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Straubing wird Universitätsstadt

Technische Universität expandiert nach Niederbayern

Auf Initiative des ehemaligen Ministerpräsidenten Stoiber war Straubing als Forschungsstandort für Nachwachsende Rohstoffe im Jahre 2001 begründet worden. (Foto: H. Stolz/ WZS)
Auf Initiative des ehemaligen Ministerpräsidenten Stoiber war Straubing als Forschungsstandort für Nachwachsende Rohstoffe im Jahre 2001 begründet worden. (Foto: H. Stolz/ WZS)

Campus

Der Bayerische Ministerrat hat das Errichtungsgesetz für die Umwandlung des Wissenschaftszentrums Straubing in einen Universitätsstandort auf den Weg gebracht. Die „Technische Universität München. Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit“ wird eine fakultätsübergreifende Einrichtung mit Promotionsrecht. Der Lehr- und Forschungsstandort Straubing wird damit zum 1. Oktober 2017 in die Technische Universität München (TUM) integriert. Die bisherige Fokussierung auf Nachwachsende Rohstoffe wird um Biotechnologie und Bioökonomie erweitert – ein Alleinstellungsmerkmal für den Standort.

Im Jahr 2001 war Straubing als Forschungsstandort für Nachwachsende Rohstoffe auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber begründet worden. Seither hat der Freistaat Bayern erheblich in moderne Infrastruktur und Personal investiert, demnächst kommt ein Forschungsneubau hinzu für geschätzte 50 Millionen Euro.

Im Zuge der kontinuierlichen Ausbauplanungen entstanden Studienangebote, an denen sich sechs Universitäten und Fachhochschulen mit unterschiedlichem Engagement beteiligten. Nunmehr übernimmt die TUM, auf die das Gründungskonzept zurückgeht, in eigener Verantwortung den Lehr- und Forschungsbetrieb. Sie folgt damit der Vision von Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf bringt sich in einer privilegierten Partnerschaft weiterhin in die Studienangebote der TUM kooperativ ein.

Die Ressourcen des neuen Universitätsstandorts sind in einem eigenen Kapitel des Bayerischen Staatshaushalts ausgebracht, die Administration obliegt der TUM.

Straubing wird vollwertiger Universitätsstandort

„Mit der Expansion nach Niederbayern in die Joseph Fraunhofer-Stadt Straubing stehen wir als internationale Universität in der Verantwortung für einen wichtigen Regionalstandort, der seit 15 Jahren unablässig die Verankerung der Wissenschaft fördert“, betont TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann. Der aktuelle Beschluss der Staatsregierung beendet die in Wissenschaftskreisen immer wieder aufgekommene Frage nach der Identität der Straubinger Einrichtung: „Nun ist allen klar: Straubing ist keine Fußnote mehrerer Einrichtungen, sondern ein Universitätsstandort und wird als solcher konsequent ausgebaut. Diese Klarheit hilft bei der Gewinnung exzellenter Professoren, Studierender und Mitarbeiter“, sagt Herrmann. Deshalb befürworte die TUM den vom Wissenschaftsministerium ausgearbeiteten Gesetzentwurf, der klare Verhältnisse schaffe und Raum für qualifizierte Kooperationen lasse.

Die bevorstehende Ausbauphase stelle sich als großer Kraftakt dar, bekennt der Präsident. „Wir bringen jetzt unverzüglich mehrere Professuren gleichzeitig zur Ausschreibung, damit die neuen Studienangebote geschultert werden können. Eine besondere Profilbildung für den Universitätscampus Straubing verspricht sich die TUM von Studiengängen, die anderswo nicht angeboten werden, aber bereits heute von der Wirtschaft als Desiderat gesehen werden. Dazu gehört erstmals ab dem Wintersemester 2017/18 in Deutschland die Grundausbildung in der Chemischen Biotechnologie – auch Industrielle Biotechnologie genannt.

Ausserdem kommt der Studiengang Bioökonomie hinzu, in dem die Grundlagen für eine nachhaltige biobasierte Industrie in einer modernen, interdisziplinären Ausbildung vermittelt werden. Akademisch ausgebildete Fachkräfte, sagt der Chemiker Professor Herrmann, seien schon heute dringend gesucht.