(v.l.:) Bild mit Ortnerpreisträgern: Prof. Arnulf Melzer, 2021 Jacqueline Adelovo, 2021 Anna-Maria Mayerhofer, Prof. Marion Kiechle, 2020 Bettina Chocholaty, 2020 Dr. Rebecca Preller, 2021 Maximilian Winderl, 2020 Dr. Veronika Dill, 2021 Dr. Caren Wanzke, 2021 Friederike Schneider, TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann
Bild: Andreas Heddergott / TUM
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Mitarbeitende der TUM und Nachwuchsforschende geehrtBauernfeind-Medaillen und Preise der Ortner-Stiftung

Für ihre Verdienste um die Technische Universität München (TUM) hat Präsident Prof. Thomas F. Hofmann eine Reihe von Persönlichkeiten mit der Karl Max von Bauernfeind-Medaille ausgezeichnet. Außerdem vergab die Johannes B. Ortner-Stiftung Förderpreise an herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der TUM. Die Ehrungen wurden im Rahmen des TUM Award Dinner verliehen.

Elisabeth Jörg-Müller, Mitarbeiterin in der wissenschaftlichen Direktion der Forschungs-Neutronenquelle FRM II, erhielt die Karl Max von Bauernfeind-Medaille für ihren Einsatz für die Belange der Neutronenforschung und eine transparente Kommunikation.

Dr. Kathrin Dressel aus dem TUM Center for Study and Teaching wurde für ihre kluge und effiziente Betreuung des Lehrbetriebs während der Corona-Pandemie und ihren Einsatz bei der Organisation von Test- und Impfangeboten ausgezeichnet, die die Wiederaufnahme der Präsenzlehre ermöglicht haben.

Und auch Dr. Andreas Bauer vom Hochschulreferat 6 für Gesundheit, Sicherheit, Strahlenschutz wurde für sein Engagement während der Corona-Pandemie geehrt. Er habe herausragenden Einsatz bei der Kontaktverfolgung und der Organisation von Test- und Impfangeboten gezeigt und damit zur Rückkehr von Forschung und Lehre auf den Campus beigetragen.

Dr. Markus Wächter wurde in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer von TUM Asia ausgezeichnet. Seit 2006 leitet er den einzigen Auslandscampus der TUM und hat sich dabei große Verdienste um den Erfolg des Projekts und die Sichtbarkeit der TUM in Asien erworben.

Preise der Ortner-Stiftung

Die Johannes B. Ortner-Stiftung vergab insgesamt 14 Auszeichnungen für hervorragende Nachwuchsforschende der Jahrgänge 2020 und 2021. Bei den Forschungsprojekten es sich um Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen. Übersicht in alphabetischer Reihenfolge der jeweiligen Jahre:

Preisträger 2021

Jacqueline Adelowo, M.Sc. „Bid-based Derivation of Marginal Costs in Auction Markets”

Adelowo kombiniert in ihrer hervorragend recherchierten Arbeit theoretische Konzepte mit einer stichhaltigen empirischen Analyse zur computer-basierten Überwachung von Marktmacht – einem immer relevanter werdenden Thema in der Wettbewerbspolitik. Ihre Ergebnisse lassen klare Handlungsempfehlungen zu, die zu Effizienzsteigerungen in der regulatorischen Praxis beitragen können.

Anna-Maria Mayerhofer, M.Sc. “Beiläufige Komplexitäten. Neun Projekte junger Münchner Architekturbüros“

Die herausragende und für den Architekturdiskurs höchst relevante schriftlich-theoretische Arbeit untersucht die zugrundeliegende architektonische Haltung junger Architektinnen und Architekten sowie den Einfluss baugesetzlicher, ökonomischer und ökologischer Bedingungen auf die Erscheinung realisierter Gebäude.

PD Dr. med. Daniela Paepke „Integrative Medizin in der gynäkologischen Onkologie – Eine Bedarfserhebung der Gründung des Zentrums für Integrative Gynäkologie und Geburtshilfe“

Krebspatientinnen haben häufig den Wunsch nach Integrativer Medizin begleitend zu ihrer onkologischen Therapie. Paepke hat sich erstmals diesem Patienten-zentrierten Thema in analytisch-wissenschaftlicher Weise angenommen, mehrere Studien dazu an der Frauenklinik des MRI durchgeführt und zahlreiche Peer-reviewed Arbeiten verfasst.

Fabian Sauter, M.Sc. „Konkurrenz entlang von Produktivitätsgradienten – Eine Fallstudie mit der seltenen Ackerwildkrautart“

Die Agrobiodiversität ist stark zurückgegangen, während die Mechanismen dieser Rückgänge nicht ausreichend verstanden sind. Hier setzt die Arbeit an und basiert auf einem originellen Versuchsdesign, umfangreichen Daten und substanzieller Auswertung.

Friederike Schneider, M.Sc. „TUTTI. Ein Flussbad an der Isar“

Der Verfasserin gelingt mit ihrer Masterarbeit eine auf allen Ebenen überzeugende, eigenständige und ausdrucksstarke architektonische Antwort auf die Frage, wie ein innerstädtisches Flussbad in zentraler Lage in München beschaffen sein kann.

Hannah Schwedhelm, M.Sc. „Bewertung der ökologischen Mindestwasserabflüsse in der Region Tirol“

Schwedhelm übertrug eine innovative Methode der Restwasserbestimmung erfolgreich auf den Alpenraum und erweiterte durch den Einsatz von Drohnen und Computersimulationen deren Datenerhebung. Die zukunftsweisende Arbeit berücksichtigt Hydrologie, Morphologie und Klima durch ein dynamisches Restwasserregime und zeigt, wie Wasserkraft und intakte Fließgewässerökosysteme vereinbar sind.

Dr. Caren Wanzke “Development of Dissipative Supramolecular Materials – From Concept to Application”

Das übergeordnete Ziel in Wanzkes Arbeit war es, Selbstorganisation von Molekülen zur Erzeugung neuer Materialen mit einzigartigen Eigenschaften zu nutzen. Sie konzentrierte sich dabei auf Systeme, die zum Transport und zur Freisetzung von medizinisch aktiven Wirkstoffen geeignet sind. Das Ergebnis sind Emulsionen mit einstellbarer Geschwindigkeit der Wirkstofffreisetzung.

Maximilian Winderl, M.Sc. „Multiobjective Optimization of Irrigation Scheduling Based on MIKE SHE”

Winderl hat einen neuartigen Optimierungsansatz für die Bewässerungsplanung entwickelt. Die Relevanz des Themas, der hohe Innovationsgehalt der Arbeit sowie die Qualität der Ausarbeitung rechtfertigen die besondere Würdigung der Arbeit.

Preisträger 2020

Dr. Friederike Adams „From Michael-type Systems to biobased lactones: Designing novel polymer microstructures with modified bis(phenolate)lanthanides

Adams hat mit dieser Arbeit die katalytische Synthese von Polymeren ermöglicht, die bisher nicht zugängliche Eigenschaften zeigen. Beispielsweise konnte über diese Lanthanidenkomplexe ein Poly(3-hydroxybutyrat) hergestellt werden, was eine neuartige Blockmikrostruktur aufweist und als eine biologisch-abbaubare Alternative zu herkömmlichen Verpackungsmaterialen zählt.

Bettina Chocholaty „BEM-FEM Kopplung für die Analyse der Boden-Bauwerk-Interaktion im Zeitbereich“

Diese Arbeit erfüllt in hervorragender Weise das Ziel, eine hochkomplexe Methodik der seismischen Boden-Bauwerk-Interaktion in ein optimiertes Tool zu implementieren. Die wissenschaftlich fundierte Prognose komplexer transienter Schwingungsantworten unter zeitveränderlichen Lasten von mit dem Baugrund gekoppelten Strukturen hat ein bemerkenswertes Potential, den Forschungstransfer im Bereich ‚Erdbebensicheres Bauen‘ zu fördern.

Dr. med. Veronika Dill „Aufhebung erworbener Apoptoseresistenz als therapeutischer Ansatz für Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen (MDS) und Patienten mit sekundärer akuter myeloischer Leukämie (sAML)“

Myelodysplastische Syndrome sind Stammzellerkrankungen, unter denen insbesondere ältere Patienten immer häufiger leiden. Es gelingt Dill durch einen translationalen Ansatz ihrer Forschung, den selektiven BCL2-Inhibitor Venetoclax als Behandlungsoption für Hochrisiko-MDS und sAML-Patienten zu positionieren. Dies ist ein bemerkenswerter Schritt in der zukünftigen Behandlung dieser Patientengruppe.

Laura Eberhardt, M.A. „Hospitium – Beherbergung Sterbender“

Die Arbeit formuliert mit architektonischen Mitteln eine präzise Antwort auf die Frage nach der angemessenen Beherbergung Sterbender. Sie zeichnet sich durch die profunde Erarbeitung des Themas und eine mit Sorgfalt gemachte Architektur aus, deren Qualitäten gleichermaßen in der räumlich-organisatorischen Struktur, der sinnlich-wahrnehmbaren Materialisierung, wie in der Verortung im städtischen Kontext liegt.

Dr. Rebecca Preller „The Entrepreneurial Team Journey: Collectively Exploring the Venture’s Future”

Preller bearbeitet in ihrer Dissertation spannende Problemstellungen rund um den Themenkomplex des Gründungsteams. Die Arbeit besticht durch relevante Forschungsfragen, interessante Befunde und eine außerordentliche methodische Kompetenz. Es handelt sich um eine Dissertation auf international höchstem Niveau.

Kristina Witzgall, M.Sc. „Wechselseitige Interaktionen zwischen Pflanzenresten, Mikroorganismen und Boden beim Aufbau von organischer Bodensubstanz“

Witzgall verbindet in ihrer wissenschaftlichen Arbeit auf exzellente Weise bodenchemische, mikrobiologische und bildgebende Verfahren, um dem Zusammenhang zwischen Bodenstruktur und Aufbau verschiedener Bodenkohlenstoff-Pools auf die Spur zu kommen. Dies ist ein essentieller Beitrag zur Abschätzung der Kohlenstoffspeicherung in Böden in Zeiten des Klimawandels.

Mehr Informationen:

Die Karl Max von Bauernfeind-Medaille ist benannt nach dem Gründungsdirektor der Königlich Bayerischen Polytechnischen Schule zu München, der Vorläuferin der TUM. Sie wird seit 1997 vergeben.

Der 2022 verstorbene, frühere Senator Johannes B. Ortner, hat die nach ihm benannte Stiftung überaus generös ausgestattet. Seit 2006 verleiht sie an der TUM Förderpreise für herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und unterstützt darüber hinaus regelmäßig auch kulturelle Veranstaltungen an der Universität.

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