Renommierter Informatiker wechselt an die Technische Universität München

Prof. Marco Caccamo mit Humboldt-Professur ausgezeichnet

V.li.: TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann; Prof. Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung; Preisträger Prof. Marco Caccamo und Prof. Hans-Christian Pape, Präsident der Humboldt-Stiftung.
V.li.: TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann; Prof. Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung; Preisträger Prof. Marco Caccamo und Prof. Hans-Christian Pape, Präsident der Humboldt-Stiftung. (Bild: Humboldt-Stiftung/ Svea Pietschmann)
 

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Der Informatiker Prof. Marco Caccamo ist gestern Abend mit einer Humboldt-Professur, dem höchstdotierten Forschungspreis Deutschlands, ausgezeichnet worden. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, und der Präsident der Humboldt-Stiftung (AvH), Hans-Christian Pape, übergaben den Preis bei einem Festakt in Berlin. Caccamo ist der sechste Humboldt-Professor an der Technischen Universität München (TUM). Diese ist damit aktuell die Universität mit den meisten Humboldt-Professoren. 

Die Steuerung von Maschinen und Prozessen über drahtlose Kommunikationsnetze erfolgt immer öfter in Echtzeit. Typische Beispiele sind die Steuersysteme in Kraftwerken, Flugzeugen oder selbstfahrenden Autos. Prof. Marco Caccamo ist ein weltweit anerkannter Experte für solche sicherheitskritischen Echtzeitsysteme. Er erforscht ihre Grundlagen, aber auch konkrete praktische Anwendungen in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie. Diese Technologie ist ein unverzichtbarer Bestandteil im „Internet der Dinge“. Sie revolutioniert derzeit die gesamte industrielle Welt.

Der Spitzenforscher wechselt von der University of Illinois at Urbana-Champaign (USA) an die TUM. Nach dem Studium an der Università di Pisa (Italien) promovierte er 2002 an der Scuola Superiore Sant'Anna seines Heimatlands. Anschließend wechselte er zunächst als Assistant Professor an die UIUC, wo er mit 36 Jahren Associate Professor und 2015 schließlich Full Professor wurde. Weitere Stationen führten ihn als Visiting Professor an die ETH Zürich und die TUM. Caccamo ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien wie dem Technical Program Committee (TPC) und Mitherausgeber der Fachzeitschrift IEEE Transactions on Computers.

Über den Forschungspreis hinaus wird Prof. Caccamo an die Fakultät für Maschinenwesen der TUM berufen. Er übernimmt dort die Aufgabe, ein interdisziplinäres Institut für "Cyber Physical Systems" aufzubauen, um die digitale Expertise mehrerer Fakultäten zu bündeln, darunter vor allem Maschinenwesen, Informatik sowie Elektro- und Informationstechnik.

Caccamo ist der sechste Professor, der eine Humboldt-Professur an der TUM erhält. Die TUM ist damit gleichzeitig auch die Universität mit den meisten Humboldt Professoren. TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann: „Mit Deutschlands renommiertesten Forschungspreis setzen wir ein Glanzlicht auf unsere digitale Kompetenzbreite. Gleichzeitig verstärkt der Preisträger die Strategie des Freistaats Bayern im Zentrum Digitalisierung.Bayern. Die Humboldt-Stiftung leistet damit ferner einen Beitrag zur Rückgewinnung europäischer Spitzenwissenschaftler aus den USA.“

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Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit 5 Millionen Euro für fünf Jahre ausgestattet. Die Stiftung verfolgt mit dem Preis das Ziel, international führende Wissenschaftler nach Deutschland zu holen. 2008 konnte die TUM den Bioinformatiker Prof. Burkhard Rost (Columbia University New York/USA) als Humboldt-Professor gewinnen, 2010 den Nachrichtentechniker Prof. Gerhard Kramer (University of Southern California/USA), 2011 den Wirtschaftsinformatiker Prof. Hans-Arno Jacobsen (University of Toronto/Kanada), 2012 den Diabetes-Experten Prof. Matthias Tschöp (University of Cincinnati/USA) und 2013 den Mathematiker Prof. Andreas S. Schulz (MIT, Boston/USA), Experte im Bereich Operations Research. Die Internationalisierung des Professorenkollegiums ist ein konsequent verfolgtes Strategieziel der TUM.

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