Prof. Bernd-Robert Höhn erhält eines der renommierten Reinhart-Koselleck-Projekte.
Prof. Bernd-Robert Höhn erhält eines der renommierten Reinhart-Koselleck-Projekte. (Bild: Alexander Weigl / TUM)
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Forschungsvorhaben zum Thema selbstschmierende MaterialienReinhart-Koselleck-Projekt für Prof. Bernd-Robert Höhn

Prof. Bernd-Robert Höhn, eremitierter Ordinarius für Maschinenelemente – Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau (FZG) der TUM, erhält eines der renommierten Reinhart-Koselleck-Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). 

Mit 500.000 Euro fördert die DFG in den kommenden fünf Jahren die Grundlagenforschung des FZG zum Thema "selbstschmierende" Materialien und deren Einsatz in der Antriebstechnik. Die TUM gewinnt damit innerhalb weniger Jahre zum vierten Mal eines der begehrten Reinhart-Koselleck-Projekte der DFG.

Die Idee zu diesem Forschungsvorhaben hat eine ungewöhnliche Geschichte: Nach einer Knie-Operation musste Höhn seine Arbeit mit einem geschienten Bein meistern – eine unbequeme Sache, wie er sich erinnert. "Da habe ich mir gedacht, wie toll das wäre, wenn es in der Antriebstechnik ein Material gäbe ähnlich dem Knorpelgewebe im menschlichen Knie, das sich, wie ein schmierstoffgefüllter Schwamm, ein Leben lang selbst mit Schmierstoff versorgen kann."

Im Mittelpunkt des daraufhin entstandenen Forschungsprojekts stehen Zahnräder aus porösen Sintermaterialen, die mit Schmierstoff gefüllt werden und sich somit ähnlich wie ein Schwamm verhalten. Wenn das Sintermaterial einer – im Vergleich zum Schwamm natürlich erheblich größeren – Belastung ausgesetzt wird, gibt es den Schmierstoff an der belasteten und damit genau an der richtigen Stelle frei, und der Zahnradkontakt wird geschmiert. Erste Vorversuche erbrachten sehr vielversprechende Ergebnisse. So treten etwa Schäden an Wälzkörpern beim Einsatz schmierstoffgefüllter Sintermaterialien deutlich später auf als bei trockenen Kontakten zwischen Stahlkörpern.

Die experimentelle und simulationstechnische Erfassung dieses Phänomens und die Weiterentwicklung von Produkten wie Zahnrädern oder Wälzlagern wird nun die Aufgabe der Professoren, Sachbearbeiter und Industriepartner während der nächsten fünf Jahre sein.

Die Reinhart-Koselleck-Projekte sollen Forschern mit herausragender wissenschaftlicher Reputation mehr Freiraum geben für besonders innovative und im positiven Sinn risikobehaftete Forschung. Namensgeber des Programms ist der im Jahr 2006 verstorbene Reinhart Koselleck, einer der bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts. In Deutschland gehörte er zu den Begründern der modernen Sozialgeschichte.

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