Plastikmüll im Meer:

Die Welt ein Stück besser machen

Die Meere sauberer machen: TUM-Studentin Hannah Maral (rechts) im Einsatz für Ocean Clean Up. (Foto: privat)
Die Meere sauberer machen: TUM-Studentin Hannah Maral (rechts) im Einsatz für Ocean Clean Up. (Foto: privat)

Viele Studierende möchten später mit ihrem Wissen die Welt verändern. Hannah Maral will sie zumindest ein Stückchen besser machen. Mit diesem Ziel ist sie nach ihrem Bachelor für sieben Monate nach Holland gegangen, um in einer Firma zu arbeiten, die sich einem noch ehrgeizigeren Ziel verschrieben hat: den Pazifik vom Plastik zu befreien.  

Was ist The Ocean Cleanup?

Hannah Maral: The Ocean Cleanup wurde von Boyan Slat, einem jungen Holländer, gegründet und hat das Ziel, den Pazifik vom Plastikmüll zu befreien. Boyan hatte schon während seines Studiums die Idee zu seinem Cleaining-System und hat The Ocean Cleanup gegründet. Mittlerweile arbeiten dort über 70 Leute und forschen daran, wie man diese Idee am besten umsetzen kann.

Wie funktioniert Boyans Idee denn genau?


Im Pazifik gibt es Unmengen von Plastik, teilweise wurde es mutwillig im Meer entsorgt, aber auch Umweltkatastrophen und Tusnamis haben jede Menge Plastik mitgerissen und in Flüsse und Meere gespühlt. Das große Problem daran ist, dass es sich nicht um eine große Masse handelt, sondern um Teile und Teilchen, die auf vielen Quadratkilometern verstreut im Wasser schwimmen.

Warum ist das so ein großes Problem?


So wäre es sehr unökonomisch und unökologisch, die ganzen Einzelteile aufzusammeln. Boyans Idee ist Folgende: Eine schwimmende Barriere soll durch ihre Konstruktion langsamer als die Wasserströmung sein, so dass sich die Plastikteile an dieser Stelle zu einer kompakteren Masse ansammeln und dann leichter aufgesammelt und an Land gebracht und vielleicht recycelt werden können.

Wie bist Du zu The Ocean Cleanup gekommen?

Ich habe im Bachelor Umweltingenieurwesen an der TUM studiert und mich schon seit fast zehn Jahren aktiv im Umweltschutz engagiert. Deshalb bin ich auch in diversen Foren unterwegs und habe so von The Ocean Cleanup erfahren. Nach meinem Bachelor wollte ich auch ein bisschen praktische Erfahrung sammeln und sehen, was ich mit meinem Studium später mal machen kann. Und so habe ich mich initiativ für ein Praktikum beworben.

Du hast sieben Monate in Holland gearbeitet. Was genau war Deine Aufgabe?

Ich war die Schnittstelle zwischen den dem Team aus Meeresbiologen und Ozeanographen und den Ingenieuren. Wir untersuchten, welchen Einfluss das System auf das Ökosystem dort im Pazifik hat. Eine weitere Aufgabe war nach der Kategorisierung einiger Proben aus dem Pazifik herauszufinden wo sich diese, abhaengig von ihrer Groesse und dem Material, bei verschiedenen Wetterbedingungen in der vertikalen Wassersaeule aufhalten. So kann man ermitteln, wie wir aufräumen können, ohne selbst viele Emissionen zu verursachen.

Welche Pläne hast Du für die Zeit nach Deinem Master? Kannst Du Dir vorstellen, zu Ocean Clean Up zurückzukehren?

Mein Wunsch ist es, eine Möglichkeit zu finden, das, was ich im Studium gelernt habe so einzusetzen, dass es humanitär oder ökologisch weiterhilft. Ich habe mich auf Wasser spezialisiert und da gibt es viele Bereiche für Ingenieurarbeit, zum Beispiel Nutzwasseraufbereitung, Wasserbau oder Hydromechanik. Ich kann mir auch gut vorstellen, wieder für The Ocean Cleanup zu arbeiten, denn die Stimmung in dem Projekt war wunderbar: Wir haben gemeinsam an einer fantastischen Sache gearbeitet und alle waren mit voller Energie und Leidenschaft bei der Arbeit.

(Interview: Sabrina Czechofsky)
 
Hannah Maral, 25, kommt aus Heidelberg und studiert im 4. Mastersemester Bauingenieurwesen an der TUM. Ihre freie Zeit verbringt sie gerne draußen. In München geht sie oft Bergsteigen. Bei ihren Eltern hat sie ein eigenes Pferd und reitet gerne.
 
Mehr Informationen:
www.theoceancleanup.com
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Hannah Maral studiert Bauingenieurwesen an der TUM und ist seit Jahren im Umweltschutz aktiv. (Foto: privat)
Hannah Maral studiert Bauingenieurwesen an der TUM und ist seit Jahren im Umweltschutz aktiv. (Foto: privat)