Landesregierung würdigt reformiertes Medizinstudium und Didaktik-Weiterbildung

Preis für gute Lehre an Pascal Berberat und Angelika Reiser

Prof. Pascal Berberat und Dr. Angelika Reiser
Prof. Pascal Berberat und Dr. Angelika Reiser arbeiten seit Jahren mit Leidenschaft an der Qualität der Lehre. (Bilder: A. Heddergott / TUM)

Campus

Der Bayerische Wissenschaftsminister hat Prof. Pascal Berberat und Dr. Angelika Reiser mit dem Preis für gute Lehre ausgezeichnet. Berberat hat das Medizinstudium neu gestaltet und dabei beispielsweise Simulationen des Klinikalltags eingeführt. Reiser hat unter anderem ProLehre mit entwickelt, das Weiterbildungsprogramm für die Dozentinnen und Dozenten der TUM.

Komplexe Grundlagenforschung neben der Arbeit mit Schwerkranken – bei der Gestaltung des Medizinstudiums müssen Didaktikerinnen und Didaktiker sehr spezielle Anforderungen beachten. Dass dies an der TUM besonders gut gelingt, dafür sorgt das TUM Medical Education Center (TUM MEC). Aufgebaut wurde es seit 2010 federführend von Prof. Pascal Berberat, Inhaber des Lehrstuhls für Medizindidaktik, medizinische Lehrentwicklung und Bildungsforschung, der es auch bis heute leitet.

Nach seinem Konzept wurde der Medizinstudiengang umgestaltet – mit mehr Seminaren, die sich interdisziplinär an konkreten klinischen Fällen ausrichten, mit verschiedenen Formaten des E-Learnings und mit „Peer-Teaching“, bei dem erfahrene Studierende jüngere Kommilitonen unterrichten.

Besonders große Aufmerksamkeit bekam das 2014 eröffnete Medical Training Center. In einem OP-Saal, einem Intensiv- und einem Patientenzimmer sowie mehreren Untersuchungsräumen werden mit den Studierenden zahlreiche Situationen aus dem Klinikalltag simuliert. Dazu zählen auch schwierige Gespräche mit Patienten. Die Trainingsszenarien werden gefilmt, sodass sie anschließend detailliert analysiert werden können.

Die Lehrpreis-Jury hob besonders hervor, dass Berberat eine umfassende Strategie entwickelt hat, die auf Erkenntnissen der Didaktikforschung beruht und Wünsche der Studierenden einbezieht.

Chancengleichheit für Studentinnen

Egal, ob es um die Weiterbildung von Lehrenden geht, um Diversity im Studium oder um die Betreuung ausländischer Studierender: Dr. Angelika Reiser vom Lehrstuhl für Datenbanksysteme hat früher und intensiver an neuen Ansätzen in der Lehre gearbeitet als die meisten anderen Dozentinnen und Dozenten. Seit 1977 prägt sie das Studium in der Informatik – und an der gesamten Universität. So war sie 1993 entscheidend am Aufbau von ProLehre beteiligt, dem Programm der TUM zur Weiterbildung aller Dozentinnen und Dozenten, das die Qualität der Lehre tiefgreifend verbessert hat und weiter modernisiert.

In einem lange von Männern geprägten Fach wie der Informatik hat Reiser nicht nur zahlreiche Formate für Studentinnen und Schülerinnen eingeführt, sondern auch darauf geachtet, dass Chancengleichheit in der gesamten Studienorganisation eine Rolle spielt. Diversität machte sie auch möglich, indem sie als Auslandsbeauftragte der Fakultät wichtige Voraussetzungen für den Studienerfolg ausländischer Studierender schuf.

Die Studierenden betonen Reisers Verständnis für ihre Bedürfnisse. Dieses zeigte sie sowohl beim Auf- und Ausbau der Studienberatung der Fakultät als auch bei der Konzeption neuer Studiengänge, zuletzt beim Integrativen Studienprogramm Big Data.

Die Jury lobte zum einen Reisers großen Sachverstand und ihren hervorragenden Blick für die Umsetzbarkeit von Konzepten, zum anderen ihre Grundsätze bei der Arbeit mit Studierenden: Transparenz, Zuverlässigkeit, Begeisterung und Neugier sowie Vertrauen.

Vorschläge von Studierenden

Der „Preis für gute Lehre an den staatlichen Universitäten in Bayern“ ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst verleiht ihn jährlich an 15 Hochschullehrerinnen und -lehrer. Die Vorschläge kommen von den Universitäten, wobei auch die Studierenden eingebunden sind.

Mehr Informationen:

Lehrpreise für Dozentinnen und Dozenten der TUM

Lehre an der TUM