„Friedrich Schiedel-Preis für Politik und Technik“ für Prof. Helen Margetts

Stiftung zeichnet herausragende Pionierarbeit aus

Prof. Helen Margetts.
Prof. Helen Margetts forscht an der University of Oxford zum Thema „Regieren im digitalen Zeitalter“. (Bild: T. Muntinga / Oxford Internet Institute)

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Der erstmals vergebene „Friedrich Schiedel-Preis für Politik und Technik“ an der Technischen Universität München (TUM) geht an Helen Margetts, Professorin an der Oxford University und Direktorin des Public Policy Program am Londoner Alan Turing Institute. Damit würdigt die Jury Margetts herausragende Pionierarbeit zum Thema „Regieren im digitalen Zeitalter“. Der Preis ist mit einem mehrwöchigen Gastaufenthalt an der TUM verbunden.

Die Auszeichnung ist mit  30.000 Euro dotiert und wird im Jahresturnus verliehen. Die Friedrich Schiedel-Stiftung, gegründet von dem Unternehmer und Philanthropen Friedrich Schiedel (1913-2001), unterstützt soziale Einrichtungen und Projekte und fördert Wissenschaft und Forschung. Mit der neugeschaffenen Auszeichnung ehrt sie herausragende Persönlichkeiten, die dazu beigetragen haben, das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Politik, Gesellschaft und Technik zu vertiefen. Friedrich Schiedel war Ehrensenator der Technischen Universität München. Seine Stiftung hat die TUM von Anfang an unterstützt, unter anderem mit der Errichtung des Friedrich Schiedel-Lehrstuhls für Neurowissenschaften und des Friedrich Schiedel-Lehrstuhls für Wissenschaftssoziologie.

Die Auszeichnung ist an einen mehrwöchigen Gastaufenthalt an der TUM School of Governance gekoppelt. Darüber hinaus ermöglichen Vorträge, Teilnahme am akademischen Leben der TUM und der Austausch mit Studierenden und Forschenden einen Einblick in die Forschungsleistungen der Preisträgerinnen und Preisträger.

Bedeutende Forschung zu Politik in Zeiten des Internet

Helen Margetts ist Professor of Society and the Internet  an der Universität Oxford und Direktorin des Public Policy Programm am Alan Turing Institute, des nationalen Instituts für Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz in Großbritannien. Sie untersucht politisches Verhalten und Institutionen im Zeitalter von Internet, sozialen Medien und Datenwissenschaft. Sie hat mehr als hundert Bücher, Artikel und Forschungsberichte auf diesem Gebiet veröffentlicht.

Ihr neuestes Buch „Political Turbulence: How Social Media Shape Collective Action“ (mit Peter John, Scott Hale und Taha Yasseri) verwendet Datenwissenschaft und experimentelle Methoden, um die den politischen Verhaltensweisen zugrundeliegenden Muster zu enthüllen. Für diese Arbeit erhielt sie den W.J. Mackenzie-Preis 2017 der UK Political Studies Association. Von 2011 bis April 2018 war sie Direktorin des renommierten Oxford Internet Institute, das sich mit der Beziehung zwischen Internet-bezogenen Technologien und Gesellschaft befasst. Sie ist darüber hinaus Chefredakteurin der Zeitschrift „Policy and Internet“, Fellow der Academy of Social Sciences und Mitglied des Digital Economy Council sowie des Home Office Scientific Advisory Council der britischen Regierung.

Die Verleihung des Preises an Helen Margetts findet in diesem Jahr am 3. Dezember 2018 im Rahmen des traditionellen TUM Awards Dinners in München statt. Ihren Gastaufenthalt an der TUM wird Prof. Margetts voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres wahrnehmen. Des Weiteren wird sie an der Auftaktveranstaltung für das neue Munich Politics Network am 22. und 23. November teilnehmen, die den Titel „Disruptive Politics & Technology“ trägt.

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