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Dies academicus: Akademische Jahresfeier 2016

Ein Jahr im Zeichen des Wachstums

TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann
„2016 war ein gutes Jahr für die TUM“, sagte Präsident Wolfgang A. Herrmann beim Dies academicus. (Bild: U. Benz / TUM)

Campus

Eine neue Fakultät, die Eröffnung des Akademiezentrums Raitenhaslach, Rekorde bei den Studierendenzahlen, zahlreiche Auszeichnungen für wissenschaftliche Leistungen, große Stiftungszuwendungen und zahlreiche Neubauten. Auf der Akademischen Jahresfeier bewertete TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann 2016 als ein gutes Jahr für die Technische Universität München (TUM).

Zum 1. Januar 2017 startet die School of Governance als 14. Fakultät. „Der technische Fortschritt hat sich durch die digitalen Technologien nochmals beschleunigt, so dass er umso unmittelbarer und prägender auf die Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft einwirkt“, sagte Wolfgang A. Herrmann in seiner Ansprache. „Es liegt es in der Verantwortung einer Technischen Universität, auch die politische und soziale Bedeutung des rasanten technischen Wandels zu erforschen.“ Die Festrede zum Thema „Politikwissenschaft an der TUM – warum?“ hielt Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, Rektorin der Hochschule für Politik München (HfP) und Dekanin der neugeschaffenen Fakultät.

Das Akademiezentrum Raitenhaslach

Nach zehnjähriger Planungs- und Restaurierungsarbeit wurde Anfang Juni das TUM-Akademiezentrum Raitenhaslach eröffnet. Beim Festakt mit Ministerpräsident Horst Seehofer und einem Pontifikalgottesdienst mit Bischof Dr. Stefan Oster übergab die Stadt Burghausen das historische Kloster an der Salzach seiner neuen Bestimmung in die Hände der TUM. Mithilfe von Architekten, Bauingenieure und Denkmalforschern der TUM ist aus dem spätbarocken Bau ein Ort der Begegnung geworden. Bei Tagungen, Workshops und Klausuren im Festsaal und den zahlreichen Seminarräumen treffen sich regelmäßig Wissenschaftler und Studierende. „Das Tagungszentrum ist ein Bekenntnis der TU München zu ihrer bayerischen Heimat“, fasste TUM-Präsident Herrmann das Projekt zusammen.

Zahlreiche Bauprojekte

Das Jahr 2016 war für die Technische Universität München in vielerlei Hinsicht durch Wachstum geprägt. So sind erstmals 40.000 Studierende an der TUM eingeschrieben. Damit ist sie die zweitgrößte Universität in Bayern. Ein sichtbares Zeichen des Wachstums sind zahlreiche Neubauprojekte in verschiedenen Phasen der Fertigstellung. So wurde auf dem Campus in Garching im Mai 2016 das Zentralinstitut für Katalyseforschung eröffnet. Dort wird an neuen Methoden für die energie- und ressourcenschonende Produktion von chemischen Grundstoffen, Feinchemikalien und pharmazeutischen Produkten geforscht. Für interdisziplinäre Forschung stehen auch das „TUM Center for Functional Protein Assemblies (CPA)“ (im Bau) und das Zentrum für Translationale Krebsforschung „TranslaTUM“ (kurz vor der Fertigstellung).

Auch die Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie für Physik werden in den kommenden Jahren neue Gebäude auf dem Garchinger Campus beziehen. Neubauten gibt es aber nicht nur für Forschung und Lehre. Im Rahmen des Projekts „StudiTUM“ baut die TUM aus eigenen Ressourcen für ihre Studierenden drei Häuser für fakultätsübergreifende Projekte und kulturelle Aktivitäten, aber auch einen Hörsaalkomplex in Garching zur Entlastung des Unterrichtsbetriebs.

Wissenschaftliche Erfolge

In den renommierten internationalen Rankings wurde die TUM auch 2016 unter den besten drei deutschen Universitäten aufgeführt. Im Shanghai-Ranking und dem QS World University Ranking steht sie in Deutschland auf Platz 1. Das Global University Employability Ranking, für das rund 6.000 Manager in 20 Ländern befragt wurden, sieht die TUM bei der Qualität der Absolventinnen und Absolventen sogar unter den Top 10 weltweit.

Die wissenschaftlichen Leistungen drücken sich in mehreren Forschungspreisen des Europäischen Wissenschaftsrats („ERC-Grants“) aus, wie auch im Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für den jungen Informatikprofessor Daniel Cremers. 2016 wurden zudem verschiedene große Forschungskooperationen ins Leben gerufen.  So bewilligte die DFG soeben den neuen Sonderforschungsbereich „Neutrinos und Dunkle Materie in der Astro- und Teilchenphysik“ unter der Leitung von Elisa Resconi, Professorin für Experimentalphysik.

Als herausragenden Erfolg nannte der Präsident das paneuropäische Netzwerkprojekt „EIT Food“: Ein Konsortium von 50 Partnern aus 13 Ländern unter Führung der TUM wird erforschen, wie die Menschen in Europa zukünftig mit sicheren und nachhaltig produzierten Lebensmitteln versorgt werden können. Das bisher größte Verbundprojekt am Standort Freising ist auf zunächst sieben Jahre angelegt und mit rund 400 Millionen Euro dotiert.

Auszeichnungen

Im Umfeld der akademischen Jahresfeier erfolgen zahlreiche Auszeichungen für besondere Verdienste.

Ehrensenatorenwürde

Uta und Roland Lacher nahmen als erstes Ehepaar in der Geschichte der TUM die Ehrensenatorenwürde in Empfang. Das Unternehmerpaar gehört zu den prominentesten Mitgliedern der TUM Universitätsstiftung. Nach seinem Maschinenbau-Studium an der TUM und verschiedenen beruflichen Stationen gründete der Diplom-Ingenieur Roland Lacher 1995 das Unternehmen SINGULUS TECHNOLOGIES, das damals mit einem weltweit einzigartigen Verfahren DVD und Blue-ray-Discs herstellte. Der bald darauf folgende Börsengang machte SINGULUS TECHNOLOGIES zu einem der erfolgreichsten deutschen Unternehmen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Ingeborg Pohl wird für ihre vorbildhaften Stiftungsaktivitäten die Würde einer Ehrensenatorin verliehen. Gemeinsam mit ihrem Mann baute sie das Münchener Chemieunternehmen BAYROL zu einem international konkurrenzfähigen Konzern auf. Heute gehört Ingeborg Pohl zu den Persönlichkeiten, die Kunst und Kultur, medizinische und soziale Förderung in München und Umgebung immer wieder unterstützen. Insbesondere in der TUM Universitätsstiftung ist Ingeborg Pohl tatkräftig und mit verschiedenen Projekten engagiert, wie zuletzt im Programm „Buddies for Refugees“.

 

Heinz Maier-Leibnitz-Medaille

Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner, Lehrstuhl für Bodenkunde, wird als Pionierin der modernen Bodenwissenschaften ausgezeichnet.

Prof. Dr. Stephan A. Sieber, Lehrstuhl für Organische Chemie II, erhält die Medaille für seine Arbeiten zu komplexen Wirkmechanismen bioaktiver Naturstoffe in bakteriellen Zellen.

Prof. Dr. Peter Rutschmann und Dipl.-Ing. Albert Sepp vom Lehrstuhl für Wasserbau und Wasserwirtschaft wurden für die Erfindung und Entwicklung des Schachtkraftwerkes geehrt.

 

Karl Max von Bauernfeind-Medaille

Wolfgang Hopfgartner, Ortsheimatpfleger in Raitenhaslach, steht der TUM und der Stadt Burghausen seit vielen Jahren mit seinem Einsatz und seinem Wissen über die Geschichte von Raitenhaslach zur Seite.


Franz M. Wagner
, dem Leiter des Campus-Chors Garching, ist es gelungen, zahlreiche Mitglieder für das Ensemble zu gewinnen. Er arbeitet erfolgreich als Medizinphysiker an der Forschungs-Neutronenquelle FRM-II.

Oberstudiendirektorin Sylke Wischnevsky ist eine wichtige Wegbereiterin des TUM-Kollegs Otto von Taube. Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Gauting können sich mithilfe der TUM auf ein naturwissenschaftliches Studium vorbereiten. Das Kollegmodell hat der Verbundwirkung Gymnasium/Universität eine neue Dimension eröffnet.

Die Redaktion von „Fatum“, einem Magazin der Studierenden des Masterstudiengangs „Wissenschafts- und Technikphilosophie“, nimmt in philosophischer Perspektive Bezug auf aktuelle Entwicklungen in Technik und Gesellschaft.

 

Nachwuchspreise der Johannes B. Ortner-Stiftung

Dr. Fabian Härtl (Wissenschaftszentrum Weihenstephan) für seine Doktorarbeit „Der Einfluss des Holzpreises auf die Konkurrenz zwischen stofflicher und thermischer Holzverwertung: Ein forstbetrieblicher Planungsansatz unter Berücksichtigung von Risikoaspekten“

Dr. Stefan Haslinger (Fakultät für Chemie) für seine Doktorarbeit „Bioinspired Iron N-Heterocyclic Carbene Complexes in C–H Bond Oxidation: Reactivity, Electronic Properties, and Catalytic Activity“

Dr.-Ing. Marco Limberger (Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt) für seine Doktorarbeit „Ionosphärenmodellierung aus GPS Radio-Okkultationen und komplementären Daten basierend auf B-Splines“

Felix Matschke, M.A. (Fakultät für Architektur) für seine Masterarbeit „Kulturhäuser der 1950er in der DDR – Studie und Konzeption einer realistischen Neubelebung des Kulturhauses in Mestlin“

Dr. med. Lina Meißner
(Fakultät für Medizin) für ihre Doktorarbeit „Assessment of kallikrein-related peptidases 4 and 6 (KLK4 and KLK6) as candidate biomarkers in prostate and ovarian cancer“.

Dr. Daniel Urban (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften) für seine Doktorarbeit „Three Essays on Corporate Boards around the World“.