Bundesministerin Karliczek und Staatsministerin Prof. Kiechle im TranslaTUM

Forschung für Krebspatienten ausbauen

Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek (2. von links) und Bayerns Wissenschaftsministerin Prof. Marion Kiechle (l.) im Labor von Prof. Oliver Hayden (r.).
Zu Besuch im TranslaTUM: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (2. von links) und Bayerns Wissenschaftsministerin Prof. Marion Kiechle (l.) im Labor von Prof. Oliver Hayden (r.). (Bild: U. Benz / TUM)

Campus

Die neue Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat den schnellen Weg wirksamer Therapien in die klinische Praxis als zentralen Auftrag der Gesundheitsforschung benannt. Hierfür ist die Technische Universität München (TUM) gerüstet. In ihrem Zentralinstitut für Translationale Krebsforschung (TranslaTUM) führt sie die medizinische Forschung mit den Ingenieurwissenschaften zusammen. Die Bundesministerin besuchte am Donnerstag gemeinsam mit der bayerischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. med. Marion Kiechle, den kürzlich in Betrieb genommenen Forschungsneubau am Universitätsklinikum rechts der Isar.

Tumorerkrankungen sind in Deutschland nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Deshalb steuert Bundesministerin Anja Karliczek eine Nationale Dekade gegen Krebs an. Sie hat sich die Translation, also die Übertragung von Forschungsergebnissen in die Praxis, als Schwerpunkt ihrer Arbeit vorgenommen. Bei ihrem Besuch am interdisziplinären Krebsforschungszentrum TranslaTUM sprach Anja Karliczek mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort und informierte sich über deren Forschungsprojekte. Sie sagte:

„Krebs gehört zu den Krankheiten, vor denen wir am meisten Angst haben. Es gibt bereits gute Behandlungsmöglichkeiten – mehr Forschungsanstrengungen sind jedoch notwendig, um die Heilungschancen von Krebspatienten weiter zu verbessern. Mit dem TranslaTUM stellt sich das Klinikum rechts der Isar dieser Aufgabe. Dabei sollen Erkenntnisse aus der Krebsforschung schnell zum Patienten gelangen – das ist mir besonders wichtig. Um die Forschung gegen den Krebs weiter zu stärken, bereiten wir derzeit die Nationale Dekade gegen Krebs vor. Mit vereinten Kräften aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft wollen wir die Krebsprävention und –forschung stärken.“ Der Bund und das Land Bayern finanzierten den Forschungsbau TranslaTUM mit 48 Millionen Euro.

Die bayerische Wissenschaftsministerin Prof. Marion Kiechle, selbst Medizinerin, setzt ebenfalls auf rasche Translation von Forschungsergebnisse in die klinische Praxis: „Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung müssen schneller in die Klinik und so früh wie möglich beim Patienten ankommen. Daher ist TranslaTUM auf dem Klinikumsgelände in unmittelbarer Nähe zur Krankenversorgung am richtigen Ort. Die Kooperation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus verschiedenen Fächern – Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften ermöglicht völlig neue Forschungsansätze.“

Weltweite Führungsrolle in der medizinischen Bildgebung

Am TranslaTUM arbeiten vernetzt 13 interdisziplinäre Forschungsgruppen aus Medizin, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Das gilt zum einen für die Diagnostik mit modernsten bildgebenden Verfahren und neuer Software für die Datenauswertung. Damit lassen sich Aussehen und Größe bösartiger Tumore erfassen, aber auch zelluläre Prozesse im lebenden Objekt beobachten. Flankierend erforscht die TUM in der „Munich School of BioEngineering“ methodisch neuartige Bildgebungsverfahren (z.B. Optoakustik, Brillante Röntgenstrahlung), die in der Fachwelt derzeit internationales Aufsehen erregen.

Zum anderen werden Zielstrukturen für die Diagnose und Therapie bei schwer behandelbaren Tumoren wie Pankreas- oder Lymphdrüsenkrebs erforscht. Vereinfacht wird die Translation der Forschungsergebnisse durch die unmittelbare Nähe zum TUM Universitätsklinikum.

Hochschulweites Gesamtkonzept

Die Vernetzung von Klinik, Forschung und Technik ist eine tragende Säule im fächerübergreifenden Gesamtkonzept der TUM. Mit der Munich School of BioEngineering (2015), dem TranslaTUM (2017), der neuen Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) (2017), dem Bayerischen Kernresonanzzentrum (2017) und dem Proteinforschungszentrum (2017) verfügt die TUM über eine eminente technologiebasierte Gesundheitsforschung, an der Hunderte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beteiligt sind.

„Die drängenden Fragen der Medizin der Zukunft lassen sich nur interdisziplinär lösen. Mit unserem hochdifferenzierten Fächerspektrum wirken bei uns ingenieurswissenschaftliches Know-how, klinische Expertise und medizinische Grundlagenforschung nahtlos zusammen.“, sagt Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM.

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