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Eugénia da Conceição-Heldt neue Reformrektorin der HfP

Hochschule für Politik München startklar

Die künftige Rektorin der HfP, Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, mit TUM-Präsident Herrmann, der HfP-Beauftragten Keidel, HfP-Verwaltungsdirektorin Höfer-Weichselbaumer und den Mitgliedern des Reformbeirats.
Die künftige Rektorin der HfP, Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, (4.v.r.) mit TUM-Präsident Herrmann (3.v.r.), der HfP-Beauftragten Keidel (2.v.r.), HfP-Verwaltungsdirektorin Höfer-Weichselbaumer (l.) und den Mitgliedern des Reformbeirats. (Bild: Heddergott / TUM)

Campus

Die Technische Universität München (TUM) hat sieben Persönlichkeiten auf die neuen Professuren für die Hochschule für Politik München (HfP) berufen. Zu ihnen gehört Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, die vom Reformbeirat zum 1. Juli 2016 als Rektorin bestellt wurde. Die TUM ist seit 2014 Trägeruniversität der HfP. Mitte Mai startet die Bewerbungsphase für den neuen Bachelorstudiengang Politikwissenschaft.

„Wir haben die Hochschule für Politik in Rekordzeit neu aufgestellt, der Landtag hat sie mit umfangreichen Ressourcen ausgestattet“, sagt Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM und kommissarischer Reformrektor der HfP. „Mit international erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wird die HfP künftig in Forschung, Lehre und Politikberatung deutliche Akzente zu den politischen Veränderungen in Zeiten des tiefgreifenden technologischen und gesellschaftlichen Wandels setzen.“

„Für die HfP beginnt mit der Berufung der neuen Rektorin und der weiteren sechs Professorinnen und Professoren eine neue Ära“, freut sich der Landtagsabgeordnete Markus Blume als Vorsitzender des Reformbeirats nach der entscheidenden Sitzung. „Die Früchte der fraktionsübergreifenden Arbeit im Bayerischen Landtag zur Neuaufstellung der HfP können jetzt geerntet werden: Es entsteht eine in Deutschland einzigartige politikwissenschaftliche Einrichtung – mit eigener Top-Ausstattung und in fantastischer Symbiose mit der Exzellenzuniversität TUM.“

Nachdem der Bayerische Landtag der TUM die Trägerschaft für die Hochschule für Politik München übertragen hatte, trat das neue HfP-Gesetz am 1. Dezember 2014 in Kraft. Das wichtigste Reformziel ist die Ausrichtung auf die Wechselwirkungen zwischen technischem Fortschritt, gesellschaftlichem Wandel und politischem Handeln. Dafür wurden nun sieben neue Professuren eingerichtet. Die Auswahl erfolgte durch eine Berufungskommission, der Politik-, Technik- und Sozialwissenschaftler von Rang angehörten.

  • Lehrstuhl für European and Global Governance / Reformrektorin der HfP:
    Prof. Dr. Eugénia da Conceição-Heldt kommt von der Technischen Universität Dresden, wo sie den Lehrstuhl für Internationale Politik innehatte und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft war. Zuvor forschte sie u.a. an der Harvard University und der Freien Universität Berlin. Conceição-Heldt arbeitet auf den Feldern der internationalen Beziehungen, der europäischen Integration und der internationalen politischen Ökonomie. 2010 erhielt sie ein Heisenberg-Stipendium der DFG, 2012 einen mit 1,3 Millionen Euro dotierten Forschungspreis des European Research Council (ERC).

  • Lehrstuhl für International Relations:
    Prof. Tim Büthe Ph.D. kommt vom Department of Political Science der renommierten US-amerikanischen Duke University. Zuvor forschte er u.a. an der Harvard University, der Stanford University und der Columbia University. Büthes Arbeiten konzentrieren sich auf die Rolle von Institutionen in der internationalen politischen Ökonomie und auf die Regulierungspolitik. So erforscht er u.a. die politischen und volkswirtschaftlichen Einflüsse von technischen Normungen.
  • Professur für Political Data Science:
    Privatdozent Dr. Simon Hegelich hat als Geschäftsführer das interdisziplinäre Forschungskolleg „Shaping the Future FoKoS“ an der Universität Siegen geleitet. In seiner Forschung verbindet er die Politik- und Computerwissenschaften zur Politischen Datenwissenschaft und untersucht dabei u.a. die politische Relevanz von Social-Media-Phänomenen. Gleichzeitig analysiert er klassische Fragen mit Methoden wie dem Data Mining.
  • Professur für Political Philosophy and Theory:
    Dr. Lisa Herzog arbeitet am Institut für Sozialforschung und im Exzellenzcluster „Normative Orders“ der Universität Frankfurt. Zuvor forschte sie u.a. am Center for Ethics in Society der Stanford University, an der Universität St. Gallen und der Oxford University. Herzog arbeitet an der Schnittstelle von Philosophie, Politik und Ökonomie. Dabei befasst sie sich u.a. mit normativen Aspekten der Marktwirtschaft.
  • Professur für Computational Social Science and Big Data:
    Prof. Dr. Jürgen Pfeffer war zuletzt am Institute for Software Research der renommierten US-amerikanischen Carnegie Mellon University in Pittsburgh tätig. Zuvor promovierte er an der Technischen Universität Wien und arbeitete in Beratungsunternehmen. Pfeffers Forschung befasst sich mit der Analyse großer und dynamischer sozialer, politischer und wirtschaftlicher Systeme. Dabei greift er die aktuelle Big-Data-Thematik im Kontext der gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung auf.
  • Lehrstuhl für Environmental and Climate Policy:
    Prof. Miranda Schreurs Ph.D. ist bislang Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, wo sie auch das Forschungszentrum für Umweltpolitik leitet. Zuvor arbeitete sie als Associate Professor an der University of Maryland. Schreurs ist Mitglied mehrerer Politikberatungsgremien in Deutschland, u.a. auf Bundesebene, sowie in China. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Umwelt- und Energiepolitik, insbesondere in Zusammenhang mit dem Klimawandel.
  • Professur für Policy Analysis:
    Prof. Dr. Stefan Wurster hat eine Juniorprofessur für Politikwissenschaft an der Universität Trier inne. Zuvor forschte er an der Universität Heidelberg, wo er am Institut für Politische Wissenschaft das Promotionskolleg „Politikperformanz autokratischer und demokratischer Regime“ koordinierte. Er stammt aus der dortigen Schule des Politikwissenschaftlers Prof. Manfred G. Schmidt. Wurster betreibt Politikfeldanalysen mit dem Fokus auf Bildungs-, Forschungs-, Umwelt- und Energiepolitik. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist der Vergleich von Regimetypen.  

Lehre in der Allianz HfP – TUM

Die sieben Kollegiumsmitglieder werden maßgeblich den neuen Bachelorstudiengang Politikwissenschaft gestalten, der zum Wintersemester 2016/17 startet. Daneben werden auch andere Professuren der TUM Lehrveranstaltungen übernehmen, auch aus den interdisziplinären Querschnittsinstituten Munich Center for Technology in Society (MCTS) und Munich School of Engineering (MSE). Umgekehrt wird das Studium an der TUM um politikwissenschaftliche Aspekte bereichert, da die Neuberufenen auch dort lehren werden.

Technik und Naturwissenschaft im Politikstudium

Der neue Studiengang umfasst die klassischen Teilbereiche der Politikwissenschaft. Zudem erwerben die Studierenden Grundlagenkenntnisse in verwandten Bereichen wie Wirtschaft und Recht. Einzigartig in der politikwissenschaftlichen Ausbildung, wird das neue Studienangebot Themen mit hoher politisch-gesellschaftlicher Relevanz aus dem Fächerportfolio der TUM integrieren, also aus Technik- und Naturwissenschaften sowie aus Lebenswissenschaften und Medizin, wie zum Beispiel Mobilität, Energie, Big Data und Gesundheit. Die Studierenden können Module aus diesen Feldern wählen und so bereits im Grundstudium ihr eigenes Profil entwickeln – wie auch im mehrmonatigen Praxisprojekt, das sie bei einem Politikakteur im In- oder Ausland absolvieren.

Der Studiengang kann in Voll- oder Teilzeit und damit auch besonders gut berufsbegleitend studiert werden. Der Bewerbungszeit beginnt am 15. Mai 2016. Vor der Zulassung findet ein Auswahlverfahren statt. Auf dem Bachelor aufbauend wird die HfP Master- und weiterbildende Studiengänge konzipieren.

„Technologie spielt bedeutende Rolle in nahezu allen Politikfeldern“

„Die rasante Technikentwicklung hat dazu geführt, dass technologische Fragen heute in nahezu allen Politikfeldern eine bedeutende, oft entscheidende Rolle spielen“, sagt TUM-Präsident Herrmann. „Sei es die Bewertung bestimmter Technologien in der Energie- und Umweltpolitik, seien es die Folgen der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Datenanalyse oder die neuen Formen politischer Partizipation durch digitale Medien. Mit dem fächerübergreifenden Charakter des Studiengangs wollen wir die Absolventen in die Lage versetzen, die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Politik und Technologie zu analysieren und die politischen Rahmenbedingungen dieser Felder zu gestalten.“

Neue Adresse: Brienner Forum

Die Neuaufstellung der HfP hat zu einem erheblichen Platzbedarf geführt, zumal die neuberufenen Professorinnen und Professoren umfangreiche Forschungsprojekte und damit auch wissenschaftliche Mitarbeiter nach München bringen. Als Hochschuladresse ist das „Brienner Forum“ in unmittelbarer Nähe zum Münchner Stammgelände der TUM gesetzt. Zunächst stehen ab Mitte dieses Jahres 4500 Quadratmeter Nutzfläche für Forschung und Lehre zur Verfügung.

Mehr Informationen:

Hochschule für Politik München

Bachelorstudiengang Politikwissenschaft