Richtfest für neues biomedizinisches Forschungszentrum

Proteinforschung der Spitzenklasse

Richtfest zum Neubau des Protein-Forschungszentrums auf dem Campus in Garching: Prof. Stephan Sieber, stv. Leiter des Zentrums, Thomas Rachel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Alfons Kraft zweiter Bürgermeister der Stadt Garching, TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann und Ilse Aigner, bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr (v.l.n.r.). (Foto: A. Heddergott)
Richtfest zum Neubau auf dem Campus in Garching: Prof. Stephan Sieber, stv. Leiter des Zentrums, Thomas Rachel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Alfons Kraft zweiter Bürgermeister der Stadt Garching, TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann und Ilse Aigner, bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr (v.l.n.r.). (Foto: A. Heddergott)

Campus

Mit dem Neubau des Protein-Forschungszentrums in Garching stärkt die Technische Universität München (TUM) ihre biomedizinische Forschung. Beim Richtfest am 30. August 2018 betonte TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann die disziplinübergreifende Zusammenarbeit im neuen Forschungszentrum. Staatsministerin Aigner würdigte die Bedeutung des Neubaus für die Entwicklung des Forschungscampus in Garching.

Auf rund 4.000 Quadratmetern Nutzfläche und mit circa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden im „TUM Center for Functional Protein Assemblies“ die Kompetenzen der TU München in den Bereichen der Proteinchemie, der Strukturaufklärung, der chemischen Biologie, der Einzelmolekülbiophysik, der zellulären Biophysik, der DNA-Nanotechnologie, der Molekulardynamik-Simulation und des Bioingenieurwesens gebündelt. Fachübergreifend sollen biomedizinische Anwendungen zur Heilung von Krankheiten entwickelt werden, die durch Störungen im Zusammenspiel der Biomoleküle verursacht werden, darunter Alzheimer und Diabetes. Die Baukosten in Höhe von 40 Millionen Euro teilen sich der Bund und der Freistaat Bayern.

Verbindung biomedizinischer und ingenieurwissenschaftlicher Forschung

Mit der Errichtung des neuen Protein-Forschungszentrums verfolgt die TU München einen Weg, den sie schon mit der Einrichtung der Munich School of BioEngineering und des Krebsforschungszentrums TranslaTUM eingeschlagen hat: Sie bindet ingenieurwissenschaftliche Kompetenzen in die biomedizinische Forschung ein. Weitere Elemente der biomedizinischen Forschung an der TUM sind das neue Bayerische Kernresonanz-Zentrum sowie das im Aufbau befindliche und von der Klaus Tschira-Stiftung finanzierte Multiple Sklerose-Zentrum.

„Die Grundlagenforschung darf nicht bei der Invention, bei der Publikation, stehen bleiben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten mit Partnern, zum Beispiel aus der Wirtschaft, die Strecke der Innovation beschreiten. Dafür steht die TUM als unternehmerische Universität“, sagte Wolfgang A. Herrmann. „Das ‚TUM Center for Functional Protein Assemblies‘ besteht aus hervorragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verschiedener Fakultäten, und wird aus deren Wechselwirkungen heraus die Erforschung komplexer Fragestellungen voranbringen.“

Spitzenforschung braucht exzellente Rahmenbedingungen

Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, betonte, dass Spitzenforschung exzellente Rahmenbedingungen brauche. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überlegten genau, welche Standorte die richtigen für sie seien und sie gingen dorthin, wo sie die besten Labore und die besten Arbeitsbedingungen finden. Deswegen sei die Frage der Errichtung von Forschungsbauten eine essentielle. An der TUM sieht Rachel optimale Bedingungen, um verbesserte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten zu finden.

Entwicklung des Forschungscampus in Garching

Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr und stellvertretende Ministerpräsidentin, würdigte in ihrer Rede die Bedeutung des Proteinforschungszentrums für den Ausbau des Forschungscampus in Garching. Exzellente Forschung brauche einen Raum, und mit 20 Millionen Euro erzeuge der Freistaat mit diesem Bau einen Mehrwert, der sich in der Verbindung verschiedener Disziplinen zeige. So könnten komplexe biochemische Labore, physikalische Messräume, Flächen für theoretische Forschung und Räumlichkeiten für hochspezialisierte Großgeräte zur Verfügung gestellt werden.

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