Nach dem Modell der Hochschule für Politik München:

Straubing wird Hochschule in Trägerschaft der TUM

Frau im Labor
Das Studienangebot in Straubing wird erweitert, zum Beispiel um die "weiße" Biotechnologie. (Bild: Kurt Fuchs / TUM)

Campus

Das Wissenschaftszentrum für Nachwachsende Rohstoffe wird in die „Hochschule Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit“ umgewandelt und ausgebaut. Die Trägerschaft der Hochschule übernimmt die Technische Universität München (TUM). Das hat der Bayerische Ministerrat auf Vorschlag von Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle am 28. Juli beschlossen. Die Staatsregierung folgt damit dem Modell der Hochschule für Politik München (HfP), die als Körperschaft des öffentlichen Rechts der TUM angegliedert ist.

Die Strukturentscheidung trägt der Entwicklung des Wissenschaftsstandorts Straubing Rechnung, der seit seiner Gründung im Jahre 2001 als Forschungszentrum auch einen akademischen Lehrbetrieb aufgenommen hat. Um die beiden Ansprüche in ein inhaltlich und organisatorisch kohärentes Gesamtkonzept zu binden, erscheint der Hochschulstatus als logischer Schritt. Gleichzeitig wird das Lehr- und Forschungsportfolio über das Kernthema der Nachwachsenden Rohstoffe hinaus erweitert, was im Namen der „Hochschule Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit“ zum Ausdruck kommt.

„Engagement von Land und Stadt ermutigt die TUM“

TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann begrüßte den Kabinettsbeschluss: „Wir sind bereit, als künftige Trägeruniversität die Verantwortung für Straubing zu übernehmen, zumal wir seinerzeit an der Gründung des Wissenschaftszentrums und seither an seiner Ausgestaltung maßgeblich beteiligt waren und Ressourcen bereitgestellt haben. Das fortlaufende Engagement der Staatsregierung und des Landtags ermutigt uns, das Strukturmodell der Hochschule für Politik München nun auch auf Straubing anzuwenden. Die Stadt hat über Jahre hinweg mit ihren außergewöhnlichen substanziellen Beiträgen den Nachweis erbracht, dass sie das Zeug zu einem Hochschulstandort hat.“

Das Trägerschaftsmodell ist durch ein Landesgesetz zu regeln. Bei der HfP beanspruchte dieser Prozess weniger als eine halbes Jahr. Als Kooperationspartner ist die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf gesetzt, die an der Seite der TUM am Aufbau des Wissenschaftszentrums Straubing von Anfang an beteiligt war. Präsident Herrmann geht davon aus, dass das Gesetz wie bei der HfP auf eine schlanke Organisationsstruktur mit klaren Zuständigkeiten setzt (Rektor, Senat, Hochschulrat).

Weiße Biotechnologie verbindet Technologie und Nachhaltigkeit

Als Neuerung im Lehrprogramm wird der Bachelor-Studiengang „Industrielle Biotechnologie“ konzipiert, der zum Wintersemester 2017/18 starten soll. „Die industrielle oder ,weiße’ Biotechnologie verbindet den technologischen Fortschritt mit dem Nachhaltigkeitsziel“, sagte Herrmann. „Hier geht es um neue Verfahren, die chemische Produkte mithilfe von natürlichen oder naturidentischen Katalysatoren gewinnen, möglichst aus natürlichen (biogenen) Rohstoffen. Für diesen Sektor der Chemiewirtschaft fehlen massenweise Fachkräfte, und deshalb werden wir in Straubing in diese Ausbildungslücke stoßen.“

Ebenfalls in Vorbereitung ist der Bachelor-Studiengang „Bio-Ökonomik und nachhaltige Innovation“, an dem u.a. die TUM School of Management beteiligt sein wird.

Mehr Informationen:

Wissenschaftszentrum Straubing