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TUM School of Governance: Königsweg einer neuen Politikwissenschaft

Das Technische ist politisch

ein Teil des Fakultätsteams mit TUM-Präsident Herrmann und Abgeordneten des Landtags.
Willkommen an der TUM School of Governance: ein Teil des Fakultätsteams mit TUM-Präsident Herrmann (2.v.r.) und Abgeordneten des Landtags. (Bild: Heddergott)

Campus

Die Technische Universität München (TUM) hat eine politikwissenschaftliche Fakultät gegründet: Die TUM School of Governance wird die Politik in der technisierten Gesellschaft erforschen und lehren. Damit setzt die TUM einen weiteren großen Schritt, um die Sozialwissenschaften in den angestammten Sektoren von Natur-, Ingenieur- und Lebenswissenschaften sowie Medizin zur Entfaltung zu bringen.

Die TUM School of Governance wurde auf Beschluss des Hochschulrats und mit Zustimmung des Bayerischen Wissenschaftsministeriums eingerichtet. Sie besteht aus elf Gründungsprofessuren, die alle klassischen Teildisziplinen der Politikwissenschaft abbilden. Dazu zählen sieben neu geschaffene Professuren sowie gesellschaftswissenschaftliche Professuren, die aus anderen Fakultäten der TUM in die neue Fakultät wechseln.

Das besondere Profil der TUM School of Governance: Die gesamte Forschungsprogrammatik der Fakultät ist auf die Interdependenzen von technischem Fortschritt und politischen Prozessen ausgerichtet. Beispiele sind der internationale Vergleich der Politik zu neuen Energietechnologien, der Einfluss von Social-Media-Robotern auf die politische Willensbildung und der regulierungspolitische Rahmen für technische Normen. Die empirischen Forschungsansätze greifen auf die digitalen Technologien zurück, die an der TUM variantenreich verfügbar sind.

„Die konsequente Ausrichtung unserer Politikwissenschaft auf die Herausforderungen der technisierten Gesellschaft ist eine internationale Rarität“, sagt Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM, und nennt dabei das Georgia Institute of Technology in den USA. „Es ist dringend geboten, dass die Politikwissenschaft diese Fragen nicht nur in einer Nische beleuchtet, sondern in großer Dimension und im unmittelbaren Austausch mit den Ingenieurwissenschaften. Denn der rasant zunehmende Einfluss neuer Technologien auf unser aller Leben hat dazu geführt, dass technologische Fragen in praktisch allen Politikfeldern von einem Randthema zur entscheidenden Größe geworden sind.“

Politikstudierende lernen Ingenieurwissenschaften

Deshalb macht sich die TUM School of Governance auf den Weg, die künftigen Akteure in Politik, Verwaltung und Medien mit technologischen Kompetenzen auszustatten. Hierauf ist der anspruchsvolle neue Bachelorstudiengang Politikwissenschaft zugeschnitten, der bei den Studierenden eine ausgeprägte Technikaffinität voraussetzt. Um eine niveauvolle Ausbildung sicherzustellen, wurden aus mehr als 200 Bewerbungen des ersten Durchgangs rund 80 Studierende per Eignungsfeststellung zugelassen. Masterstudiengänge sind in Planung.

Doppelprofessuren TUM / HfP für den thematischen Schulterschluss

Die sieben neuen Kollegiumsmitglieder, die aus 350 überwiegend internationalen Bewerbungen ausgewählt wurden, sind gleichzeitig für die Hochschule für Politik München (HfP) berufen worden. Die HfP besteht als eigene Körperschaft fort, nachdem die TUM 2014 per Gesetz ihre Trägerschaft übernommen hat. Die Doppelmitgliedschaft in TUM und HfP gewährleistet die nahtlose Verbindung der Forschungs- und Lehrprogramme beider Einrichtungen. Die Dekanin der TUM School of Governance, Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, ist in Personalunion Reformrektorin der HfP.

Forschung über Fakultätsgrenzen hinweg

Die TUM School of Governance ist die 14. Fakultät der TUM – und nicht die erste sozialwissenschaftliche Fakultät, die sich auf Lehre und Forschung mit ausgeprägtem Technologiebezug konzentriert: Bereits etabliert ist die erst 2002 gegründete TUM School of Management mit heute 36 Professuren und 4.500 Studierenden. Sie wurde konsequent auf das unverwechselbare Profil „Wirtschaft und Technik“ ausgerichtet.

Um über die Fakultätsgrenzen hinweg den interdisziplinären Rückbezug der Technikwissenschaften auf gesellschaftliche Fragestellungen herzustellen, hat die TUM 2012 das Munich Center for Technology in Society (MCTS) gegründet. Es steht unter der Leitung der Wissenschaftssoziologin Prof. Sabine Maasen. Als Querschnittsinstitut (sogenanntes Integrative Research Center) bringt es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den unterschiedlichen Fachkulturen zusammen und befruchtet den Dialog mit Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft.  

„Wo die Sozialwissenschaften den technologischen Fortschritt unberücksichtigt lassen, können sie ihren Forschungsgegenstand vielfach nur noch fragmentarisch erfassen, womit sie einen erheblichen Teil ihrer Wirkungskraft einbüßen. Und wenn umgekehrt die Ingenieurwissenschaften an der Gesellschaft vorbeigehen, werden sie keine neuen Werte schaffen“, ist Präsident Herrmann überzeugt. „Deshalb sieht die TUM im integrativen Lehr- und Forschungskonzept den Königsweg.“

Inauguration im Bayerischen Landtag

Die Hochschule für Politik München (HfP) wird gemeinsam mit der korrespondierenden neuen Fakultät TUM School of Governance am morgigen 13. Oktober im Bayerischen Landtag mit einem Festakt inauguriert.

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