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(V. li.) Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Prof. Gunther Reinhart, Prof. Klaus Drechsler, Prof. Wolfram Volk und TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann.
(V. li.) Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Prof. Gunther Reinhart, Prof. Klaus Drechsler, Prof. Wolfram Volk und TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann. (Foto: Dumreicher Fotografie)
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TUM-Experten für neue Fraunhofer-Einrichtung

Aus einem Guss: TUM und Fraunhofer gestalten Zukunft der Produktionstechnik

Die neue Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik, kurz Fraunhofer IGCV, wurde am gestrigen Montag in Augsburg ihrer Bestimmung übergeben. Alle drei Abteilungen der Einrichtung werden von Professoren der Technischen Universität München (TUM) geleitet: Prof. Gunther Reinhart, Prof. Klaus Drechsler und Prof. Wolfram Volk. Damit erhält die Metropolregion München einen neuen technologischen Akzent.

Die IGCV hat sich zum Ziel gesetzt, Forschung und Entwicklung in den Bereichen Leichtbaugusstechnologien, Faserverbundwerkstoffe und automatisierte Fertigung zu bündeln und wissenschaftsbasiert Innovationen für die Industrie zu generieren. Außerdem soll die interdisziplinäre Forschung in den deutschen Kernindustrien Automobilbau, Luftfahrzeugbau sowie Maschinen- und Anlagenbau vorangetrieben werden.

Drei gemeinsame Berufungen und zusätzlich sechs TUM-Professoren, die in Personalunion in Fraunhofer-Einrichtungen und Instituten Leitungsfunktionen übernehmen, zeigen die starke Verschränkung der beiden Forschungseinrichtungen. TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann: "Die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Technischen Universität München und der Fraunhofer-Gesellschaft ist eine Erfolgsgeschichte. Mit der Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik zeigen die beiden Institutionen, dass sie gesellschaftlich relevante Forschungsthemen aufgreifen. Die Kräftebündelung in den Bereichen Werkstoffe, Fertigungstechnik und Industrie 4.0 birgt das Potenzial, innovative Leichtbaustrukturen zu entwickeln, die neue Maßstäbe für Wissenschaft und Industrie setzen. Gleichzeitig wachsen die wichtigen Technologiestandorte der Metropolregion näher zusammen, indem sie ihr fachliches Ergänzungspotenzial sinnvoll nutzen."

Die Produktionstechnik ist eine Traditionsdomäne der TUM im Bereich des Maschinenwesens, mit zahlreichen Forschungspartnern in Wissenschaft und Industrie. Mit der neuen Einrichtung bündeln die TUM und die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) ihre Kompetenzen in den Bereichen Guss, Verbundwerkstoffe und intelligente Automatisierung. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit greifen sie gemeinsam zukunftsweisende Entwicklungen in den Branchen Automobilbau, Luftfahrzeugbau sowie Maschinen- und Anlagenbau auf. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Bereitstellung neuartiger Konzepte für den Leichtbau, der den technologischen Fortschritt in vielen Ingenieursektoren maßgeblich bestimmt, namentlich im Fahrzeugbau und in der Luft- und Raumfahrtbranche.

In die neue Einrichtung werden die Fraunhofer-Projektgruppe "Ressourceneffiziente mechatronische Verarbeitungsmaschinen RMV" mit ihrer Industrie-4.0-Kompetenz (Prof. Gunther Reinhart) und der Institutsteil "Funktionsintegrierter Leichtbau FIL" des Fraunhofer ICT mit dessen Composites-Expertise (Prof. Klaus Drechsler) integriert. Die Gruppe für Gießereitechnik des Lehrstuhls "Umformtechnik und Gießereiwesen" (Prof. Wolfram Volk) setzt neue gemeinsame FhG/TUM-Schwerpunkte.

Am Hauptsitz in Augsburg sind Leitung, Verwaltung sowie die Forschungsbereiche Automatisierung, Verarbeitung und Composites der IGCV angesiedelt. Am Standort Garching wird eine Abteilung Gießereitechnik neu aufgebaut. Dazu entsteht ein Forschungsneubau der FhG auf dem TUM-Campus Garching.

Die neue Einrichtung ist als künftiges Fraunhofer-Institut angelegt. Das IGCV wird von den Professoren Reinhart, Drechsler und Volk gemeinsam geleitet, erster Sprecher ist Prof. Reinhart.

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