Programm „MINT(um) Bachelor Plus“ vom Stifterverband ausgezeichnet

Mehr Freiraum im MINT-Studium

Die Mitglieder der Projektgruppe „MINT(um) Bachelor Plus“ Florian Rattei, Dr. Thomas Maul und Claudia Meijering (v.l.n.r.) nehmen die Auszeichnung des Stifterverbands entgegen. (Bild: Peter Himsel)
Die Mitglieder der Projektgruppe „MINT(um) Bachelor Plus“ Florian Rattei, Dr. Thomas Maul und Claudia Meijering (v.l.n.r.) nehmen die Auszeichnung des Stifterverbands entgegen. (Bild: Peter Himsel)

Campus

Bachelor-Studiengänge in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zeitlich entzerren und durch Nachqualifikation und Orientierungsphase den Studienerfolg steigern: Das ist das Ziel des Programms „MINT(um) Bachelor Plus“ der Technischen Universität München (TUM). In der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik wird dieses Konzept ab dem kommenden Wintersemester erprobt. Nach dem Erfolg im Wettbewerb „MINTernational innovativ“ wird das Programm bis zum Ende der Pilotierung vom Stifterverband gefördert.

Über die Hälfte der Studierenden der Elektrotechnik und Informationstechnik an der TUM kommt aus dem Ausland. Auch im Bachelor-Programm der Fakultät ist der Anteil internationaler Studierender mit derzeit 34% vergleichsweise hoch. Da, anders als in den Master-Programmen, die Vorlesungen ausschließlich in deutscher Sprache gehalten werden, ist vor allem der Start ins Studium für internationale Studierende oft eine besondere Herausforderung. Dem wirkt das Programm „MINT(um) Bachelor Plus“ entgegen: Neben Fachtutorien ist auch eine sprachliche Nachqualifikation Teil des Programms. Diese wird nach dem Erfolg in der zweiten Runde des Förderwettbewerbs „MINTernational innovativ“ nun unter anderem um das Angebot einer fachsprachlichen Nachqualifikation im TUM Sprachenzentrum ergänzt.

Studienplan individuell justierbar

Wie in den meisten Bachelor-Studiengängen setzt die TUM auch in der Elektrotechnik und Informationstechnik auf Grundlagen- und Orientierungsprüfungen, um die Eignung der Studienanfängerinnen und -anfänger zu überprüfen. Diese müssen zu Beginn des Studiums in einem festgelegten Zeitraum erfolgreich absolviert und dürfen nur einmal wiederholt werden. Derzeit scheitern ca. 40% der Studierenden an dieser Hürde. Noch vor der Wiederholungsprüfung, die sonst im gleichen Semester absolviert werden muss, können sich die Studierenden künftig für die Teilnahme am Programm „MINT(um) Bachelor Plus“ entscheiden. Damit werden Nachqualifikationen in ausgewählten Modulen verbindlich vereinbart und der Studienplan durch Ausnahmen bei der Pflichtanmeldung zu Grundlagen- und Orientierungsprüfungen in gleichem Umfang entlastet. Nachdem die Nachqualifikationen erfolgreich absolviert wurden, können auch in den folgenden Fachsemestern Fristverlängerungen gewährt werden.

Die Grundlagen- und Orientierungsprüfungen sind ein wichtiger Gradmesser für die Studieneignung. Nachdem sie erfolgreich absolviert wurden, schließen 95% der Studierenden im Bachelor-Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik auch ihr Studium erfolgreich ab. „MINT(um) Bachelor Plus“ setzt an dieser Stelle an und möchte bedarfsgerecht Zeit schaffen für eine fachliche und sprachliche Nachqualifikation in einer frühen Studienphase. Auf diese Weise soll das Programm die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Studium steigern und die Attraktivität der Bachelor-Programme im MINT Bereich national wie international weiter erhöhen. Eine Ausweitung auf weitere Bachelor-Studiengänge ist nach einer ersten Evaluation des Pilotprojektes angedacht. 

Auch am Wissenschaftszentrum Weihenstephan werden bereits Modelle einer studienbegleitenden Nachqualifikation für ausgewählte Bachelor-Studiengänge konzipiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei neben der Nachqualifikation auf einer ausgeweiteten Orientierungsphase.

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