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Zentrum Digitalisierung.Bayern: Auftaktveranstaltung in Garching

Digitaler Aufbruch in Bayern startet an der TUM

Interaktives Planen am 3D-Planungstisch.
Interaktives Planen am 3D-Planungstisch. (Bild: Astrid Eckert / TUM)

Campus

Der digitale Wandel schreitet voran. Die Bayerische Staatsregierung hat daher das Zentrum Digitalisierung.Bayern ins Leben gerufen, dessen Auftakt am Campus Garching der Technischen Universität München (TUM) begangen wird. Gründungspräsident und Geschäftsführer ist Manfred Broy, Informatikprofessor an der TUM. Aufgrund ihrer hohen Kompetenz auf dem Gebiet der Digitalisierung strebt die TUM eine enge Zusammenarbeit an.

Das Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B) der Staatsregierung hat viele Berührungspunkte mit der Technischen Universität München (TUM). So wurde als Ort der Auftaktveranstaltung die Fakultät für Informatik auf dem Forschungscampus Garching gewählt. In Garching wird auch der Sitz des ZD.B sein. Gründungspräsident und einer der beiden Geschäftsführer ist Prof. Manfred Broy, Informatikprofessor an der TUM. Er erklärt: "Der digitale Wandel bietet enorme Chancen, aber auch Herausforderungen für Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Das ZD.B hat die Aufgabe, die vielfältigen Aktivitäten in Bayern zu verstärken und zu vernetzen."

Auch der Zukunftsrat der bayerischen Wirtschaft hatte die Digitalisierung als "zentrale Treiberin für praktisch alle technischen Innovationen und gesellschaftliche Veränderungen" bezeichnet und die Wichtigkeit der Vernetzung des neuen Zentrums mit der Wirtschaft betont.

Spitzenforschung an der TUM

Das ZD.B wird Plattformen zu Schlüsselthemen der Digitalisierung aufbauen. Die Themen umfassen "Digitale Produktion", "Vernetzte Mobilität", "Digitale Medizin/Gesundheit", "Digitalisierung im Energiebereich", "IT-Sicherheit" und "Bildung und Kultur". Diese Bereiche sind in Forschung und Lehre an der TUM vertreten.

Eine führende Expertin auf dem Gebiet "Industrie 4.0" ist Prof. Birgit Vogel-Heuser von der Fakultät für Maschinenwesen. Sie forscht an der Entwicklung intelligenter Eingebetteter Systeme in mechatronischen Produkten und Produktionsanlagen. Ziel ist es, die Qualität der Produkte und die Effizienz und Durchgängigkeit im Engineering, aber auch die Verfügbarkeit im Betrieb zu verbessern.

Prof. Claudia Eckert von der Fakultät für Informatik ist eine Fachfrau im Bereich Sicherheit in der Informatik. Eckert ist außerdem Direktorin der Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC). Als führende Expertin auf dem Gebiet der IT-Sicherheit berät sie Unternehmen, Wirtschaftsverbände sowie mehrere Bundesministerien.

Unter den handverlesenen Ausstellern der Auftaktveranstaltung des ZD.B befinden sich von der TUM
•    das Leonard Obermeyer Center (LOC) sowie
•    der Lehrstuhl für Echtzeitsyteme und Robotik.

Das Leonard Obermeyer Center forscht an neuen Möglichkeiten des digitalen Planen und Bauens. Durch eine genauere Datengrundlage könnten etwa die Einhaltung der Zeitpläne, Kosten und Risiken beim Bau besser eingeschätzt werden. Die dreidimensionale Planung und Repräsentation von Bauwerken sorgt außerdem für eine bessere Transparenz und Genauigkeit bei der Planung. Interaktive Mensch-Computer-Schnittstellen bieten während der Planung direktes Feedback durch Analysen und Simulation. Die Wissenschaftler werden dies am 3D-Planungstisch live demonstrieren.

Der humanoide Roboter "Roboy" vertritt den Lehrstuhl für Echtzeitsysteme und Robotik. Er "hilft" auch bei der Registrierung der Gäste. Anatomisch gleicht "Roboy" in vieler Hinsicht einem Menschen. Durch künstliche Sehnen und Gelenke ähneln seine Bewegungen den unseren. Bald sollen Roboter, darunter auch "Roboy", sich aber nicht nur wie Menschen bewegen, sondern auch so denken. Diese Forschung ist Teil des "Human Brain Project" der EU. Der Lehrstuhl leitet hier das Teilprojekt "Neurorobotics", in dem Gehirnmodelle für Roboter entwickelt und getestet werden.   
 
Die TUM befindet sich auf dem Weg zu einer digitalen Universität, was bedeutet, dass die Digitalisierung Forschung und Lehre in allen Disziplinen verändert. Zugleich erforschen die Wissenschaftler wichtige Aspekte digitaler Technologie von den Grundlagen der Informatik über Anwendungen etwa im Bereich Bioinformatik, Big Data und IT-Sicherheit bis hin zu den gesellschaftlichen Auswirkungen. Die TUM bildet Studierende interdisziplinär für die Arbeit mit Informationstechnik aus und fördert Ausgründungen, die aus Forschungserkenntnissen neue Technologien entwickeln. Vor diesem Hintergrund strebt die TUM eine enge Zusammenarbeit mit dem ZD.B an.

Weiterführende Informationen:

TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann: "Digitalization as a Means of Economic and Social Empowerment", Faszination Forschung 15/ 2014

Zentrum Digitalisierung.Bayern auf den Seiten des Bayerischen Wirtschaftsministeriums