Bayerisches Zentrum für Digitalisierung soll Forschung und Wirtschaft fördern

Prof. Manfred Broy wird Gründungspräsident des Zentrum Digitalisierung.Bayern

Prof. Manfred Broy
Prof. Manfred Broy (Foto: Eckert / TUM)

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Manfred Broy, Informatik-Professor der TU München, wird Gründungspräsident des Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B). Dies gaben Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle heute bekannt. Das Zentrum soll als Plattform für Forschung, Kooperation und Gründung dienen.

Das Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B), das in Garching entstehen soll, wird Plattformen zu Schlüsselthemen der Digitalisierung aufbauen, teilten Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle mit. Die Plattformen sollen als Bindeglied zwischen Hochschulforschung, außeruniversitärer Forschung und industrieller Entwicklung dienen. Zunächst seien die Themen „IT-Sicherheit“, „Digitalisierte Produktion“, und „Vernetzte Mobilität“ vorgesehen. „Digitale Medizin/Gesundheit“ und „Digitalisierung im Energiebereich“ sollen folgen.

Außerdem will die Staatsregierung je zehn neue Professuren an den Universitäten und den Hochschulen für angewandte Wissenschaften schaffen. Das Gesamtvolumen der geplanten Maßnahmen beläuft sich auf knapp 116 Millionen Euro im Zeitraum von 2015 bis 2019.

Renommierter Softwareexperte der TUM

Als Gründungspräsidenten des Zentrum Digitalisierung.Bayern stellten die Minister Prof. Manfred Broy vor, Inhaber des Lehrstuhls Software & Systems Engineering der Fakultät für Informatik an der Technischen Universität München (TUM). Er forscht auf dem Gebiet der Modellierung und Entwicklung komplexer softwareintensiver Systeme.

Broy wurde 1983 zum ordentlichen Professor für Informatik an der Universität Passau ernannt und war Gründungsdekan der dortigen Fakultät für Mathematik und Informatik. Seit 1989 forscht und lehrt er an der TUM, wo er Gründungsdekan der Fakultät für Informatik war (1992). Broy ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina, der acatech, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Gesellschaft für Informatik. Er veröffentlichte über 350 wissenschaftliche Publikationen.

Auf dem Weg zur digitalen Universität

Die TUM befindet sich auf dem Weg zu einer digitalen Universität, was bedeutet, dass die Digitalisierung Forschung und Lehre in allen Disziplinen verändert. Zugleich erforschen die Wissenschaftler wichtige Aspekte digitaler Technologie von den Grundlagen der Informatik über Anwendungen etwa im Bereich Bioinformatik, Big Data und IT-Sicherheit bis hin zu den gesellschaftlichen Auswirkungen. Die TUM bildet Studierende interdisziplinär für die Arbeit mit Informationstechnik aus und fördert Ausgründungen, die aus Forschungserkenntnissen neue Technologien entwickeln.

Mehr Informationen:
Prof. Manfred Broy

TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann: "Digitalization as a Means of Economic and Social Empowerment", Faszination Forschung 15/ 2014