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Dies Academicus 2004 der TU München

Verleihung der Heinz Maier-Leibnitz-Medaille

Die Heinz Maier-Leibnitz-Medaille erhalten Persönlichkeiten, die sich um Forschung und Lehre an der Universität verdient gemacht haben. (Bild: Uli Benz/TUM)

Forschung

Auf der Akademischen Jahresfeier der TU München am 2. Dezember 2004 werden in diesem Jahr die Professoren Georg Färber, Arne Skerra und Albrecht Struppler sowie Professorin Anna-Elisabeth Trappe ausgezeichnet. Der Preis ist benannt nach Prof. Heinz Maier-Leibnitz (1911 - 2000), dem Nestor der deutschen Neutronenphysik und einem der bedeutendsten Wissenschaftler der TU München.

Mit Prof. Georg Färber, Ordinarius für Prozessrechnertechnik und Realzeit-Computersysteme, wird ein erfolgreicher Wissenschaftler und hoch engagierter Hochschullehrer ausgezeichnet. Mit seinen Forschungsarbeiten auf den Gebieten der Prozessrechnertechnik und der Realzeitcomputersysteme, insbesondere der autonom sichtgesteuerten Roboter, hat er weltweit beachtete Ergebnisse erzielt. In seiner Robot Vision Group sind die Roboter Marvin, Minerva, Lips und Lip2 entstanden. Georg Färber, Jahrgang 1940, studierte Elektrotechnik an der TU München, an der er 1967 auch promovierte. 1972 erhielt er einen Ruf an den neu eingerichteten Lehrstuhl für Prozessrechner der TU München. Der ehemalige Dekan und Prodekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ist gleichzeitig auch ein sehr engagierter Unternehmer. In seiner 1970 gegründeten Firma PCS (Periphere Computer Systeme) wurde 1982 der erste deutsche Unix-Rechner Cadmus entwickelt. Färber wurde später auch in den Vorstand der Mannesmann-Kienzle AG gewählt. Seit 2003 ist Georg Färber Mitglied im Senat der TU München.

Ebenfalls Preisträger der Heinz Maier-Leibnitz-Medaille ist Prof. Arne Skerra, Ordinarius für Biologische Chemie im Wissenschaftszentrum Weihenstephan. Skerras Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Molekularen Biochemie und Biotechnologie. Insbesondere befasst er sich mit Protein Engineering & Design - neuen Methoden zur Produktion und Reinigung von Proteinen, die in Medizin, Pharmakologie und Ernährung innovative Maßstäbe setzen und ein neues Zeitalter für die synthetische Biologie einleiten.

Skerra, 1961 in Wiesbaden geboren, studierte Chemie an der TU Darmstadt. Nach seinem Abschluss wechselte er 1985 an die Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er 1989 auch promovierte. Im Anschluss an seine Habilitation (1995) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt war er Geschäftsführender Direktor des Instituts für Biochemie der TU Darmstadt. 1998 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Biologische Chemie der TU München. Skerra ist einer der Mitbegründer und Träger des neuen Studienganges "Molekulare Biotechnologie".

Für seine Leistungen erhielt Arne Skerra bedeutende Preise und Auszeichnungen: Unter anderem erzielte er in 2000 den 1. Rang im Münchner Business Plan Wettbewerb . Mit seinem Team war er kürzlich unter die vier Nominierten für den deutschen Zukunftspreis 2004 des Bundespräsidenten gewählt worden.

Prof. Dr. med. Albrecht Struppler, emeritierter Ordinarius für Neurologie und Klinische Neurophysiologie an der medizinischen Fakultät der TU München, wird in Würdigung seiner Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der sensomotorischen und schmerzleitenden Systeme geehrt. Struppler gilt als einer der Pioniere der elektro-physiologischen Untersuchungsmethoden; zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die elektro-physiologischen Diagnostik. Mit der Entwicklung der Stereotaxie war er seiner Zeit weit voraus. 20 Jahre lang leitete er die Neurologische Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar und schuf in dieser Zeit eine hochmoderne, weltweit anerkannte klinische und wissenschaftliche Einrichtung.

1919 in München geboren, studierte Albrecht Struppler Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität. Seine klinische Ausbildung erhielt er bei Prof. von Bergmann und Prof. Bodechtel in Innerer Medizin und Neurologie in München. Im Anschluss an seine Habilitation und Ernennung zum Privatdozenten im Jahre 1954 sowie einigen Auslandsaufenthalten wurde er 1961 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Nach Stationen in Freiburg und Düsseldorf folgte er 1968 schließlich einem Ruf an die TU München. Auch heute noch, knapp 15 Jahre nach seiner Emeritierung, ist der hoch motivierte und stets von wissenschaftlicher Neugier angetriebene Albrecht Struppler weiterhin aktiv in DFG-geförderte Forschungsprojekte eingebunden.

Für sein wissenschaftliches Wirken erhielt Albrecht Struppler zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Hans-Berger-Preis der Deutschen EEG-Gesellschaft (1976) und den Deutschen Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie (1991). Für seine Verdienste wurde der Neurologe außerdem im Jahre 2003 mit dem Bayerischen Maximiliansorden ausgezeichnet.

Mit Prof. Dr. med. Anna-Elisabeth Trappe wird eine international anerkannte Neurochirurgin am Klinikum rechts der Isar mit der Heinz Maier-Leibnitz-Medaille ausgezeichnet. Unter ihrer Ägide wurde eine Reihe neuer Entwicklungen der Bildgebung, insbesondere die Magnetresonanztomographie eingeführt. Vor allem im Bereich der Wirbelsäulen- und Rückenmarksdiagnostik trug Trappe maßgeblich dazu bei, dass die verschiedenen Indikationen der Bildgebung wissenschaftlich durch Studien belegt wurden und so Eingang in die Regeldiagnostik fanden.

Anna-Elisabeth Trappe, 1939 in Berlin geboren, studierte Humanmedizin an der LMU München. Nach ihrer Approbation und der darauf folgenden Promotion (1969) entschied sie sich für eine Facharztausbildung in der Neurochirurgischen Abteilung der Chirurgischen Klinik im Klinikum rechts der Isar der TU München, die sie 1975 abschloss. 1979 wurde der Oberärztin Trappe die kommissarische Leitung der Neurochirurgischen Abteilung übertragen, ihre Habilitation erfolgte 1986. Als erste Frau in Deutschland wurde Dr. Trappe 1995 auf einen Lehrstuhl für Neurochirurgie berufen.
Die engagierte Neurochirurgin war die erste Frauenbeauftragte der Fakultät für Medizin und hatte dieses Amt über mehrere Wahlperioden inne.