Sportschützin Carina Wimmer:

Luftpistole und Kleinkaliber

TUM-Studentin und Sportschützin Carina Wimmer trainiert 35 Stunden pro Woche. (Foto: Uli Benz)
TUM-Studentin und Sportschützin Carina Wimmer trainiert 35 Stunden pro Woche. (Foto: Uli Benz)

Neben dem Studium noch Leistungssport zu betreiben, schafft nicht jeder. TUM-Studentin Carina Wimmer ist Sportschützin und studiert im Bachelor Gesundheitswissenschaften. Im März hat sie in Kuala Lumpur an der Studi-WM der Sportschützen teilgenommen. Uns hat die Studentin von ihrer außergewöhnlichen Leidenschaft erzählt.

Carina, wie bist Du zum Sportschießen gekommen?

Carina Wimmer: Meine Mutter war Sportschützin und hat meine Zwillingsschwester und mich immer mit auf die Schießanlage genommen. Sobald wir im Alter von zehn Jahren selbst schießen durften, haben wir beide das Schießen auch ausprobiert. Die ersten zwei Jahre waren wir nur in der Freizeit zum Spaß auf dem Schießstand. Wir waren ziemlich gut und so sind Verantwortliche auf uns aufmerksam geworden und haben uns zu Sichtungsschießen eingeladen. So sind wir dann nach einiger Zeit in den Leistungskader gekommen.

Was bedeutet es, auf Leistungssportniveau zu schießen?


Mit 16 Jahren sind wir beide in den Nationalkader gekommen und das Trainingspensum ist gestiegen, da wir auch am Wochenende oft Trainingslager hatten und an vielen nationalen und internationalen Wettkämpfen teilgenommen haben. Das mussten wir immer mit der Schule in Einklang bringen. Nur in der Abizeit haben wir zeitweise weniger trainiert, konnten das Niveau aber zum Glück halten. Nach dem Abi haben wir uns für eine Karriere bei der Bundeswehr entschieden, dort gibt es eine eigene Sportfördergruppe. Meine Schwester hat jedoch aus gesundheitlichen Gründen nach einem Jahr wieder aufhören müssen.

Warum studierst Du nebenher noch an der TUM?

Die Bundeswehr ist mittlerweile so offen, dass sie den Sportlern erlaubt, neben dem Leistungssport ein Studium zu absolvieren. Das ermöglicht mir eine duale Karriere: Schon während der Leistungssportzeit kann ich mich orientieren, welcher Beruf danach für mich in Frage kommt. Denn wenn man das Leistungsniveau nicht halten kann, dann wird man von der Bundeswehr nicht weiter gefördert und stünde ohne Ausbildung und Berufsperspektive da. Ich studiere Gesundheitswissenschaften. Das ist geprägt von einer ganzheitlichen Betrachtung, was mir gut gefällt, da man sich so später noch in einem Teilgebiet weiter spezialisieren kann..

Für Deutschland warst Du im März bei der Sportschützen-Studi-WM in Kuala Lumpur. Wie war das?

In Kuala Lumpur war es richtig toll. Ich bin mit der Luftpistole leider ganz knapp auf dem 4. Platz gelandet und beim Kleinkaliber auf Platz 12, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung.  Die Studi-WM ist eine super Möglichkeit für junge Leistungssportler, international Erfahrung zu sammeln. Gerade die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte für Bedingungen, unter denen wir nicht oft trainieren können. Das deutsche Team konnte neben den Wettkämpfen und dem Training auch einmal gemeinsam die Stadt besichtigen, wodurch wir auch außerhalb der Wettkämpfe zusammengewachsen sind.

Wie geht es für Dich weiter?

Im Moment startet gerade die Wettkampfsaison. Im Sommer ist wieder WM und vorher natürlich die Qualifikation und viele internationale Turniere. Dafür trainiere ich gerade jeden Tag, ungefähr 35 Stunden pro Woche. Dazu gehört aber neben dem scharfen Schießen zum Beispiel auch Kraft- und Ausdauertraining. Ich möchte den Sport noch längere Zeit auf hohem Niveau ausüben, solange das Potenzial da ist, dass ich mich noch steigern kann und ich die Aussicht habe, an die Weltspitze heranzukommen und dort mitmischen zu können. Im Schießsport ist mit wenigen Ausnahmen der Leistungshöhepunkt zwischen Ende 20 und Mitte 30, deshalb habe ich noch gute Chancen, mein Ziel auch zu erreichen.

(Interview: Sabrina Czechofsky)

Carina Wimmer, 22, kommt aus Mühldorf am Inn und wohnt im Olympiadorf, von wo aus sie schnell in die Physiotherapie und ins Training kommt. 80 Prozent ihrer Zeit nimmt das Training ein, trotzdem versucht sie nebenher möglichst viel Zeit mit ihrer Familie und Freunden zu verbringen und ihrer Leidenschaft, dem Kochen, nachzugehen. Carina Wimmer beim Deutschen Schützenbund

Für Deutschland am Start: Carina Wimmer bei der Studi-WM der Sportschützen. (Foto: privat)
Für Deutschland am Start: Carina Wimmer bei der Studi-WM der Sportschützen. (Foto: privat)
Finale in Kuala Lumpur: Carina Wimmer (rechts) mit der Luftpistole im Anschlag. (Foto: FISU)
Finale in Kuala Lumpur: Carina Wimmer (rechts) mit der Luftpistole im Anschlag. (Foto: FISU)