Nationale Akademie der Wissenschaften beruft zwei Wissenschaftler der TUM

Dirk Busch und Michael Sattler werden Leopoldina-Mitglieder

Prof. Dirk Busch und Prof. Michael Sattler. (Bild: A. Heddergott und A. Eckert / TUM)
Prof. Dirk Busch und Prof. Michael Sattler. (Bild: A. Heddergott und A. Eckert / TUM)

Campus

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat einen Mediziner und einen Chemiker der Technischen Universität München (TUM) zu neuen Mitgliedern berufen: Prof. Dirk Busch, Professor für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, und Prof. Michael Sattler, Professor für Biomolekulare NMR-Spektroskopie. Im Rahmen des jährlichen Symposiums der Klasse II – Lebenswissenschaften am 23. Mai 2018 wird ihnen ihre Mitgliedsurkunde überreicht.

Prof. Dirk Busch

Dirk Busch und sein Team entwickeln neue Technologien, um Immunzellen, so genannte T-Zellen, für diagnostische und zelltherapeutische Anwendungen einsetzbar zu machen. Antigen-spezifische T-Zellen sind bei der Bekämpfung von Infektionen und Krebs von großer Bedeutung. Der Mediziner erforscht unter anderem, wie T-Zellen während einer Immunreaktion sichtbar gemacht und beobachtet werden können. So will er besser verstehen, wie Immunantworten gesteuert werden und langanhaltender Immunschutz ausgelöst wird. Direkte klinische Anwendung finden seine Erkenntnisse beispielsweise bei der Immunozelltherapie oder der Entwicklung neuer Impfstrategien.

Nach Abschluss des Medizinstudiums in Mainz und Freiburg und der Promotion begann Dirk Busch seine klinisch-infektiologische Ausbildung zunächst in Würzburg und setzte sie später in den USA bei Prof. Eric Pamer an der Yale University fort (1996-1999). 2003 habilitierte er und schloss seine Facharztausbildung in der Medizinischen Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie an der TUM ab. Seit 2009 ist er Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der TUM.

Prof. Michael Sattler

Die Forschung von Prof. Michael Sattler konzentriert sich auf die Entwicklung und Anwendung der biomolekularen Kernspinresonanz Spektroskopie (NMR, nuclear magnetic resonance). Ziel seiner Arbeiten ist es, Struktur, Dynamik und molekulare Wechselwirkungen von biologischen Makromolekülen wie zum Beispiel Proteinen oder RNA untereinander sowie mit kleinen Molekülen und Wirkstoffen zu beschreiben. Damit wollen er und sein Team die molekularen Grundlagen von fundamentalen biologischen Prozessen und Krankheitsmechanismen verstehen.

Nach dem Chemiestudium und der Promotion in Frankfurt führte ein Forschungsaufenthalt Prof. Sattler nach Chicago zu Dr. Stephen W. Fesik (Abbott Laboratories). 1997 trat er eine Stelle als Gruppenleiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg an. Seit 2007 ist er Professor für Biomolekulare NMR-Spektroskopie am Department Chemie der TUM. Er ist zugleich Direktor des Instituts für Strukturbiologie am Helmholtz Zentrum München und leitet das Bayerische NMR-Zentrum.

Die Leopoldina versammelt mit etwa 1500 Mitgliedern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund 30 Ländern. Als Nationale Akademie Deutschlands vertritt die Leopoldina die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig Stellung.

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