Start-ups Vectoflow und CQSE für den Deutschen Gründerpreis nominiert

Strömungssonden und ein kluges Analyseprogramm

Entwickeln individuell angepasste Strömungsonden: Katharina Keitz und Florian Wehner. (Bild: Jooß / TUM)
Entwickeln individuell angepasste Strömungsonden: Katharina Keitz und Florian Wehner. (Bild: Jooß / TUM)

Entrepreneurship

Zwei Start-ups der Technischen Universität München (TUM) sind unter den Finalisten des Deutschen Gründerpreises 2018. Vectoflow produziert individuell angefertigte Strömungssonden, CQSE hat ein Analyseprogramm entwickelt, das Unternehmen hilft, gängige Probleme bei der Weiterentwicklung von Software zu umgehen. Die Gewinner werden bei der Preisverleihung am 11. September im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin bekannt gegeben. Die Verleihung wird im Live-Stream übertragen.

Kleine, stabile und individuell anpassbare Strömungssensoren zu entwickeln: Diese Idee hatte Katharina Kreitz während ihres Maschinenbaustudiums mit dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt. Die Lösung sah sie im 3D-Druck: Mit dieser Technologie lassen sich die Sensoren individuell an die Anforderungen der Kunden anpassen.

Der Bedarf für die Produkte ist groß. Autobauer etwa installieren die Sonden und untersuchen die Aerodynamik ihrer Prototypen im Windkanal. Aber auch bei der Herstellung von Klimaanlagen, Dunstabzugshauben und Drohnen müssen Strömungen gemessen werden. Nicht bei allen Anwendungen handelt es sich um Luft, die strömt – auch die Strömung von Gas, Wasser oder Öl kann gemessen werden.

Sieben Angestellte, Kunden auf der ganzen Welt

Gemeinsam mit Dr. Christian Haigermoser, ebenfalls TUM-Absolvent, gründete die junge Unternehmerin im April 2015 die Vectoflow GmbH. Als dritten Partner konnten sie den Ingenieur Florian Wehner gewinnen. Die Gründer wurden von der TUM und der UntenehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung, gefördert. Sie nahmen die Gründungsberatung in Anspruch und konnten Büroräume und Arbeitsplätze im „Inkubator“ sowie die Hightechwerkstatt MakerSpace nutzen. Im „XPRENEURS“-Programm wurden sie auf den Markteintritt vorbereitet, „Techfounders“ brachte sie mit potenziellen Investoren und Kunden zusammen; beide Programme werden von der UnternehmerTUM angeboten.

Mittlerweile arbeiten sieben Angestellte fest bei Vectoflow, die Kunden sitzen auf der ganzen Welt – unter anderem in China, in Indien, in Saudi-Arabien und in den USA. Unter anderem belieferte das Start-up verschiedene Rennserien wie etwa die Formel 1, mit ihren Sonden.

Vielversprechend für zahlreiche Wirtschaftszweige

Software wird immer komplizierter, muss stetig weiterentwickelt und an neue Aufgaben angepasst werden. Bei der Aktualisierung treten häufig unerwartete Probleme in anderen Teilen der Software auf. Mit ihrer Idee, wie sich das verhindern lässt, gründeten vier damalige Doktoranden an der TUM die Firma CQSE.

Schon während des Programmierens überwacht ihr Analyseprogramm Teamscale, ob die neuen Komponenten sich mit der bestehenden Software vertragen. Konflikte meldet Teamscale bereits wenige Sekunden nach einer Code-Änderung. So lassen Probleme sich sofort lösen, statt wie üblicherweise im Nachhinein. Damit bietet Teamscale Firmen einen Überblick über mögliche Schwachstellen ihrer Software und spart ihnen Zeit und Kosten. Bislang ist das Produkt weltweit einzigartig – und vielversprechend für zahlreiche Wirtschaftszweige.

Die Gründer Florian Deißenböck, Martin Feilkas, Benjamin Hummel und Elmar Juergens hatten sich während ihres Promotionsstudiums an der TU München kennengelernt, wo sie vom mittlerweile emeritierten Professor für Software- and Systems Engineering, Manfred Broy, unterstützt wurden. Inzwischen arbeiten 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei dem 2009 gegründeten Unternehmen. Seit 2014 hat CQSE eine rasante Entwicklung vollzogen, mit Wachstumsraten von rund 30 Prozent pro Jahr und einem Umsatz von derzeit drei Millionen Euro. Nun wollen die Münchner Unternehmer eine Tochterfirma in den USA gründen.

Verleihung des Deutschen Gründerpreises

Beide Start-ups sind unter den Finalisten des Deutschen Gründerpreises. Am 11. September findet die Verleihung in Berlin statt. Einen Link zum Live-Stream ist kurz vor der Ausstrahlung unter https://www.deutscher-gruenderpreis.de/ zu finden.

TUM belegt Platz 1 beim „Gründungsradar“

Die TUM bringt laut dem aktuellen „Deutschen Startup Monitor“ unter den deutschen Hochschulen die meisten Gründerinnen und Gründer hervor. Jedes Jahr werden hier rund 70 Unternehmen ausgegründet. Die hervorragende Förderung bestätigt der „Gründungsradar“ des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, bei dem die TUM auf Platz 1 der großen Hochschulen steht.