervensystems untersucht Degenerationen von Nervenfasern.

Die Forschungsrahmenprogramme bündeln die Forschungsförderaktivitäten der Europäischen Union. Das 7. Forschungsrahmenprogramm war für den Zeitraum von 2007 bis 2013 ausgelegt. Nach einer Auswertung der Bayerischen Forschungsallianz GmbH konnte die TUM rund 130 Millionen Euro einwerben – so viel wie keine andere deutsche Hochschule (Stand: Juni 2013), gefolgt von der LMU München (rd. 108 Millionen Euro), dem Karlsruher Institut für Technologie (rd. 102 Millionen Euro) und der Universität Heidelberg (rd. 88 Millionen Euro).

Ein bedeutender Teil der Rahmenprogramme sind die vom Europäischen Forschungsrat vergebenen ERC Grants für herausragende Wissenschaftler. Mit den Consolidator Grants hat der Forschungsrat 2013 eine neue Kategorie geschaffen. Er vergibt sie an Wissenschaftler, die nach ihrer Promotion bereits mehrere Jahre Forschungserfahrung mit vielversprechenden Erfolgen vorweisen können. Von etwa 3.600 eingereichten Projektideen hat der Rat 312 zur Förderung ausgewählt, darunter die Projekte der TUM-Wissenschaftler Dr. Wilhelm Auwärter und Prof. Thomas Misgeld.

Sechs ERC Grants im Jar 2013

Dr. Wilhelm Auwärter entwickelt nanoskalige Modellsysteme auf atomar maßgeschneiderten Oberflächen, um damit Einzelmolekülprozesse und die Selbstorganisation supramolekularer Strukturen kontrollieren und untersuchen zu können. Bei der Nutzung ultra-dünner, strukturierter Schichten aus Bornitrid als Substrat hat er Pionierarbeit geleistet. Seine Forschung ist inspiriert von der Chemie des Lebens die zeigt, welch vielfältige Funktionen ein einfacher Satz molekularer Bausteine erfüllen kann.

Das Ziel seiner Arbeit ist es, neue Möglichkeiten zu schaffen, um elektrische, magnetische und optoelektronische Eigenschaften von Materie auf molekularer Ebene zu optimieren. Entdeckungen an dieser Schnittstelle von Oberflächenchemie, Supramolekularer Chemie und Materialforschung könnten den Weg zu neuen molekularen Sensoren und Schaltern, Katalysatoren und Nano-Elektronik ebnen. Auwärter war Fellow des TUM Institute for Advanced Study und ist Mitglied im Exzellenzcluster Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP).

Prof. Thomas Misgeld untersucht die zellbiologischen und molekularen Mechanismen der Degeneration von Axonen. Axone sind "Nervenfasern", das heißt Fortsätze von Nervenzellen, die Impulse von einer Nervenzelle zur nächsten weiterleiten. Die Axondegeneration ist Teil der natürlichen Entwicklung des Nervensystems – zugleich sind solche Vorgänge aber auch an diversen neurologischen Erkrankungen beteiligt.

Misgeld und seine Arbeitsgruppe haben in den vergangenen Jahren neue Bildgebungstechniken entwickelt, um Veränderungen in der Struktur und Funktion von Axonen in vivo messbar zu machen. Diese Methoden wollen sie nun zur mechanistischen Untersuchung der Axondegeneration einsetzen. Der Neurobiologe Misgeld war Fellow des TUM Institute for Advanced Study  und ist Ko-Sprecher des Exzellenzclusters Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy).

Bereits im Juni 2013 hat der Europäische Forschungsrat vier ERC Starting Grants an Nachwuchsforscherinnen und -forscher der TUM vergeben. Gefördert werden Dr. Olaf Groß vom Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Prof. Sandra Hirche vom Lehrstuhl für Informationstechnische Regelung, Dr. Zeynep Ökten vom Lehrstuhl für Biophysik und PD Dr. Björn Schuller vom Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Kommunikation.

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