Künstliche Reflektoren erzeugen TUM-Logo auf Satellitenbild

Jubiläums-Glückwünsche aus dem All

Auf dem mithilfe der Rohdaten des TerraSAR-X Satelliten erzeugten Bild ist der TUM-Schriftzug deutlich zu erkennen.
Auf dem mithilfe der Rohdaten des TerraSAR-X Satelliten erzeugten Bild ist der TUM-Schriftzug deutlich zu erkennen. (Bild: DLR 2018, TerraSAR-X Scientific Proposal NM_xiao.zhu_LAN2188)

TUM im Jubiläumsjahr, Campus

Zum 150-jährigen Jubiläum der Technischen Universität München (TUM) schickte der Satellit TerraSAR-X einen ganz besonderen Gruß: Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen hatten am 12. Juni auf der südlichen Wiese der Alten Pinakothek 26 Reflektoren aufgestellt. Der Satellit, der an diesem Tag über München hinwegflog, nahm die Reflektoren als leuchtende Punkte wahr, die in ihrer Gesamtheit das TUM-Logo darstellen, das sich auf dem Radarbild zeigt.

Grundlage des Experiments ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der TUM und des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR). „Wir haben eine neue Messmethode entwickelt, die es uns ermöglicht, Radarreflektoren für die Vermessung zu verwenden“, erklärt Prof. Michael Eineder, Honorarprofessor an der TUM und Abteilungsleiter am DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung. Wie beim GPS sind dabei hochgenaue, dreidimensionale Positionsmessungen möglich. Am Boden werden anstelle von GPS-Geräten aber nur einfache Reflektoren benötigt, die aus kostengünstigem Material hergestellt werden können.

Zum Jubiläum der TUM wollten die Forscher und Forscherinnen ihre neue Methode nutzen, um Glückwünsche aus dem All zu senden. Sie ordneten die sogenannten Corner-Reflektoren auf der südlichen Wiese der Alten Pinakothek so an, dass diese das TUM-Logo nachbildeten. Tatsächlich zeigen die aus den Rohdaten erstellten Satellitenbilder das aus den hellen Punkten zusammengesetzte Logo.

Die Aktion hatte auch einen wissenschaftlichen Aspekt, erklärt Dr. Michael Schmitt von der Professur für Signalverarbeitung in der Erdbeobachtung. „Bei diesem Experiment konnte gezeigt werden, dass die Reflektoren von 50 Zentimetern Kantenlänge die im Stadtgebiet vorhandenen natürlichen Reflexionen an Gebäuden und Autos dominieren und daher hervorragend zur Vermessung geeignet sind.“

Das neue Verfahren soll künftig unter anderem zur Erdvermessung eingesetzt werden und dabei helfen, die Genauigkeit digitaler Karten zu verbessern.

Video zum Experiment auf Youtube anschauen

Weitere Informationen

An der Planung und Ausführung der Aktion waren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls für Methodik der Fernerkundung, der Professur für Signalverarbeitung in der Erdbeobachtung und des Lehrstuhls für Geodäsie sowie das DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung beteiligt. Am gemeinsamen Forschungsprojekt Hochauflösende Geodätische Erdbeobachtung der DLR@Uni-Allianz Munich Aerospace waren zusätzlich Mitarbeiter des Ingenieurinstituts für Astronomische und Physikalische Geodäsie sowie des DLR-Raumflugbetriebs GSOC beteiligt.

Publikationen:

  • Gisinger, C.; Willberg, M.; Balss, U.; Klügel, T.; Mähler, S.; Pail, R.; Eineder, M.: Differential geodetic stereo SAR with TerraSAR-X by exploiting small multi-directional radar reflectors. Journal of Geodesy 91 (1), 2017, 53-67.
  • Montazeri, S.; Gisinger, C.; Eineder, M.; Zhu, X. X.; Automatic Detection and Positioning of Ground Control Points Using TerraSAR-X Multi-Aspect Acquisitions. IEEE Transactions on Geoscience and Remote Sensing, 56 (5), 2018, 2613-2632.

Kontakt:

Informationen zum Experiment
Dr.-Ing. Michael Schmitt
Technische Universität München
Professur für Signalverarbeitung in der Erdbeobachtung
Tel: +49-89-289-22643
m.schmitt@tum.de

Informationen zum Forschungsprojekt
Hon.-Prof. Dr. Michael Eineder
DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung
Tel. +49 8153 281396,
Michael.Eineder@dlr.de

Weiterführende Links:

 

 

Die Wissenschaftler haben 26 Corner-Reflektoren auf der Wiese vor der Alten Pinakothek aufgestellt. (Bild: Yuanyuan Wang / TUM)
Steffen Suchandt vom DLR-Institut für Methodik der Fernerkundung stellt einen Reflektor auf. Dieser hat eine Kantenlänge von 50 Zentimetern. (Bild: Michael Eineder / DLR)
Dr. Peter Wasmeier, Lehrstuhl für Geodäsie, beim Planen des TUM-Logos auf der südlichen Wiese der Alten Pinakothek. (Bild: Yuanyuan Wang / TUM)