Eröffnung des neuen Fakultätsgebäudes durch (v.l.) Dekan Prof. Mirko Hornung, Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann
Bild: TUM/Fabian Vogl
  • Campus, Präsident
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Neues Fakultätsgebäude in Ottobrunn eröffnetMinisterpräsident Söder: „Die größte Weltraum-Fakultät Europas“

Die Technische Universität München (TUM) wächst weiter kräftig. Am Montag wurde in Ottobrunn das neue Gebäude der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie (LRG) eröffnet. Es ist der künftige Kern der TUM-Aktivitäten am Standort südöstlich von München. Ziel sei es, das europaweit wichtigste universitäre Forschungs- und Studienzentrum für Luft- und Raumfahrt zu schaffen, sagte Universitätspräsident Thomas F. Hofmann.

Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte bei der Eröffnungsfeier die Bedeutung der Zukunftsthemen Luft- und Raumfahrt für die Industrie im Freistaat: „Bayern soll das Space Valley in Deutschland werden.“ Bis zu 4000 Studierende soll es in Zukunft am TUM Campus, der sich über die Nachbargemeinden Ottobrunn und Taufkirchen verteilt, geben. Bis 2030 werden es insgesamt 55 Professuren sein, wovon 23 bereits besetzt werden konnten.

Ministerpräsident Söder sprach begeistert von der „größten Weltraum-Fakultät Europas“. Dies sei eine echte „Mission Zukunft“. Der Ausbau ist Teil der Hightech-Agenda des Freistaats Bayern für die der Freistaat insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro bereitstellt. An der Eröffnungsfeier nahmen unter anderem Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler und Bauministerin Kerstin Schreyer teil.

TUM-Präsident Hofmann sagte: „Mit der Gründung einer neuen Fakultät hat sich die TUM vor drei Jahren auf dem Weg gemacht, den Campus Ottobrunn/Taufkirchen mit seinem Schwerpunkt Luftfahrt - Raumfahrt - Geodäsie zur europäischen Referenz zu entwickeln. Das heute eröffnete Fakultätsgebäude gibt den neuberufenen Professorinnen und Professoren aus aller Welt eine neue Heimat, in der sie sich wissenschaftlich bestens entfalten können.“

Die Erde im Fokus

Der Fokus der Forschung solle dabei aber die Erde bleiben. Hofmann sagte, es gehe um gesellschaftsrelevante Themen wie den Klimawandel. Mit Hilfe von Satelliten ließen sich Veränderungen etwa der Meereshöhe in bislang ungekannter Präzision messen.

Bei der Ausbildung der Studierenden setzt die TUM auf intensive Kooperation mit industriellen Partnern. Bei der Eröffnungsveranstaltung wurde eine Absichtserklärung mit der ArianeGroup unterzeichnet, die in unmittelbarer Nähe der Fakultät einen ihrer wichtigsten Standorte hat. Künftig sollen Studierende direkt bei dem Raumfahrtkonzern ihre Abschlussarbeiten schreiben oder in praktischen Entwicklungsprojekten mitarbeiten können.

Diese Industry-on-Campus-Strategie verfolgt die TUM bereits mit anderen Unternehmen. „Nicht Einzelkämpfertum, sondern strategische Kollaboration und koordiniertes Teamarbeiten versprechen zukunftsfähige Technologiesprünge“, so der TUM-Präsident.

Vielfältige Forschungsprojekte

  • Großes Interesse der Ehrengäste an der Lebensrettungsdrohne Horyzon
  • Der Astronaut Prof. Ulrich Walter erklärt Ministerpräsident Dr. Markus Söder ein maßstabsgetreues Satellitenmodell
  • TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann bei seiner Festrede
  • Die Festgäste sehen sich eine Drohne an

Vom Satellitenlabor zur Defibrillator-Drohne

Bei der Eröffnungsveranstaltung wurden eine ganze Reihe von Forschungsprojekten präsentiert. So geht es im Microsatellite Rapid Development Lab um eine Simulations- und Testanlage für Satelliten. Im Augmented Reality Sandkasten können Auswirkungen von Geländeveränderungen etwa auf das Verhalten von Flüssen simuliert und leicht verständlich dargestellt werden.

Bei Autonomous Aerial Systems geht es hingegen um fliegende Serviceroboter für Industrie, Landwirtschaft und Dienstleister. VTOL UAV befasst sich mit senkrecht startenden unbemannten Fluggeräten und bei FLiPASED handelt es sich um ein Testfluggerät.

Mit am meisten Aufmerksamkeit der prominenten Ehrengäste aus Politik, Forschung und Gesellschaft zogen die studentischen Projekte TUM Hyperloop, ein Personentransportsystem in Vakuumröhren, und Horyzn, eine Defibrillator-Drohne zum Notfalleinsatz in abgelegenen Gebieten, auf sich.

Technische Universität München

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Kontakte zum Artikel:

Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie
Dekan Prof. Dr.-Ing. Mirko Hornung
Tel. +49 89 289 55500
dekanat@lrg.tum.de

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