Fünfteilige Webserie „Technically Single“ startet am 13. Oktober

Heldinnen aus den Ingenieurwissenschaften

Showdown im Labor: Juli (Alina Stiegler) stellt samt Lügendetektor-Roboter Poppy ihren Ex-Freund Tossi (Lázló Branko Breiding) zur Rede. (Bild und Video: COCOFILMS / KARBE FILM)
Showdown im Labor: Juli (Alina Stiegler) stellt samt Lügendetektor-Roboter Poppy ihren Ex-Freund Tossi (Lázló Branko Breiding) zur Rede. (Bild und Video: COCOFILMS / KARBE FILM)
 

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Die Technische Universität München (TUM) geht mit einer Webserie neue Wege, um Frauen für ein Studium der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu begeistern. Ab 13. Oktober ist „Technically Single“ auf der Streaming-Plattform Maxdome und dem Online-Sender Sixx zu sehen. Klaus Diepold, Professor für Datenverarbeitung an der TUM und Initiator der Serie, und TUM-Alumnus Tobias Grabmeier, Creative Producer der Serie, sprechen im Interview über Rollenbilder und die Zusammenarbeit mit Maria Furtwängler.

Unsere Universität hat viele Angebote, um Frauen für die MINT Fächer zu begeistern: Schnupper-Programme, Mentorings oder Workshops. Eine Webserie ist nun ein gänzlich anderer Ansatz – wie kam es dazu? 

Klaus Diepold: „Die Idee hatten wir schon vor über vier Jahren. Sie stammt noch aus meiner Zeit als Vizepräsident für Diversity und Talent Management. Da unsere Rollenbilder ja ganz stark von dem besetzt sind, was wir über die Medien aufnehmen, haben wir hier einen Ansatzpunkt gesehen. Helden aus den Ingenieurwissenschaften gibt es nämlich viel zu wenig. Heldinnen noch weniger und so kam es zu der Idee, eine Serie mit eben solchen Heldinnen zu produzieren. Wir wollten eine Geschichte erzählen, die Themen verhandelt, die jungen Menschen an der Uni bewegen. Und natürlich wollten wir auch mit bestehenden Klischees über das Ingenieurstudium spielen und auf eine unterhaltsame Art zeigen, dass die längst nicht immer zutreffen.“

Im Mittelpunkt der Serie stehen zwei junge Frauen, die einen technischen Studiengang studieren.

Tobias Grabmeier: „Im Grunde ist es eine Coming-of-Age Geschichte: Juli schreibt sich an der TU für ein Elektrotechnik-Studium ein und wird in diesem Moment von ihrem langjährigen Freund verlassen. Per Videochat. Er hält sie für zu emanzipiert und zu nerdig. Mit ihrer besten Freundin Jäckie schmiedet Juli den Plan, ihren Ex-Freund erst zurückzugewinnen, um ihn dann selbst mit einem Knall abzuservieren. Leichter gesagt, als getan…“

Diepold: „Eine dritte wichtige Protagonistin ist Professorin Bornholm, die in der Serie das Fach Regelungstechnik unterrichtet. Derzeit haben wir an unserer Fakultät übrigens auch wirklich zwei Professorinnen für dieses Fach. Ich denke, es ist es ganz wichtig für junge Frauen, dass sie im Studium auch auf weibliche Vorbilder treffen. Was solche Rolemodels betrifft, sind wir an der TUM insgesamt auf einem guten Weg – aber natürlich muss der Anteil an Professorinnen noch weiter steigen.“

Gespielt wird Professorin Bornholm von Maria Furtwängler, die unter anderem als Tatort-Kommissarin bekannt ist.

Diepold: „Produktion und Regie hatten von Anfang an die Idee, für diese Rolle Maria Furtwängler anzufragen. Sie hat ja an der TUM Medizin studiert. Außerdem engagiert sie sich generell sehr für Frauenrechte und Gleichstellung. Das hat alles sehr gut gepasst und dennoch war es natürlich ein hoch gestecktes Ziel, eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen für unsere Serie zu gewinnen. Umso mehr haben wir uns gefreut, als die Zusage kam.“

Die Folgen dauern alle etwa 10 Minuten – wieso ein so kurzes Format? 

Diepold: „Tobias und ich haben ja schon einige kurze Videos zusammen produziert. Unter anderem den Image-Film „Typisch TUM“ von 2013. Der ist sehr gut gelaufen und das war vielleicht nochmal ein Hinweis für uns, dass kurze Video-Inhalte für die junge Zielgruppe einer Uni gut funktionieren.“ 

Grabmeier: „Wir waren von Anfang an überzeugt vom Format Webserie – also einer Serie mit kurzen, aber hochwertig produzierten Folgen, die eine Geschichte eben in 10  Minuten auf den Punkt bringen. Dieses Format passt gut zum veränderten Medien-Nutzungsverhalten junger Leute und wird in Zukunft mit Sicherheit weiter an Popularität gewinnen.“

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) und welche weiteren Personen waren beteiligt? 

Grabmeier: „Gleich zu Beginn unserer Überlegungen bin ich auf Helena Hufnagel, die spätere Produzentin, und Sebastian Stojetz, den späteren Drehbuchautor und Regisseur, zugegangen. Die haben beide an der HFF studiert und wir haben gemeinsam die ersten Ideen für die Geschichte entwickelt. Lena Karbe als Co-Produzentin, Lena Klein als Produzentin und Thomas Schiller als Kameramann haben das Kernteam dann vervollständigt.“ 

Diepold: „Insgesamt waren, inklusive Komparsen, über 100 Leute an der Produktion beteiligt, allen voran unser grandioser Cast mit Alina Stiegler in der Hauptrolle als Juli. Und an der TUM das ganze Team von TUM Diversity.

Wird es eine Fortsetzung geben? 

Grabmeier: „Der Abschluss der ersten Staffel ist das erste Semester – das war der Bogen, den wir spannen wollten, und natürlich gäbe es noch ein paar weitere Semester...“ 

Diepold: „Wir haben da noch einige Ideen. Aber jetzt freuen wir uns erstmal über die erste Staffel, ermöglicht durch die Finanzierung von TUM, HFF und dem FilmFernsehFonds Bayern.

Mehr Informationen:

  • „Technically Single“ läuft bei Maxdome und auf sixx.de. Die ganze erste Staffel ist ab 13. Oktober verfügbar. Vorab zeigt Spiegel.tv die erste Folge exklusiv.
    Drehbuch und Regie: Sebastian Stojetz; Besetzung: Alina Stiegler, Sebastian Schneider, Sarah Mahita Giese, Eugene Boateng, László Branko Breiding, Maria Furtwängler, Ella Maria Gollmer, Maxi Schafroth; Creative Producer: Tobias Grabmeier; Produktion: cocofilms GmbH, Helena Hufnagel und KarbeFilm, Lena Karbe; Gesamtleitung TUM: Klaus Diepold
  • Prof. Dr.-Ing. Klaus Diepold hat an der TUM studiert und promoviert. Danach war er in der Video- und Fernsehindustrie tätig und hat mehr als zehn Jahre lang MPEG-Standards mitentwickelt. 2002 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Datenverarbeitung. Von 2013 bis 2015 war er Vizepräsident der TUM für Diversity und Talent Management. 
  • Tobias Grabmeier studierte Elektro- und Informationstechnik an der TUM. Nach dem Abschluss 2012 gründete er eine Digitalagentur und ist mittlerweile als Innovationsberater tätig.
Klaus Diepold, Professor für Datenverarbeitung an der TUM und Initiator der Serie. (Bild: Astrid Eckert)
Klaus Diepold, Professor für Datenverarbeitung an der TUM und Initiator der Serie. (Bild: Astrid Eckert)
Tobias Grabmeier, TUM-Alumnus und Creative Producer der Serie. (Bild: Schröder)
Tobias Grabmeier, TUM-Alumnus und Creative Producer der Serie. (Bild: Schröder)