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TUM verleiht Ehrenbürgerwürde an Carmen Würth

Unermüdlicher Einsatz für andere

Von links: Prof. Renée Lampe, Carmen Würth und TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann.
Carmen Würth (m.), Ehrenbürgerin der TUM, mit Präsident Wolfgang A. Herrmann und Prof. Renée Lampe (l.), Inhaberin der Stiftungsprofessur für Kinderneuroorthopädie und Cerebralparese. (Bild: Benz / TUM)

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Carmen Würth ist seit gestern Ehrenbürgerin der Technischen Universität München (TUM). Mit der selten verliehenen Auszeichnung würdigt die TUM ihren mäzenatischen Einsatz für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. An der TUM existiert dank des Engagements der Unternehmerin seit 2012 die Markus-Würth-Stiftungsprofessur für Kinderneuroorthopädie und Cerebralparese: Mit ihrem Team erforscht Prof. Renée Lampe die Folgen von Hirnschäden in der frühen Kindheit und neue Behandlungsmöglichkeiten.

Bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde hob TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann die zahlreichen Projekte hervor, mit denen Carmen Würth die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen fördert. Die Mäzenin und die von ihr und ihrem Mann, dem Unternehmer Prof. Reinhold Würth, gegründete Stiftung Würth unterstützen unter anderem Betreuungseinrichtungen, Inklusionsprojekte und ein Musikfest. „Frau Würths Lebenseinstellung und ihr Einsatz für andere sind vorbildhaft“, sagte Herrmann bei der Verleihungszeremonie. „Wir fühlen uns geehrt, dass sie vor fünf Jahren die Markus-Würth-Stiftungsprofessur für Kinderneuroorthopädie und Cerebralparese an der TU München ins Leben gerufen hat."


Die Stiftungsprofessur ermöglicht der Orthopädin Prof. Renée Lampe und ihrem Team, die gesundheitliche Entwicklung von Kindern mit Cerebralparesen zu erforschen. Diese mitunter schweren Beeinträchtigungen entstehen, wenn das Gehirn in der frühen Kindheit Schaden nimmt, etwa durch Sauerstoffmangel während der Geburt. Die Folgen können Bewegungsstörungen sein, aber auch Sprech- und Sprachstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Lernbeeinträchtigungen und Epilepsie.

Neue Therapieformen

Prof. Lampe erforscht nicht nur die Grundlagen dieser Störungen, sie und ihr Team entwickeln anhand ihrer Erkenntnisse auch innovative Therapiekonzepte. Ein Beispiel dafür ist der weltweit erste Stehrollstuhl mit biometrischen Gelenken. Die aufrechte Position beeinflusst auch bei Patienten, die nicht selbständig stehen können, den Muskeltonus positiv und trägt dazu bei, Druckgeschwüre und Hüftschäden zu verhindern.

Ein zweites therapeutisches Projekt geht in eine ganz andere Richtung: Eine mögliche Therapieform für Betroffene ist das Klavierspiel. Durch das Training entwickeln sich neue Verbindungen im Gehirn und die Sensomotorik der Finger wird funktionell verbessert. Um Kindern mit Cerebralparese das Klaviertraining zu erleichtern, hat Lampe – selbst Pianistin – gemeinsam mit ihrer Kollegenschaft ein sensomotorisches System entwickelt. Für diese Entwicklung wurden Prof. Lampe und ihr Team 2015 mit dem TUM IdeAward ausgezeichnet.