TUM - Aktuelles https://www.tum.de Aktuelle Meldungen der TU München de TUM Mon, 22 Apr 2019 18:19:07 +0200 Mon, 22 Apr 2019 18:19:07 +0200 „Energieversorgung kann in Afrika einen Boom auslösen“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35327/ Wenn über Firmengründungen diskutiert wird, geht es meist ums Silicon Valley oder europäische Start-ups. Mali ist ein eher ungewöhnlicher Ort für die Gründungsforschung.

Aber auch dort stellen sich spannende Fragen. Wir wollen herausfinden, ob und welche unternehmerischen Aktivitäten entstehen, wenn eine der Grundbedingungen für die meisten Unternehmungen geschaffen wird: die Versorgung mit Energie.

Heißt das, Sie untersuchen ländliche Regionen?

Ja, wir werden drei Dörfer untersuchen, in denen unser Projektpartner, das Sozialunternehmen Africa GreenTech, kleine Solarkraftwerke und lokale Stromnetze errichtet. Vor dem Betriebsstart gehen wir von Haus zu Haus und machen eine Bestandsaufnahme: Sind schon Selbstständige und Mikrounternehmen aktiv? Welche Energiequellen gibt es? Wie groß ist die Bereitschaft, Strom zu erwerben?

Was weiß die Wissenschaft über die Einstellung zum unternehmerischen Handeln in den Staaten südlich der Sahara?

Wir können uns dazu Zahlen aus dem „Global Entrepreneurship Monitor“ anschauen, eine weltweite Umfrage zur Bereitschaft, ein Unternehmen zu gründen. Aber in solchen Studien wird in Afrika die gebildete Oberschicht in den großen Städten befragt. Sie geben keine Auskunft über die Situation in den ländlichen Regionen der Subsahara. Wir gehen dort zu den Menschen, von denen viele weder lesen noch schreiben können, aber trotzdem unternehmerisch tätig sind. Für langfristige Fallstudien werden wir jeweils zehn bis zwanzig Personen alle sechs Monate befragen.

Welche Formen von Unternehmensgründungen halten Sie für möglich?

Es geht zunächst einmal um Mikrounternehmen. Das kann etwa ein Internetkiosk oder eine TV-Bar sein. Marktleute, die bislang Lebensmittel verkauft haben, könnten diese nun lagern und weiterverarbeiten und dafür ein, zwei Mitarbeiter einstellen. Auch was sich bei schon bestehenden Kleinstunternehmen ändert, wollen wir erfassen, zum Beispiel bei Handwerksbetrieben, die mit neuen Geräten mehr oder anders produzieren.

Gibt es landesspezifische Faktoren, die über den Erfolg der Firmen entscheiden könnten?

Im Vergleich zu Europa sehen wir zwei wichtige Besonderheiten: Zum einen die große Bedeutung der Familie. Bei uns spielen vielleicht die Eltern moralisch und finanziell eine gewisse Rolle. In den meisten afrikanischen Ländern gibt es aber eine viel größere soziale Verpflichtung gegenüber der gesamten Großfamilie, die bei wirtschaftlichem Erfolg auch eine finanzielle Verpflichtung ist. Wir wollen untersuchen, wie die neuen Unternehmen damit umgehen, wie sich die Familiensituation ändert und welche Wege Frauen einschlagen. Ein Beispiel wäre, dass Frauen aus mehreren Familien gemeinsam gründen, weil sie damit eine Legitimation haben, kein Geld aus der Firma zu ziehen.

Der zweite Punkt ist die Bedeutung der informellen Ökonomie. Ein Großteil der Firmen in den ländlichen Regionen Malis ist nicht registriert und zahlt keine Steuern. Wie entstehen und wie entwickeln sich unternehmerische Chancen in einem solchen Kontext? Was passiert, wenn ein Mikrounternehmen wächst und Menschen beschäftigt? Ist es dann sinnvoll und notwendig, das Geschäft formell anzumelden?

Wem sollen Ihre Forschungsergebnisse nutzen?

Auf der Grundlage dieses Pilotprojekts wollen wir mit afrikanischen Universitäten und anderen europäischen TUs in mehreren afrikanischen Ländern umfangreiche Studien erheben. Deren Erkenntnisse sollen Politik und Wirtschaft helfen, das enorme ökonomische Potenzial des Kontinents zu heben. 600 Millionen Menschen in Afrika haben keinen Strom, vor allem auf dem Land. Wir sind überzeugt, dass die Situation vergleichbar ist mit der Entwicklung in den ländlichen Regionen in Deutschland vor gut 100 Jahren: Wer die Chancen der Energieversorgung richtig nutzt, kann einen Boom auslösen.

Mehr Informationen:

Die TUM hat 2018 eine Initiative für langfristige, intensive Kooperationen in Forschung, Lehre und Entrepreneurship mit afrikanischen Partnern gestartet. Erstes Beispiel ist das Abkommen mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Ghana. Die Initiative baut auf den 140 Projekten und Austausch-Programmen auf, in denen die TUM bislang schon mit Institutionen in 20 afrikanischen Ländern zusammenarbeitet.

Kontakt:

Prof. Dr. Frank-Martin Belz
Technische Universität München (TUM)
Professur für Unternehmerische Nachhaltigkeit
Tel.: +49 8161 71 3279
frank.belz(at)tum.de

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Forschung klaus.becker@tum.de news-35327 Fri, 05 Apr 2019 10:00:00 +0200
Schwarze Nanopartikel bremsen Tumorwachstum https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35324/ Nanopartikel gelten als vielversprechender Ansatz für die Tumorbekämpfung, weil Tumorgewebe sie aufgrund eines durchlässigeren Blutgefäßsystems leichter aufnimmt als gesunde Zellen. Ein Beispiel für sie sind kleine Bläschen, die von Bakterienmembran umgeben sind und als "Outer Membrane Vesicles“ (OMVs) bezeichnet werden. Die 20 – 200 Nanometer großen Partikel haben viele Vorteile: Sie sind biologisch verträglich und abbaubar, lassen sich leicht und günstig auch in großem Maßstab in Bakterien produzieren, zum Beispiel mit medikamentösen Wirkstoffen beladen und einfach verabreichen.

Nanopartikel mit schwarzer Fracht

Welches große Potential OMVs noch für die Tumordiagnostik und -therapie haben können, hat Prof. Vasilis Ntziachristos, Professor für Biologische Bildgebung an der TUM, mit seinem Team gezeigt. Sie nutzten dabei die charakteristischen Eigenschaften von OMVs und Melanin.

Dr. Vipul Gujrati, Erstautor der Studie, erklärt das Prinzip: „Melanin absorbiert Licht sehr gut - auch im Infrarot-Bereich. Genau dieses Licht nutzen wir in unserem bildgebenden Verfahren Optoakustik für die Tumordiagnostik. Gleichzeitig setzt Melanin diese aufgenommene Energie in Wärme um, die es wieder abstrahlt. Und Wärme wird in ersten klinischen Studien für die Tumorbekämpfung eingesetzt“.

Die Optoakustik kombiniert die Vorteile von optischer Bildgebung und Ultraschalltechnik und wurde von Ntziachristos entscheidend vorangebracht. Dabei erwärmen schwache Laserimpulse das Gewebe geringfügig, woraufhin es sich minimal und kurzzeitig ausdehnt. Zieht sich das Gewebe in Folge der Abkühlung wieder zusammen entstehen Ultraschallsignale. Je nach Art des Gewebes unterscheiden sich die gemessenen Signale. Diese erfassen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dann mit entsprechenden Detektoren und ‚übersetzen‘ sie in dreidimensionale Bilder. Mit Hilfe von Sensormolekülen lässt sich die Spezifizität und Genauigkeit der Technik noch weiter steigern.

Wärmeentwicklung reduziert Tumorwachstum

Das Team hatte aber zuerst ein Problem zu lösen: Melanin ist schlecht wasserlöslich und damit schwer zu verabreichen. Hier kamen die OMVs ins Spiel: Die Forscherinnen und Forscher veränderten Bakterien so, dass sie Melanin produzieren und in ihre Membran und den daraus entstehenden Nanopartikeln einlagern konnten. Sie testeten die schwarzen Nanopartikel anschließend in Mäusen, die Tumore im Brustbereich hatten. Die Partikel wurden direkt in den Tumor gespritzt und dieser mit Infrarot-Laserimpulsen im Zuge der optoakustischen Untersuchung angeregt.

Es zeigte sich, dass sich die OMVs als Sensormoleküle für diese Diagnosetechnik eigneten, weil sie kontrastreiche und scharfe Bilder des Tumors lieferten. Zudem waren sie auch für photothermale Therapieansätze einsetzbar, bei denen das Tumorgewebe mit stärkeren Laserimpulsen erhitzt wird, so dass die Krebszellen absterben. Durch das Melanin erwärmte sich das Tumorgewebe von 37°C auf bis zu 56°C, während Kontrolltumore ohne Melanin sich nur auf bis zu 39°C erwärmten. Im Verlauf von zehn Tagen nach der Behandlung wuchsen die Tumore deutlich langsamer als in der Kontrollgruppe, die keine Melanin-OMVs erhalten hatten. Verstärkt wurde diese Wärmewirkung durch einen weiteren positiven Effekt der Partikel: sie verursachten eine leichte unspezifische Entzündung im Tumorgewebe, was das Immunsystem anregte, den Tumor zu bekämpfen.

„Unsere Melanin-Nanopartikel sind ‚Theranostics‘ – sie könnten gleichzeitig diagnostisch und therapeutisch eingesetzt werden. Das macht sie hochinteressant für die klinische Anwendung“, sagt Vasilis Ntziachristos. Das Team möchte nun ihre OMVs weiterentwickeln, so dass sie künftig auch klinisch genutzt werden können.

 

Publikation:

Vipul Gujrati, Jaya Prakash, Jaber Malekzadeh-Najafabadi, Andre Stiel, Uwe Klemm, Gabriele Mettenleiter, Michaela Aichler, Axel Walch and Vasilis Ntziachristos: Bioengineered bacterial vesicles as biological nanoheaters for optoacoustic imaging, Nature Communications, March 7, 2019, DOI: 10.1038/s41467-019-09034-y

Mehr Informationen:

Prof. Vasilis Ntziachristos ist Lehrstuhlinhaber an der TUM, Forschungsgruppenleiter am Zentralinstitut für Translationale Krebsforschung der TUM (TranslaTUM) und Direktor des Instituts für Biologische und Medizinische Bildgebung am Helmholtz Zentrum München.

Kontakt:

Dr. Vipul Gujrati
Wissenschaftler am Lehrstuhl für Biologische Bildgebung
Technische Universität München
Tel.: +49 (0)89 3187 - 1244
vipul.gujrati(at)tum.de

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Forschung vera.siegler@tum.de news-35324 Thu, 04 Apr 2019 10:45:00 +0200
„One Munich-Strategie“: Softwaretechnik Kognitiver Systeme https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35326/ Im neuen Institut bündeln die Partner ihre einander ergänzenden Stärken in der Grundlagen- und Anwendungsforschung. Die TUM hat 2017 die Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) unter Leitung von Prof. Sami Haddadin gegründet, um fachübergreifend Künstliche Intelligenz und Robotik für Gesundheit, Arbeit und Mobilität der Zukunft zu erforschen. Sie wird nun vier weitere Professuren an der MSRM einrichten, die gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft besetzt werden. Zwei von ihnen übernehmen die Leitung des  neuen Fraunhofer-Instituts mit Sitz in Garching. Erste Themenschwerpunkte gelten den resilienten kognitiven Systemen und der Künstlichen Intelligenz für autonome Systeme.

Bayern fördert Kompetenznetz

Das Institut wird im kürzlich gegründeten Kompetenznetzwerk Künstliche Maschinelle Intelligenz arbeiten, in dem neben der TUM und der Fraunhofer-Gesellschaft die LMU München, das Helmholtz Zentrum München und das Leibniz-Rechenzentrum kooperieren. Die Bayerische Staatsregierung hatte dies im Juni 2018 bei einer Kabinettssitzung an der TUM als Teil des Masterplans „Bayern Digital II“ beschlossen. Die Partner wollen ihren Verbund auch in die KI-Strategie der Bundesregierung integrieren.

Personell schließt sich die TUM auch mit der Helmholtz-Gemeinschaft noch enger auf dem Gebiet der KI zusammen: Soeben hat Fabian Theis, Professor für Mathematische Modellierung biologischer Systeme, die Leitung der bundesweiten Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit übernommen.

Mehr Informationen:

Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM)

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Campus presse@tum.de news-35326 Wed, 03 Apr 2019 13:00:00 +0200
Das Zünglein an der Waage https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35322/ Pflanzen haben es, Pilze, Tiere und auch Menschen: das Protein Ubiquitin. Es besteht aus einer Abfolge von 76 Aminosäuren und ist damit ein eher kleines Biomolekül. Doch sein Einfluss ist weitreichend: Art, Position und Anzahl der an ein Protein gebundenen Ubiquitin-Moleküle bestimmen Stabilität, Funktion und Aufenthaltsort des Proteins innerhalb der Zelle.

„Praktisch jeder Prozess in der Zelle wird direkt oder indirekt durch Ubiquitin beeinflusst. Daher werden Fehlfunktionen dieses Markierungsmechanismus mit dem Entstehen und Fortschreiten von Krebs und vielen anderen schweren Krankheiten in Verbindung gebracht“, erklärt Kathrin Lang, Professorin für Synthetische Biochemie an der TU München.

Die Entdeckung der Rolle dieses zellulären Regulierungssystems beim kontrollierten Abbau von zu entsorgenden Proteinen wurde 2004 mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Wie Ubiquitin-Modifikationen im Einzelnen die Funktion der Zelle beeinflussen, ist jedoch in vielen Fällen ungeklärt. Kathrin Langs Team hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Ubiquitin-Markierungen gezielt an Zielproteinen anbringen lassen – ein Schlüssel zur Erforschung des Systems.

Ein bakterielles Enzym schafft neue Verbindungen

Die Strategie des Teams umgeht das komplizierte natürliche System mit zwei Tricks: In natürliche Proteine wird zunächst eine modifizierte Aminosäure eingebaut, an die dann das aus Bakterien stammende Enzym Sortase ein Ubiquitin oder ein Ubiquitin-ähnliches Molekül anhängen kann.

„Die größte Herausforderung lag darin, die verschiedenen Schritte – den Einbau der nicht natürlichen Aminosäure in ein Zielprotein und die Übertragung des Ubiquitins durch das Enzym Sortase – so aufeinander abzustimmen, dass sie nicht nur im Reagenzglas sondern auch in lebenden Zellen funktionieren“, erinnert sich Maximilian Fottner, der Erstautor der Studie.

Mittlerweile haben die Forscher an der TU München ihr neues Verfahren für viele verschiedene zelluläre Proteine optimiert und zum Patent angemeldet. „Wir haben bereits Kooperationen mit Medizinern und Zellbiologen gestartet, die nun gemeinsam mit uns die Auswirkungen von Ubiquitin-Markierungen auf das Entstehen von Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson auf molekularer Ebene studieren wollen“, freut sich Prof. Lang.

Publikation:

Site-specific ubiquitylation and SUMOylation using genetic-code expansion and sortase
Maximilian Fottner, Andreas-David Brunner, Verena Bittl, Daniel Horn-Ghetko,
Alexander Jussupow , Ville R. I. Kaila, Anja Bremm and Kathrin Lang
Nature Chemical Biology, 15, 276–284 (2019) – DOI: 10.1038/s41589-019-0227-4

Nature Chemical Biology, News & Views: Decoding without the cipher
Amit Kumar Singh Gautam, Andreas Matouschek
Nature Chemical Biology, 15, 210–212 (2019) – DOI: 10.1038/s41589-019-0230-9

Mehr Informationen:

Bei ihren Forschungsarbeiten kooperierte das Team von Kathrin Lang mit den Gruppen von Prof. Ville R. I. Kaila, Professur für Computergestützte Biokatalyse der TU München und der Gruppe von Dr. Anja Bremm von der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Gefördert wurden die Arbeiten durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Exzellenz-Clusters Center for Integrated Protein Science Munich (CIPSM), das Internationale Graduiertenkolleg GRK 1721, sowie die Sonderforschungsbereiche SFB 1309, SFB 1035 und das Schwerpunktprogramm SPP 1623. Kathrin Lang ist im Rahmen ihrer Rudolf Mößbauer Tenure Track-Professur Fellow des Institute for Advanced Study der TUM.

Bilder mit hoher Auflösung:

https://mediatum.ub.tum.de/1483031

Kontakt:


Prof. Dr. Kathrin Lang
Technische Universität München
Professur für Synthetische Biochemie
Lichtenbergstr. 4, 85748 Garching
Tel.: +49 89 289 13836
kathrin.lang(at)tum.de

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-35322 Wed, 03 Apr 2019 09:18:00 +0200
Grundwasser besser schützen https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35311/ Sendung in der Mediathek ansehen (Interview mit Prof. Drewes ab Min. 12:15)

Die Verfügbarkeit der Beiträge ist unter Umständen zeitlich begrenzt.

Weitere Informationen:

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TUM in den Medien news-35311 Tue, 02 Apr 2019 10:00:00 +0200
Hundertstes Stipendium für internationale Postdocs https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35320/ Postdocs sind im internationalen Wettbewerb der Forschungsuniversitäten von großer Bedeutung, weil sie auf der Karrierestufe zwischen Promotion und Professur neue Ideen mit internationaler Erfahrung verbinden.

Die TUM hat deshalb 2013 ein eigenes Programm zur Gewinnung junger Postdocs auf Spitzenniveau aufgelegt. Zum zehnten Mal kommen nun 50 vorausgewählte Interessenten mit einem Reisestipendium eine Woche nach München, um sich an der TUM umzusehen und sich in Gesprächen mit der fachlich einschlägigen Professorenschaft für das begehrte einjährige Forschungsstipendium der TUM Universitätsstiftung zu qualifizieren.

Postdocs von Harvard, Stanford und MIT

Die Stipendiaten kommen von den besten ausländischen Universitäten (z.B. Harvard, Stanford, MIT, Tsinghua). Die hundertste Stipendiatin ist die taiwanesische Biotechnologin Chien-Yun Lee, die an der National Chung Hsing University promoviert hat. Am Lehrstuhl für Proteomik und Bioanalytik (Freising-Weihenstephan) wird sie untersuchen, wie Proteine auf hunderte Medikamente reagieren, um neue Erkenntnisse für die personalisierte Krebsbehandlung zu gewinnen.

Perfekte Ergänzung zur Humboldt-Stiftung

Mit ihrem aufwendigen Rekrutierungs- und Förderprogramm für internationale Postdocs ergänzt sich die TUM perfekt mit der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), „dem Leuchtturm der Internationalisierung der deutschen Wissenschaft“, wie TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann sagt. Oft werden aus TUM-Stipendiaten nach einem Jahr AvH-Stipendiaten, weil sie mit Mehrfachqualifizierungen aufwarten können.

Mehr Informationen:

Postdoc-Programm der TUM

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Campus presse@tum.de news-35320 Mon, 01 Apr 2019 10:32:00 +0200
Bundesweites KI-Netzwerk mit Zentrale in München https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35316/ Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz (KI) spielen eine wichtige Rolle in vielen Anwendungsbereichen, beispielsweise in der Gesundheitsforschung der Zukunft oder was den Klimawandel und die Mobilität von morgen betrifft. In der Helmholtz Artificial Intelligence Cooperation Unit (HAICU) werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bundesgebiet die Forschung zu diesen Themen gemeinsam voranbringen. Vom HAICU-Hauptsitz in München aus wird TUM-Professor Fabian Theis das Netzwerk leiten. Er gehört zu den Spitzenforschern auf dem Gebiet der Bioinformatik und ist Leiter des Institute of Computational Biology am Helmholtz Zentrum München.

An der TUM forschen zahlreiche herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz, zum Beispiel an der 2017 gegründeten Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM). Mit der Ansiedlung der HAICU-Zentrale in München werden sie ihre bereits erfolgreiche Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft beim Zukunftsthema Künstliche Intelligenz weiter intensivieren. Finanziert wird HAICU von der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die TUM gehört zu den weltweit führenden Universitäten in der KI-Forschung. Im Ranking des britischen Magazins „Times Higher Education (THE)“ belegte sie 2018 Platz sechs und ist damit die bestplatzierte deutsche Universität im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Weitere Informationen:

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Campus presse@tum.de news-35316 Fri, 29 Mar 2019 11:00:00 +0100
Münchner Gründerinnen und Gründer immer erfolgreicher https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35312/ Die Start-up-Szene in Deutschland boomt. Dies zeigt der aktuelle Bericht „Tech start-ups reshaping the economy“ von Ernst & Young, für den unter anderem die Höhe des eingeworbenen Risikokapitals erhoben wurde. Die 100 auf diesem Gebiet erfolgreichsten deutschen Start-ups haben seit ihrer Gründung bis zum Jahresabschluss 2018 insgesamt 8,1 Milliarden US-Dollar akquiriert – und damit 43 Prozent mehr als die besten 100 zum Ende des Jahres 2017. Berlin beheimatet die meisten in dieser Rangliste vertretenen Start-ups, dahinter konnte sich München im Vergleich zum Vorjahr auf Rang zwei verbessern. Die Wichtigkeit der TUM für diese Entwicklung zeigt, dass Gründerinnen und Gründer aus der Universität zehn der 14 Münchner Unternehmen in den Top 100 gestartet haben.  

München mit den meisten Start-ups unter den „Top 50 2018“

Noch deutlicher ist dieser Trend in der Rangliste „Top 50 Start-ups 2018“. Für dieses Ranking wurden die Ergebnisse von über 160 Gründerwettbewerben aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Mit zehn Start-ups ist München die erfolgreichste Stadt in den Top 50 – neun davon sind Spin-offs der TUM.

Hightech-Werkstatt und Venture Capital Fonds

An der TUM werden jedes Jahr rund 70 Unternehmen gegründet. TUM und UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung, unterstützen Start-ups mit Programmen, die exakt auf die einzelnen Phasen der Gründung zugeschnitten sind – von der Konzeption eines Geschäftsmodells bis zum Management-Training, vom Markteintritt bis zum möglichen Börsengang.

Bis zu 30 Teams gleichzeitig können Büros im „TUM Inkubator“ nutzen, um sich auf den Start ihres Unternehmens vorzubereiten. UnternehmerTUM betreibt einen eigenen Venture Capital Fonds und bietet mit dem „MakerSpace“ und der „Bio.Kitchen“ eine 1.500 Quadratmeter große Hightech-Werkstatt für den Prototypenbau und ein Biotechnologielabor für Experimente.

 

Mehr Informationen:

Platzierungen in den „Top 50 Start-ups 2018“ (Für-Gründer.de):
  • Charge X entwickelt eine neuartige Ladeinfrastruktur, die das Laden mehrerer Elektroautos in Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäusern ermöglicht.
  • Kumovis vertreibt 3D-Drucker, die speziell auf medizintechnische Anforderungen ausgerichtet sind und beispielsweise Schädelplatten- oder Wirbelsäulenimplantate herstellen können.
  • Plasmion hat die Sensor-Technologie SICRIT entwickelt, die es Laboren ermöglicht, Proben direkt zu messen und andere Analysegeräte damit frei zu kombinieren.
  • remberg hat eine cloudbasierte Aftermarket-Plattform entwickelt, mit der Maschinenhersteller und -betreiber Informationen und Anfragen, etwa für Ersatzteile, verwalten können.
  • TWAICE erstellt virtuelle Batteriemodelle, die virtuelle Tests, schnellere Entwicklung und besseres Batteriemanagement ermöglichen.
  • RoVi entwickelt eine kamerabasierte Sensorsoftware für Roboter, die deren Herstellung deutlich günstiger machen soll.
  • ORBEM hat ein Bildgebungsverfahren entwickelt, das das Geschlecht von Embryonen im Ei bestimmt und damit das Töten sogenannter Eintagsküken verhindert.
  • Demodesk ist eine cloudbasierte Screen-Sharing-Technologie Kundensupport über das Internet.
  • Crashtest Security bietet einen cloudbasierten Sicherheitsscan-Service für Entwickler von Webanwendungen und entdeckt kritische Sicherheitslücken in Echtzeit.
Platzierungen in den TOP 100 Start-ups nach eingeworbenem Risikokapital (Ernst & Young):
  • eGym entwickelt, baut und vertreibt Software- und Hardwareprodukte für den Fitnessmarkt.
  • tado hat eine intelligente Heizungsregelung entwickelt, die beim Energiesparen hilft.
  • Lillium entwickelt ein senkrechtstartendes Elektroflugzeug.
  • Celonis bietet eine Process-Mining-Software an, mit der Unternehmen sämtliche digitale Geschäftsprozesse analysieren können.
  • Outfittery ist ein Online-Modeportal, das sich auf persönliche Beratung für Männer spezialisiert hat.
  • NavVis vertreibt Anwendungen zur zentimetergenauen Kartierung von Innenräumen und eine App, die die Navigation in den kartierten Räumen ermöglicht.
  • Freeletics bietet Fitness-Apps für verschiedene Trainingsprogramme.
  • Global Savings Group betreibt ein weltweites Rabattportal, das Gutscheine für verschiedene Onlinehändler anbietet.
  • Konux hat sensorbasierte Systeme entwickelt, die die Instandhaltung und Echtzeit-Überwachung von Industrie- und Bahnanlagen ermöglichen.
  • CupoNation ist ein international agierender Betreiber von Gutschein- und Rabattportalen.
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Entrepreneurship TUM in Rankings a.schmidt@tum.de news-35312 Fri, 29 Mar 2019 09:09:00 +0100
Spitzenforschung von Robotern bis zu simulierten Strömungen https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35313/ Jedes Jahr vergibt der Forschungsrat Grants in verschiedenen Kategorien. Die Advanced Grants sind exzellenten etablierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorbehalten, die in den letzten zehn Jahren Spitzenleistungen vorzuweisen haben. Sie sind mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert.

Zusätzlich zu den drei Advanced Grants fördert der ERC ein weiteres Projekt mit einem Proof of Concept Grant. Diese werden an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die prüfen wollen, ob aus ihren ERC-Forschungsprojekten marktfähige Innovationen entstehen können. Als unternehmerische Universität legt die TUM auf diesen Aspekt der Forschung großen Wert und fördert gezielt Firmengründungen durch Forschende und Studierende.

Prof. Dr.-Ing. Alin Albu-Schäffer (Informatik)

Roboter sollen sich bald so fortbewegen wie ihre biologischen Vorbilder: Menschen und Tiere. Im Projekt „M-Runners“ wird Prof. Albu-Schäffer deshalb die Beweglichkeit und die Effizienz von zwei- und vierbeinigen Robotern weiterentwickeln. Die Fortbewegung von Mensch und Tier ist bestimmt durch bio-mechanische Resonanzeigenschaften des jeweiligen Körpers. Diesen Mechanismus zu verstehen ist eine grundlegende Voraussetzung, um einen wissenschaftlichen Durchbruch beim Gang von Robotern zu erreichen. Damit die Roboterbewegungen weniger anfällig für Fehler und auch energieeffizienter werden, muss ein Roboterkörper so beschaffen sein, dass er im Einklang mit den wiederkehrenden Bewegungen steht. Dafür bedarf es unter anderem mathematischer Methoden zur Beschreibung, zur Analyse, zum Entwurf und zur Regelung von Systemen, deren Resonanz nicht linear verläuft. Diese fehlen bis heute weitestgehend. In seinem neuen Projekt wird Prof. Albu-Schäffer vor allem eine neue Theorie nichtlinearer Schwingungen entwerfen. Sie soll dann auf elastische Systeme angewendet werden – sowohl auf robotische als auch auf biologische.

Alin Albu-Schäffer
ist Professor für Sensorbasierte Robotersysteme und intelligente Assistenzsysteme. Zudem ist er seit 2012 Direktor des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Prof. Dr. Bernhard Küster (Wissenschaftszentrum Weihenstephan)

Wie im Rest des Körpers werden auch die Vorgänge in Tumorzellen durch Proteine gesteuert. Die Aktivität der Proteine wiederum wird zu einem wesentlichen Teil durch Kinasen geregelt. Diese Moleküle sind der Ansatzpunkt für eine Klasse von Krebsmedikamenten, die Kinase-Inhibitoren. Einige Formen von Krebs zeichnen sich dadurch aus, dass die Proteinaktivität verändert ist; indem die Medikamente Kinasen hemmen, beeinflussen sie den Verlauf der Erkrankung. In seinem Projekt "TOPAS" will Prof. Bernhard Küster die Protein-Aktivität in Tumorzellen mit quantitativer Massenspektrometrie messen. Der so ermittelte Tumorproteom-Aktivitätsstatus, kurz: TOPAS, soll mehr über die jeweilige Krebserkrankung verraten. Ein weiteres Ziel der Forscherinnen und Forscher ist es, anhand des TOPAS zu ermitteln, welche Kinase-Inhibitoren für eine Behandlung einer Patientin oder eines Patienten besonders vielversprechend sind. Küster und sein Team wollen auch in der klinischen Praxis zeigen, dass ein „TOPAS-Score“ Ärztinnen und Ärzte wichtige zusätzliche Informationen liefern kann.

Bernhard Küster ist Professor für Proteomik und Bioanalytik.

Prof. Dr. Jürgen Ruland (Medizin)

T-Zell-Non-Hodgkin-Lymphome (T-NHLs) sind eine besonders aggressive Form von Lymphdrüsenkrebs. Mit konventionellen Therapien lassen sie sich kaum bekämpfen. T-Zellen schützen den Körper normalerweise vor Bedrohungen, auch vor Krebs. Bei dieser Erkrankung mutieren sie jedoch und werden zu unkontrolliert wachsenden Tumorzellen. In seinem Projekt "T-NHL SUPPRESSORS" will Prof. Jürgen Ruland die molekularen Mechanismen, die T-NHLs so gefährlich machen, aber auch mögliche Gegenmaßnahmen untersuchen. Erster Ansatzpunkt ist ein 2017 von Ruland und seinem Team entdeckter „Not-Aus“-Schalter für fehlerhafte Zellen, das Protein PD-1. Bei knapp einem Drittel der T-NHL- Patienten ist dieser Schalter defekt und kann mutierte Zellen nicht an der Vermehrung hindern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen klären, auf welche Weise PD-1 Lymphome am Wachsen hindert und darüber hinaus weitere molekulare Prozesse erforschen, die das Wachstum von T-NHLs einschränken können.

Jürgen Ruland ist Professor für Klinische Chemie und Pathobiochemie. Seine Forschung wurde bereits 2013 mit einem ERC Advanced Grant gefördert.

Proof of Concept Grant: Prof. Dr. Nils Thürey (Informatik)

Ob für den Bau moderner Pipelines oder die Automobilentwicklung – Strömungen am Computer zu simulieren kann in vielen Bereichen nützlich sein. Mit solchen Simulationen können beispielsweise die Luftströmungen um Fahrzeuge oder der Blutfluss in menschlichen Adern berechnet werden, ohne teure Realexperimente durchführen zu müssen. In vielen Industriezweigen sind Strömungssimulationen heute Standard. Allerdings kann ihre Berechnung immer noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Prof. Nils Thürey beschäftigt sich damit, wie man solche Simulationen verbessern kann. Mit dem neuen Proof of Concept Grant für sein Projekt „dataFlow: A Data-driven Fluid Flow Solving Platform“ wird ein Deep-Learning-Algorithmus weiterentwickelt, der das Ergebnis seines ERC Starting Grants „realFlow“ war. Damit wird sogar auf regulären PCs bald eine Berechnung von Strömungssimulationen innerhalb weniger Sekunden realistisch sein. Bei dieser Methode werden neuronale Netzwerke darin trainiert, wiederkehrende Muster in Simulationen zu lernen. Sind diese Muster einmal abgespeichert, kann das sogenannte datengetriebene Modell viel schneller neue Ergebnisse produzieren.

Nils Thürey ist Professor für physikalisch-basierte Simulation.

Mehr Informationen:

ERC-Grants an der Technischen Universität München

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Forschung paul.hellmich@tum.de news-35313 Thu, 28 Mar 2019 12:00:00 +0100
TU München will in die CEU Budapest einsteigen https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35315/ Geplant sind drei Professuren, mit denen die Hochschule für Politik München in Verbindung mit der Fakultät TUM School of Governance das Markenzeichen ihrer technikorientierten Politikwissenschaft im Portfolio der CEU verankern möchte. Voraussetzung hierfür ist im beidseitigen Verständnis die Zusicherung der ungarischen Regierung, dass die CEU in Budapest US-amerikanische und europäische Studienabschlüsse verleihen und gemeinsame Promotionsprogramme nach besten internationalen Standards durchführen kann.

Präsident Prof. Herrmann (TUM) sieht im Konzept der CEU eine tragfähige Basis, um der akademischen Internationalisierung in der mitteleuropäischen Metropole Budapest Strahlkraft zu verleihen und einen Akzent gegen das unglückliche Diktum des „Brexit“ und darüber hinausgehender nationalstaatlicher Tendenzen zu setzen. „Die freiheitsgetriebene Wissenschaft braucht jetzt Signale der Loyalität und muss aus ihrer Vielheit zur Einheit kommen“, sagte der Präsident. Er dankte der bayerischen Staatsregierung für ihre Bereitschaft, diese Zielsetzung politisch und materiell zu unterstützen.

Die TUM betreibt seit 2001 einen eigenen Auslandsstandort in Singapur als TUM Asia Pte. Ltd., seit 2010 zusätzlich mit dem Forschungscampus TUM.CREATE.

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Campus presse@tum.de news-35315 Thu, 28 Mar 2019 11:38:00 +0100
Herausragende Forschung auf der führenden Industriemesse https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35308/ Roboter können nicht nur selbständig Aufgaben ausführen, sie können auch zu Erweiterungen unseres Körpers werden. Sogenannte taktile Avatare sind in der Lage, Handgriffe an weit entfernten Orten auszuführen. Diese Technologie ist nicht nur für die Arbeitswelt interessant. In Zukunft könnten beispielsweise gelähmte Menschen im Alltag taktile Avatare nutzen, die direkt über das Gehirn gesteuert werden und genau wie gesunde Gliedmaßen Rückmeldung geben.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der MSRM, dem interdisziplinären Forschungszentrum der TUM zu Robotik und Künstlicher Intelligenz, forschen unterstützt durch Microsoft an solchen taktilen Avataren. Auf der Hannover Messe demonstrieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Microsoft-Stand eine wichtige Grundlage dieser Technologie: Um durch Menschen flexibel und sicher gesteuert werden zu können, müssen die Roboter selbst in der Lage sein, ihre Umwelt mit menschenähnlichen Sinnen wahrzunehmen. Das Team der MSRM zeigt an dem Messestand, wie Roboter Sehen und Tastsinn verknüpfen, um Aufgaben zu lösen. Während sie durch den Tastsinn in der Lage sind, feinfühlig einen Schlüssel in ein Schloss einzustecken, brauchen sie visuelle Informationen, wenn das Schloss sich an einer unerwarteten Position befindet.

Halle 7, Stand C40, Microsoft

eCARus

Bei eCARus haben allein Studierende der TUM das Steuer in der Hand: Mehr als 50 Studierende arbeiten an der Entwicklung und Konstruktion von zwei Elektrofahrzeugen. Dabei lernen sie neben den technischen Aspekten die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Am Stand von Bayern Innovativ stellen die Studierenden das Elektrofahrzeug eCARus 2.0 vor.

Halle 2, Stand A52, Bayern Gemeinschaftsstand – Bayern Innovativ

Smarte Produktion und neue Fertigungsverfahren

Das Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der TUM stellt seine aktuellen Forschungsprojekte im Bereich „Smart Production“ vor. Durch die Vernetzung von Anlagen und Produkten können Produktionsprozesse transparent gemacht und optimiert werden. Die Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, an einem vernetzten Montagearbeitsplatz mithilfe von intelligenten Assistenzsystemen Bauteile zu montieren.

Gezeigt werden außerdem innovative Fertigungsverfahren wie die lichtbogenbasierte additive Fertigung, die zur Herstellung von Luftfahrt-Strukturkomponenten genutzt wird.

Halle 2 Stand A52, Bayern Gemeinschaftsstand – Bayern Innovativ

Antriebsstrang für Elektrofahrzeuge

Im Verbundprojekt Speed4E forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Lehrstuhls für Maschinenelemente an einem besonders effizienten Antriebsstrang für Elektrofahrzeuge. Dazu soll die Drehzahl der E-Maschine auf bis zu 50.000 U/min gesteigert werden. Ein weiteres Ziel ist es, die Elektronik, die E-Motoren und das Getriebe so kompakt wie möglich zu verbauen. Der Antriebsstrang soll später in zwei Fahrzeuge integriert und getestet werden. Am Stand kann 3D-gedrucktes Modell des Antriebsstrangs besichtigt werden.

Halle 2, Stand C28, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

TUM-Ausgründungen auf der Hannover Messe:

  • Blickfeld
    3D-LiDAR Produkte für autonome Fahrzeuge und IoT-Anwendungen
    Halle 13, Stand D17
  • blik
    Echtzeit-Tracking-Plattform für die Logistik
    Halle 2, Stand A52, Bayern Gemeinschaftsstand - Bayern Innovativ
  • enbreeze
    Kleinwindenergieanlagen für den Eigenverbrauch
    Halle 27, Stand L52/1
  • KINEXON
    Systeme zur Lokalisierung und Bewegungserfassung von Objekten und Personen
    Halle 7, Stand F40
  • NavVis
    Indoor-Kartierung und Positionierung
    Halle 6, Stand K30
  • ProGlove
    Intelligente Handschuhe für Fertigung und Logistik
    Halle 6, Stand B30
  • RoVi
    Neue Möglichkeiten für Serviceroboter durch Kameras und Bildanalyse-Software
    Halle 17, Stand C50, Bayern Gemeinschaftsstand – Bayern Innovativ
  • Software Factory
    Entwicklung maßgeschneiderter Softwarelösungen und Produkte
    Halle 6, Stand K46
  • Soley
    Software zur automatischen Analyse und Visualisierung von Produktdaten und Produktmodellen
    Halle 17, Stand C50
  • VISCOPIC
    Experte für 3D- und Augmented Reality Lösungen
    Halle 6, Stand L22
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Campus paul.hellmich@tum.de news-35308 Thu, 28 Mar 2019 10:00:00 +0100
Giftig und aggressiv und doch viel genutzt https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35306/ Fluor ist das reaktivste chemische Element und zudem sehr giftig. Gleichzeitig wird es aber in vielen Bereichen verwendet. Beim ersten Versuch, die Atomabstände von festem Fluor zu bestimmen, verwendete ein Forschungsteam in den USA im Jahr 1968 Röntgenstrahlen. Eine schwierige Aufgabe, denn Fluor wird erst bei etwa minus 220 °C fest. Und schon beim Abkühlen des aggressiven Elements kam es zu Explosionen.

Chemie-Nobelpreisträger Linus Pauling zweifelte die Ergebnisse des Teams 1970 an und schlug ein alternatives Strukturmodell vor – den experimentellen Nachweis aber blieb er schuldig. Auch kein anderer Chemiker wagte sich 50 Jahre lang an die heikle Aufgabe.

Mithilfe von Neutronen aus der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz in Garching gelang es nun Wissenschaftlern der Universität Marburg, der Technischen Universität München (TUM) und der Aalto Universität Finnland, die Struktur aufzuklären.

Neutronen als ideale Sonde

Neutronen sind besonders gut geeignet, Fluoratome präzise zu lokalisieren. Weil Neutronen außerdem auch dickwandige Probenbehälter durchdringen können, waren sie für Professor Florian Kraus und sein Team aus Marburg die Methode der Wahl. Unterstützt wurden sie bei ihren Untersuchungen am Pulverdiffraktometer SPODI im FRM II von TUM-Wissenschaftler Dr. Markus Hölzel und seinen Kollegen.

Für die Untersuchungen realisierten die Forscher einen speziellen Messaufbau, um das Fluor bei sehr tiefen Temperaturen untersuchen zu können. Dazu verwendeten sie Materialien, die besonders widerstandsfähig gegenüber Fluor sind und eine sichere Handhabung gewährleisten.

Anwendung in LEDs, Zahnpasta und Arzneimitteln

„Die extrem präzisen Messungen mit Neutronen sind wichtig, um Berechnungen für verschiedenste Anwendungen machen zu können“, sagt Florian Kraus. „Bei anderen Elementen gibt es Kristallstrukturen in hoher Präzision bereits seit Jahren. So wurde die Kristallstruktur von Sauerstoff bereits 35 Mal untersucht und Kohlenstoff gar 108 Mal.“

Doch auch Fluor ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Fluoride werden unter anderem als Zusatz in Zahnpasta verwendet, es ist in Leuchtmitteln enthalten, die das kalte LED-Licht in ein warmes Weiß verwandeln. Auch in vielen Arzneimitteln setzt man Fluorverbindungen ein, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Neutronenmessungen bestätigen die Vermutung des Nobelpreisträgers

Auch wenn die Messungen aus den 1960er Jahren keine präzisen Werte hervorgebracht hatten, war Florian Kraus dennoch sehr überrascht über den großen Unterschied: „Mit den Neutronenmessungen konnten wir den Atomabstand um 70 Prozent genauer auflösen“, sagt der Chemiker. „Und die Kristallstruktur zeigt, dass Nobelpreisträger Linus Pauling mit seinen Zweifeln recht hatte.“

Publikation:

The Crystal Structures of α- and β-F2 revisited
Sergei I. Ivlev, Antti J. Karttunen, Markus Hoelzel, Matthias Conrad, Florian Kraus
Chemistry - A European Journal, 10.1002/chem.201805298

Weitere Informationen:

Gefördert wurde die Arbeit aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Die neutronendiffraktometrischen Messungen wurden am Pulverdiffraktometer SPODI der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz durchgeführt. Theoretische Berechnungen wurden am Finnish IT Center for Science (CSC) durchgeführt.

Kontakt:

Dr. Markus Hölzel
Instrumentwissenschaftler SPODI
Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II)
Technische Universität München
Lichtenbergstr. 1, 85748 Garching
Tel.: +49 89 289 14314
markus.hoelzel(at)frm2.tum.de

Prof. Dr. Florian Kraus
Anorganische Chemie – Fluorchemie
Philipps-Universität Marburg
Hans-Meerwein-Straße 4, 35032 Marburg
Tel.: +49 6421 282 6668
f.kraus(at)uni-marburg.de

Bilder mit hoher Auflösung:

https://mediatum.ub.tum.de/1482593

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-35306 Wed, 27 Mar 2019 08:00:00 +0100
Uni-Luft schnuppern am Studieninfotag der TUM https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35184/ Am Campus München startet der Studieninfotag um 9 Uhr mit dem Begrüßungsvortrag „TUM Universum – mehr als eine klassische Universität“. Darüber hinaus erhalten die Besucherinnen und Besucher Informationen zu Themen wie Finanzierung des Studiums, Weiterbildung, Sprachkurse, Wohnen oder Auslandsaufenthalte.

Termin

Donnerstag, 28. März 2019, 9:00 – 18:00 Uhr

Veranstaltungsorte

Folgende TUM-Standorte nehmen teil: München-Innenstadt, München-Klinikum rechts der Isar, München-Olympiapark, Garching, Freising-Weihenstephan, TUM Campus Straubing

Anmeldung 

Bitte beachten Sie, dass für alle Veranstaltungen eine Anmeldung erforderlich ist. Unter folgendem Link können Sie sich online anmelden: www.tum.de/studieninfotag/. Für die Infostände ist keine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen:

TUM Studieninfotags 2019 (Anmeldung, Programm, FAQs):
http://www.schueler.tum.de/studieninfotag/

Weitere Materialien zum Download:
http://www.schueler.tum.de/studieninfotag/download/

Kontakt:

Studierenden Service Zentrum (SSZ)
Studienberatung & Schulprogramme
Team Schulprogramme
Tel.: +49.89.289.22641
studieninfotag(at)tum.de
www.tum.de/studieninfotag/

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Termin a.schmidt@tum.de news-35184 Tue, 26 Mar 2019 11:07:00 +0100
Hören wie ein Dinosaurier https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35294/ Die Richtung einer Schallquelle identifizieren zu können ist für die meisten Tiere überlebenswichtig. Um ein Geräuschquelle zu orten, wird die Zeitdifferenz, mit der die Schallwellen das linke und das rechte Ohr erreichen, im Gehirn verarbeitet und ausgewertet. Die verwendeten Mechanismen unterscheiden sich allerdings.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass Vögel sogenannte neuronale Karten zur Orientierung nutzen. „Die Verarbeitung findet in einem Teil des Gehirns statt, der Nucleus laminaris genannt wird“, erklärt Dr. Lutz Kettler vom Lehrstuhl für Zoologie an der TUM. Je nach Richtung der Schallquelle werden andere Zellen aktiviert. Die Neurone sind im Nucleus laminaris systematisch angeordnet, sodass eine topografische Abbildung der akustischen Umgebung entsteht.

Dinosaurier nutzten ebenfalls neuronale Karten

Kettler untersuchte gemeinsam mit Prof. Catherine Carr von der University of Maryland, welche Hörstrategie Krokodile besitzen. Dazu betäubten sie die Tiere, setzten ihnen Kopfhörer auf und beobachteten die Reaktionen des Hirnstamms während eines „Hörtests“. Das Ergebnis: Auch Krokodile nutzen neuronale Karten.

Die Erkenntnisse sind besonders interessant, da Vögel, die direkten Nachfahren der Dinosaurier, und Krokodile einen gemeinsamen Vorfahren haben: Die Archosaurier. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dieser Mechanismus also ein evolutionäres Erbe. Auch die Dinosaurier haben demnach wahrscheinlich neuronale Karten genutzt.

Hörstrategie ist evolutionäres Erbe

Dass sich der Mechanismus zufällig bei Vögeln und Krokodilen gleichzeitig entwickelte, ist dagegen sehr unwahrscheinlich. Denn diese Strategie ist für Tiere mit kleinen Köpfen, wie etwa ein Huhn, nicht ideal, erklärt Kettler. Je kleiner der Kopf, desto geringer sind die Zeitunterschiede, mit denen die Schallwellen auf die Ohren treffen. Wenn diese geringen Unterscheide aufgelöst werden sollen, stößt die neuronale Karte an ihre Grenzen.

Vielmehr wäre die Strategie, die Säugetiere nutzen, besser geeignet: In der sogenannten medialen superioren Olive im Hirnstamm von Säugern wird die Zeitdifferenz der Reize durch die unterschiedliche Stärke der Zellaktivierung angezeigt. Hier ist die Darstellung sehr kurzer Zeitdifferenzen präziser möglich.

„Die evolutionäre Verwandtschaft spielt bei der Entwicklung von sensorischen Systemen wie dem Hören eine große Rolle“, sagt Kettler. Denn auch wenn die Mechanismen nicht für alle Tierarten optimal sind, werden sie im Laufe der Evolution trotzdem beibehalten, wenn sie keine gravierenden Nachteile haben.

Publikation:

Lutz Kettler and Catherine Carr "Neural maps of interaural time difference in the American alligator: a stable feature in modern archosaurs", Journal of Neuroscience 18 March 2019, 2989-18; DOI: doi.org/10.1523/JNEUROSCI.2989-18.2019

Kontakt:

Dr. Lutz Kettler
Technische Universität München
Lehrstuhl für Zoologie
Tel: +49 (0)8161 71-2816
Lutz.kettler@tum.de

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Forschung stefanie.reiffert@tum.de news-35294 Mon, 25 Mar 2019 10:00:00 +0100
Die Stadt als Tauchsieder https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35292/ Sendung in der Mediathek ansehen (ab Min. 31)

Die Verfügbarkeit des Beitrags ist unter Umständen begrenzt

Weiter Informationen:

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TUM in den Medien news-35292 Fri, 22 Mar 2019 10:00:00 +0100
Daniel Cremers wird Mitglied in Wissenschaftsakademie https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35300/ Maschinen sollen künftig Bilddaten selbst analysieren und interpretieren lernen. Die sogenannte Computervision ist unter anderem zentral für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge und Roboter. Daniel Cremers hat auf diesem Gebiet etliche wegweisende Verfahren entwickelt – beispielsweise eines, mit dem sich aus Smartphone-Aufnahmen in Echtzeit ein 3D-Modell erstellen lässt.

Dass Prof. Cremers jetzt in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde, ehrt seine wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Computervision. Nur Forscherinnen und Forscher, die wesentlich zur Erweiterung des Wissensbestandes ihres Fachs beigetragen haben, können von den Mitgliedern der Wissenschaftsakademie in die Gelehrtengemeinschaft gewählt werden.

Über Prof. Cremers

Daniel Cremers studierte Physik und Mathematik an den Universitäten Heidelberg und Indiana State sowie Stony Brook in den USA, bevor er in der Informatik an der Universität Mannheim promoviert wurde. Nach Forschungsstationen in Los Angeles (UCLA) und Princeton (Siemens Corp. Research) erhielt er ein Emmy-Noether-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit 34 Jahren wurde Daniel Cremers an die Universität Bonn berufen und vier Jahre später an die Technische Universität München, wo er seitdem den Lehrstuhl für Bildverarbeitung und Künstliche Intelligenz leitet. Daniel Cremers ist einer der Koordinatoren des Munich Center for Machine Learning und Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Leibniz-Zentrum für Informatik auf Schloss Dagstuhl.

2015 wurde er mit dem Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet. Außerdem wurde Prof. Cremers mit wesentlichen Preisen des European Research Council (ERC) der EU geehrt: Er erhielt einen Starting Grant (2009), einen Proof of Concept Grant (2014) und einen Consolidator Grant (2015). Im Dezember 2010 war Cremers unter den "Germany´s Top 40 Researchers Under 40"  gelistet worden.

Mehr Informationen:

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften ist die größte und eine der ältesten Akademien in Deutschland. Sie ist unter anderem Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, eines der größten Supercomputing-Zentren Europas, auf dessen Höchstleistungsrechner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM bahnbrechende Computersimulationen auf den Weg gebracht haben. Außerdem gründete die Akademie das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation, dessen Direktoriumsvorsitzender TUM-Professor Alexander Pretschner ist.

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Campus lisa.pietrzyk@tum.de news-35300 Thu, 21 Mar 2019 11:15:00 +0100
Zwei Drittel weniger Tagfalter https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35295/ Etwa 33.500 Insektenarten sind in Deutschland heimisch – doch ihre Menge nimmt stetig ab. Von den 189 aktuell in Deutschland vorkommenden Tagfalterarten stehen 99 Arten auf der Roten Liste, fünf Arten sind bereits ausgestorben, weitere 12 Arten vom Aussterben bedroht.

Nun hat ein Team um Prof. Jan Christian Habel vom Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TU München und Prof. Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut im brandenburgischen Müncheberg, überprüft, wie sich die Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung konkret auf die Tagfalter-Fauna auswirkt.

Verringerte Artenvielfalt in der Umgebung gespritzter Felder

Zu diesem Zweck haben die Forschenden auf 21 Wiesenflächen östlich von München das Vorkommen von Tagfalterarten erfasst. 17 dieser Areale liegen inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen, vier in naturnah bewirtschafteten Naturschutzgebieten. Insgesamt 24 Tagfalterarten und 864 Individuen haben die Insektenforscher auf allen Flächen gezählt.

„Auf den Wiesen innerhalb der landwirtschaftlich genutzten Felder haben wir im Schnitt 2,7 Tagfalter-Arten pro Besuch gefunden, auf den vier Untersuchungsgebieten innerhalb der beiden geschützten Gebiete „Dietersheimer Brenne“ und „Garchinger Heide“ waren es durchschnittlich 6,6 Arten“, ergänzt Prof. Werner Ulrich von der Copernicus-Universität im polnischen Thorn.

Besonders die Spezialisten unter den Faltern, die auf die naturnahen Areale angewiesen sind litten unter den neuen Bedingungen. Anpassungsfähigere Tiere fand die Gruppe auch auf den anderen Grünlandparzellen.

Negative Auswirkungen der industrialisierten Landwirtschaft erfordern Umdenken

„Unsere Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: In der Nähe von intensiv bewirtschafteten, regelmäßig gespritzten Feldern ist die Vielfalt von Tagfaltern und ihre Anzahl deutlich geringer, als auf Wiesen in der Nähe von wenig bis ungenutzten Flächen.“, sagt der Erstautor der Studie, Dr. Jan Christian Habel

„Unsere Studie unterstreicht die negativen Auswirkungen der industrialisierten konventionellen Landwirtschaft auf die Vielfalt der Tagfalter und zeigt, dass dringend umweltverträglichere Anbaumethoden benötigt werden. Weitere Untersuchungen vor Ort können zudem dabei helfen, einzelne für das Insektensterben verantwortliche Faktoren zu identifizieren und entsprechend entgegenzuwirken“, schließt Schmitt.

Publikation:

J.C. Habel, W. Ulrich, N. Biburger, S. Seibold, and T. Schmitt
Agricultural intensification drives butterfly decline
Insect Conserv Divers, Feb. 7, 2019 DOI: 10.1111/icad.12343

Bilder mit hoher Auflösung:

https://mediatum.ub.tum.de/1429852

Kontakt:

Dr. Sebastian Seibold
Terrestrische Ökologie
Technische Universität München
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 2, 85354 Freising
Tel.: +49 8161 71 3495
toek@tum.de

Prof. Dr. Jan Christian Habel
Evolutionäre Zoologie
Universität Salzburg
Hellbrunner Str. 34, 5020 Salzburg, Österreich
Tel.: +43 662 8044 5620
Janchristian.habel@sbg.ac.at

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-35295 Wed, 20 Mar 2019 11:37:00 +0100
Claudia Eckert ist eine von sechs Cyberweisen https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35298/ Von den Wirtschaftsweisen haben die meisten Deutschen schon einmal gehört: Als Sachverständige begutachten fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jährlich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Nach diesem prominenten Vorbild hat nun ein Bonner Cluster für Cybersicherheit den Rat der Cyberweisen ins Leben gerufen. Das Expertengremium möchte jährlich einen Bericht veröffentlichen, der die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland erläutert. Damit wollen die Sachverständigen einen Orientierungsrahmen für Wirtschaft und Politik liefern. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf aktuelle Fragen im Bereich der IT-Sicherheit reagieren.

Als eine der vorerst sechs Expertinnen und Experten wurde Prof. Claudia Eckert in den Rat der Cyberweisen aufgenommen. Sie betont, dass die Cyberweisen unabhängig von Unternehmen arbeiten werden. Außerdem sieht sie es als die Aufgabe des Sachverständigenrats, wichtige Themen auf die politische Agenda zu bringen – auch auf europäischer Ebene. „Großkonzerne sind heute schon gut aufgestellt, was die Cybersicherheit betrifft“, sagt Claudia Eckert. „Anders sieht es bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen aus. Zum Beispiel beim Maschinenbau geht es ja heute sehr stark um die Verknüpfung mit dem Internet – und dass diese Unternehmen sich wappnen müssen, ist ihnen bewusst. Viele Mittelständler wissen aber nicht, wie sie das bewerkstelligen sollen.“

Prof. Claudia Eckert

Claudia Eckert ist Professorin für Sicherheit in der Informatik an der TUM und Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC). Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die Entwicklung von Technologien zur Erhöhung der System- und Anwendungs-Sicherheit, die Sicherheit eingebetteter Systeme und die Erforschung neuer Techniken zur Erhöhung der Resilienz und Robustheit von Systemen gegen Angriffe. Sie ist Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Industriebeiräten und wissenschaftlichen Gremien und berät damit Unternehmen, Wirtschaftsverbände und öffentliche Einrichtungen in Fragen der IT-Sicherheit.

Mehr Informationen:

Der Rat der Cyberweisen wurde vom Cyber Security Cluster Bonn e.V. ins Leben gerufen. In dem Zusammenschluss kooperieren das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, die Polizei NRW, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie zahlreiche Unternehmen. Neben Claudia Eckert zählen auch Prof. Matthias Hollick von der Technischen Universität Darmstadt, Prof. Norbert Pohlmann von der Westfälischen Hochschule, Prof. Delphine Reinhardt von der Georg-August-Universität Göttingen, Prof. Angela Sasse von der Ruhr-Universität Bochum und Prof. Matthew Smith von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zu den Cyberweisen.

Kontakt:

Prof. Dr. Claudia Eckert
Technische Universität München
Lehrstuhl für Sicherheit in der Informatik

Tel: +49 (0)89 289-18577
Email

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Campus lisa.pietrzyk@tum.de news-35298 Wed, 20 Mar 2019 08:48:00 +0100
Staatliche Forschung stärkt Cleantech-Start-ups https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35291/ In den USA betreibt der Staat zahlreiche nationale Forschungseinrichtungen. Allein unter der Regie des Energieministeriums arbeiten 17 Institute wie etwa das National Renewable Energy Laboratory (NREL). Umstritten ist in der öffentlichen Debatte allerdings, inwieweit sie in der angewandten Forschung, vor allem in Kooperation mit Unternehmen, und im Technologietransfer tätig sein sollen.  

Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM), der University of Maryland und der University of Cambridge haben deshalb die Aktivitäten von rund 650 Start-ups aus dem Bereich Cleantech zwischen 2008 und 2012 untersucht, also von Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen mit „sauberen“ Technologien anbieten. Dazu zählen beispielsweise erneuerbare Energien und Recycling. Die Forscherinnen nahmen vor allem Patente und Finanzierungen unter die Lupe, die als Zeichen für Innovation und Geschäftserfolg bei jungen Unternehmen gelten.

Investorengelder in einem Jahr um 150 Prozent gesteigert

Die Studie zeigt, dass die Start-ups ihre Patentaktivitäten im Schnitt um 73 Prozent steigern konnten, wenn sie mit staatlichen Einrichtungen zusammenarbeiteten. Diese Zahl bezieht sich auf einzelne Kooperation. Lizensierten Start-ups eine Technologie, die von einem Regierungsinstitut entwickelt worden war, konnten sie die Summe der Investorengelder im folgenden Jahr um mehr als 150 Prozent erhöhen. Damit waren sie bei ihrer Finanzierung mehr als doppelt so erfolgreich wie andere Start-ups. Einige der erfolgreichsten Allianzen arbeiteten außerhalb der großen Technologiezentren wie dem Silicon Valley.

Die Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass im Cleantech-Bereich, nicht zuletzt im Energiesektor, staatlich-private Partnerschaften von besonderem Wert sind. Weil die Technologieentwicklung hier viel Zeit in Anspruch nimmt, haben Unternehmen schwierigere Startbedingungen als etwa im IT-Bereich. Diesen Nachteil könnten langfristig agierende öffentliche Institutionen ausgleichen.

Zentrale Erkenntnis gilt auch für Deutschland

Die Forschungslandschaft in anderen Staaten, darunter Deutschland, ist zwar anders strukturiert als in den USA. Dennoch könne man annehmen, dass die zentrale Erkenntnis auf weitere Länder übertragbar sei, sagt Studienautorin Claudia Doblinger, Professorin für Innovation and Technology Management an der TUM: „Start-ups haben nicht Jahrzehnte Zeit für die Entwicklungsarbeit. Ihre Kompetenz ist, neue Technologien auf die Chancen am Markt auszurichten. Wenn die Stärken aus beiden Welten zusammenkommen, können sie sich ideal ergänzen. Eine Innovationspolitik, die sich nicht ausschließlich auf private Kräfte verlässt, kann Klimaschutz und Start-up-Förderung verbinden – zwei Ziele, die nicht nur in der aktuellen Diskussion um den ,Green New Deal’ in den Vereinigten Staaten im Mittelpunkt stehen.“

„Unsere Ergebnisse sollten berücksichtigt werden, wenn über die Finanzierung der Erforschung nachhaltiger Energien diskutiert wird“, ergänzt Laura Diaz Anadon, Professorin für Climate Change Policy an der University of Cambridge. „Cleantech aus staatlich-privaten Partnerschaften wird essentiell sein, um die globalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen."

Publikation:

C. Doblinger, K. Surana, L. D. Anadon: Governments as partners: The role of alliances in U.S. cleantech startup innovation, Research Policy, 2019. DOI: 10.1016/j.respol.2019.02.006

Mehr Informationen:

Prof. Claudia Doblinger forscht und lehrt am TUM Campus Straubing für Biotechnologie Nachhaltigkeit. Das Integrative Forschungszentrum der TUM bringt von der Biochemie bis zur Wirtschaftswissenschaft viele Fächer zusammen, um zu erforschen, wie aus erneuerbaren Quellen nachhaltige Produkte in der Industriellen Biotechnologie und der Energieversorgung werden können.

Kontakt:

Prof. Dr. Claudia Doblinger
Technische Universität München (TUM)
Professur für Innovation and Technology Management
Tel.: +49 9421 187 410
claudia.doblinger(at)tum.de

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Forschung klaus.becker@tum.de news-35291 Tue, 19 Mar 2019 10:30:00 +0100
Mit Purpurbakterien auf Fresszellenjagd https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35289/ Zahlreiche Krebserkrankungen führen zu soliden, also festen Tumoren. In ihrem Inneren weisen diese Tumore große Unterschiede auf zellulärer und molekularbiologischer Ebene auf. Ein Grund hierfür ist die unterschiedliche Lokalisation und Aktivität von sogenannten Fresszellen (Makrophagen). Sie sind dafür zuständig, Krankheitserreger wie Viren und Bakterien aufzunehmen und in ihrem Inneren abzubauen. Obwohl diese Immunzellen ein wichtiger Teil des gesunden Immunsystems sind, spielen sie auch eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Tumoren.

Mithilfe von Bakterien entwickelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun eine bildgebende Methode, die aufzeigen kann, wo solche Fresszellen anwesend und aktiv sind. An der Studie, die in Nature Communications veröffentlicht wurde, waren auch das Forschungszentrum Jülich sowie die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beteiligt.

Harmlose Bakterien als Werkzeug für die Bildgebung

„Wir konnten zeigen, dass sich die für den Menschen harmlosen Purpurbakterien der Gattung Rhodobacter indirekt als Marker für die Präsenz und Aktivität von Makrophagen eignen“, sagt Dr. Andre C. Stiel, Mitarbeiter am TUM-Lehrstuhl für Biologische Bildgebung von Prof. Vasilis Ntziachristos und Leiter der Arbeitsgruppe ‚Cell Engineering‘ vom Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung des Helmholtz Zentrums München. Rhodobacter erzeugen in großen Mengen das Pigment Bacteriochlorophyll a für ihre Photosynthese. Dieser Farbstoff ermöglichte den Forschenden, Bakterien im Tumor mit der multispektralen optoakustischen Tomographie (MSOT) aufzuspüren.

Bei einer MSOT-Aufnahme wandelt sich Licht zuerst in Schall und dann in visuelle Informationen um. Zunächst wird ein schwacher, pulsierender Laserstrahl auf das Körpergewebe gerichtet. Moleküle und Zellen, auf die der Strahl trifft, erwärmen sich geringfügig und reagieren mit minimalen Vibrationen, die wiederum Schallsignale erzeugen. Diese werden von Sensoren aufgenommen und in Bilder umgewandelt. Die Art und Weise, in der die einzelnen Zellen und Moleküle auf den Laser reagieren, hängt von ihren optischen Eigenschaften ab, etwa hier von den Eigenschaften bakterieller Farbstoffe.

Fresszellen verändern Bakterienumgebung im Tumor

Wie funktioniert das Prinzip der Tumorcharakterisierung? Makrophagen nehmen im Zuge ihrer natürlichen Fressaktivität – der sogenannten Phagozytose - die Bakterien auf. Dadurch ändert sich die Umgebung der Bakterien, deren Absorption von elektromagnetischer Strahlung und damit auch das optoakustische Signal. Rhodobacter fungieren so als Sensoren: Sie geben Hinweise auf die Anwesenheit und Aktivität von Fresszellen.

So könnten in der Zukunft Bakterien sowohl die Lage von Tumoren anzeigen, als auch eine erhöhte Aktivität von Makrophagen aufdecken, die je nach Situation Hinweise auf unerwünschte Entzündungen oder auf das erwünschte Ansprechen immunologischer Therapien geben, und schlussendlich dafür genutzt werden, den Effekt von Therapien im Detail zu erforschen.

Publikation:

Lena Peters et al. (2019): Phototrophic purple bacteria as optoacoustic in vivo reporters of macrophage activity. Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-019-09081-5

Kontakt

Dr. Andre C. Stiel
Mitarbeiter am Lehrstuhl für Biologische Bildgebung (Prof. Vasilis Ntziachristos)
Technische Universität München
Tel.: +49 89 3187 3972
E-Mail: andre.stiel(at)helmholtz-muenchen.de

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Forschung vera.siegler@tum.de news-35289 Mon, 18 Mar 2019 13:38:00 +0100
Bundeswirtschaftsminister besucht UnternehmerTUM https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35287/ Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier machte beim Besuch von UnternehmerTUM die Bedeutung von erfolgreichen Unternehmensgründungen in der „digitalen Revolution“ deutlich: „Zum ersten Mal haben wir die Situation, dass ein Teil der alten Unternehmen wegfällt, aber neue, kapitalstarke Unternehmen nicht mehr unbedingt in Europa, sondern in China oder den USA entstehen.“ Dort gebe es mehr Start-ups, die so groß werden, dass sie die Welt verändern.

„Wir haben dafür gesorgt, dass Gründungen leichter geworden sind“, sagte Altmaier. „Aber wir haben in Europa ein Problem: Wenn diese Unternehmen erfolgreich sind und wachsen, finden sie hier kein Geld mehr.“ In Deutschland gebe es Kapitalgeber, die aber nicht in Start-ups investierten, weil ihnen die Kompetenzen in diesem Bereich fehlten. Und es gebe Unternehmen, die an Investments interessiert seien, aber nicht ausreichend Kapital hätten. „Der Staat sollte überlegen, wie wir Know-how und Kapital zusammenbringen.“

Mit Magnettechnologie Quantencomputer kühlen

Thomas Hofmann, Vizepräsident der TUM für Forschung und Innovation, und UnternehmerTUM-Geschäftsführer Helmut Schönenberger zeigten sich optimistisch, dass Deutschland zu anderen Staaten aufschließen kann. Hofmann betonte, dass viele deutsche Start-ups die besseren Technologien hätten als ihre Konkurrenten. Schönenberger wies auf die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Universität und einem Team mit Gründungserfahrung und Industrienetzwerk hin: „Wenn wir zehn Mal UnternehmerTUM hätten, wäre Deutschland gründungsintensiver als die USA.“

Drei der hier gegründeten Start-ups stellten sich dem Wirtschaftsminister vor: Kiutra hat eine Magnettechnologie entwickelt, mit der extrem tiefe Temperaturen erzeugt werden können, um beispielsweise Quantencomputer zu kühlen. Mit Künstlicher Intelligenz erstellt Maiot aus den Daten von Lkw-Flotten Vorhersagen für deren Wartung. Kumovis hat einen 3D-Drucker mit Reinraum für die Produktion von medizinischen Implantaten erfunden. Von der Politik wünschten sich die Gründerinnen und Gründer vor allem mehr Beratung bei Vorschriften und Regularien sowie Unterstützung bei der Vernetzung auf europäischer Ebene.

Erfolgreiche Ideen in der "Digital Product School"

Maiot-Gründer Adam Probst hatte die „Digital Product School“ absolviert, bei der Teilnehmer aus größeren Unternehmen und aus Start-ups drei Monate lang gemeinsam Produktideen entwickeln. Die School ist ein wichtiges Instrument des Digital Hub Mobility, den das Bundeswirtschaftsministerium 2016 bei UnternehmerTUM angesiedelt hat. Die Digital Hubs sollen Start-ups, etablierte Unternehmen und Wissenschaft zusammenzubringen.

Der Wirtschaftsminister besichtigte auch den „UnternehmerTUM MakerSpace“, die 1.500 Quadratmeter große Hightech-Werkstatt, in der Gründungsteams Prototypen bauen können. Sie ist ein Baustein in der Förderpalette von TUM und UnternehmerTUM, die Programme für alle Phasen einer Gründung bietet – von der Konzeption eines Geschäftsmodells bis zum Management-Training, vom Markteintritt bis zum möglichen Börsengang. UnternehmerTUM betreibt zudem einen eigenen Venture Capital Fonds.

Bis zu 30 Teams gleichzeitig können Büros im „TUM Inkubator“ nutzen, um sich auf den Start ihres Unternehmens vorzubereiten. Ein Stockwerk darüber forscht das Entrepreneurship Research Institute der TUM, wie Unternehmensgründungen Erfolg haben können. Mit besonders vielversprechenden Gründungsteams reist die TUM für zwei Wochen ins Silicon Valley oder zu ihren Partnern der EuroTech Universities Alliance.

Mehr Informationen:

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Entrepreneurship klaus.becker@tum.de news-35287 Thu, 14 Mar 2019 09:47:00 +0100
Die Problematik von absoluter und relativer Stabilität https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35285/ Eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit ist es, die globale Nahrungsproduktion und -sicherheit zu verbessern. Biologische Landwirtschaft hat zum Ziel, durch den Verzicht auf Mineraldünger und synthetisch hergestellte Pestizide die negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur zu minimieren.

Darüber hinaus ist auch eine stabile landwirtschaftliche Produktion wichtig – auch bei aufgrund des Klimawandels zu erwartenden stärkeren Schwankungen. Doch bisher gibt es wenig Kenntnisse darüber, wie sich biologische und konventionelle Landwirtschaft in Bezug auf die jährlichen Ertragsschwankungen unterscheiden.

Samuel Knapp vom Lehrstuhl für Pflanzenernährung der TU München und Marcel van der Heijden vom schweizerischen Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung, Agroscope, untersuchten daher mit Hilfe einer Meta-Analyse in bereits publizierten Studien die jährliche Variation der Erträge.

Insgesamt verwendeten sie dafür 165 direkte Vergleiche aus 39 publizierten Studien. Wie erwartet, bestätigte die Analyse, dass biologische Bewirtschaftung geringere Erträge erbringt als konventionelle Landwirtschaft, im Mittel über alle Kulturen fielen sie um 16 Prozent niedriger aus.

Ähnliche Ertragsschwankung, aber unterschiedliche Ertragshöhe

Die Schwankungen der Erträge waren jedoch bei beiden Verfahren über die Jahre sehr ähnlich. „Das hört sich zwar beruhigend an, hat jedoch einen Haken“, sagt Samuel Knapp. „Weil die absoluten Ertragsschwankungen ähnlich sind, wirken sich die Schwankungen bei den geringeren Erträgen der Biolandwirtschaft stärker aus. Die sogenannte relative Ertragsstabilität ist im Biolandbau somit geringer“.

Die Unterschiede der Stabilität zwischen den beiden Anbausystemen lassen sich unter anderem auf eine höhere Düngung mit Stickstoff und Phosphor im konventionellen Anbau zurückführen. Biologisch arbeitende Betriebe können die Ertragsstabilität durch den Einsatz von Gründüngung und zeitliche Optimierung der Düngung verbessern.

Der Effekt einer reduzierten Bodenbearbeitung

In der gleichen Studie untersuchten die Forscher auch den Effekt reduzierter Bodenbearbeitung. Sie zeigt oft positive Effekte für die Bodenstruktur und Bodenlebewesen, führt aber auch zu geringfügig geringeren Erträgen.

Die beiden Wissenschaftler verglichen die Ertragsstabilität bei 367 paarweisen Langzeitvergleichen von reduzierter und konventioneller Bodenbearbeitung. Das Ergebnis: Der Unterschied im Ertrag war zwar messbar, betrug aber nur zwei Prozent. Bezüglich der Stabilität fanden die Wissenschaftler keine signifikanten Unterschiede.

Publikation:

S. Knapp, M.G.A. van der Heijden, A global meta-analysis of yield stability in organic and conservation agriculture. Nature Communications 9, 3632, 2018

Weitere Informationen:

Gefördert wurde das Projekt durch das Schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung, Agroscope und den Schweizer Nationalfonds.

Bilder mit hoher Auflösung:

https://mediatum.ub.tum.de/1481587

Kontakt:

Samuel Knapp
Technische Universität München
Lehrstuhl für Pflanzenernährung
Tel.: +49 8161 71 3390
pnut(at)wzw.tum.de

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-35285 Wed, 13 Mar 2019 08:37:00 +0100
TUM und Aalto verbündet https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35283/ Die Aalto University, benannt nach dem berühmten finnischen Architekten und Designer Alvar Aalto (1898 - 1976), war 2010 aus der Fusion der Technischen Universität Helsinki, der dortigen Hochschule für Kunst und Design sowie der Handelshochschule Helsinki hervorgegangen. Privatrechtlich verfasst und staatlich unterstützt, hat sie sich seither mit einem gelungenen Modernisierungskurs eine exzellente Reputation erarbeitet.

Die Präsidenten Wolfgang A. Herrmann (TUM) und Ilkka Niemelä (Aalto) bekundeten die Absicht, die bilaterale Zusammenarbeit besonders auf unternehmerische Aktivitäten zu konzentrieren, für die beide Universitäten schon heute einen herausragenden europäischen Ruf genießen.

Mehr Informationen:

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Campus presse@tum.de news-35283 Fri, 08 Mar 2019 17:01:00 +0100
Chinesisch-deutsches Forschungslabor an der TUM https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35281/ Die Idee Strom durch energieerzeugende Straßenbeläge zu gewinnen ist bisher noch unausgereift. Jedoch stößt das Konzept vor allem in China, einem Land mit ständig anwachsendem Energieverbrauch, auf großes Interesse.

Die TU München und die University of Jinan richten nun ein gemeinsames Labor an der Chemie-Fakultät der TUM ein. Dieses soll einen energieerzeugenden Boden- und Straßenbelag entwickeln.

Energieerzeugende Boden- und Straßenbeläge

Energieerzeugende Boden- und Straßenbeläge produzieren Strom, indem sie beim Betreten oder Befahren die Druckbelastung in elektrische Energie umwandeln.

Die beiden Universitäten haben bereits gemeinschaftlich einen Prototyp entwickelt, dieser soll nun im nächsten Schritt optimiert werden. Das neue Labor wird zukünftig die Zusammenarbeit vereinfachen und stärken.

Internationale Zusammenarbeit

Die University of Jinan befindet sich in der chinesischen Provinz Shandong, einer Partnerprovinz des Freistaats Bayern. Seit einigen Jahren forscht der Lehrstuhl für Bauchemie der TUM zusammen mit der Universität zu Nanopartikeln in Beton. Zudem ist der Lehrstuhl unter der Leitung von Prof. Johann Plank seit 2017 Mitglied eines Expertenclusters, der durch die University of Jinan im Rahmen einer chinesischen Exzellenzinitiative akquiriert werden konnte.

Eine Weitere in Kooperation gegründete Einrichtung besteht zwischen der Technischen Universität München und der Universität Peking. Im Oktober 2018 wurde ein Labor in China eingeweiht, dass zu den Ursachen von Magenkrebs forschen soll.

Im Rahmen der Internationalisierung bemüht sich die TUM um einen Ausbau der Beziehungen zu Universitäten auf dem asiatischen Kontinent. Allein zu Forschungseinrichtungen in China bestehen derzeit 16 Partnerschaften.

Kontakt:

Prof. Dr. Johann Plank
Lehrstuhl für Bauchemie
Technische Universität München
Tel.: 089 289 13151 – E-Mail: sekretariat@bauchemie.ch.tum.de

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Campus battenberg@zv.tum.de news-35281 Fri, 08 Mar 2019 11:48:00 +0100
An der Grenze der Nachweisbarkeit https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/detail/article/35275/ Einem internationalen Team um den TUM-Chemiker Professor Jürgen Hauer ist es nun gelungen, die spektralen Eigenschaften einzelner Moleküle zu bestimmen. Die Forscher konnten Absorptions- und Emissionsspektren der untersuchten Moleküle über einen breiten Spektralbereich in einer einzigen Messung erfassen und so exakt bestimmten, wie ein Molekül mit seiner Umgebung interagiert, wie es Energie aufnimmt und wieder abgibt.

Normalerweise wird bei solchen Messungen über tausende, manchmal Millionen von Molekülen gemittelt, dadurch gehen wichtige Detailinformationen verloren. „Bisher ließen sich Emissionsspektren routinemäßig erfassen, Absorptionsmessungen an Einzelmolekülen waren jedoch extrem aufwendig“, erklärt Hauer. „Wir sind damit an der ultimativen Grenze der Nachweisbarkeit angelangt.“

Kompaktes Gerät, schnelle Messung

Die neue Methode basiert auf einem kompakten, nur DIN-A4-großen Instrument, das die Münchner Chemiker in Zusammenarbeit mit den Kollegen am Politecnico di Milano entwickelten.

Der Trick dabei: Es erzeugt einen doppelten Laserimpuls mit kontrollierter Verzögerung zwischen den Anregungen. Der zweite Puls moduliert das Emissionsspektrum auf eine spezifische Art, die ihrerseits Informationen über das Absorptionsspektrum enthält. Diese Informationen lassen sich dann über eine Fourier-Transformation auswerten.

„Der Hauptvorteil ist, dass wir einen herkömmlichen Messaufbau zur Erfassung von Emissionsspektren mit nur wenig Aufwand in ein Gerät zu Messung von Emissions- und Absorptionsspektren verwandeln können“, sagt Hauer. Die Messung selbst ist relativ einfach. „Um neun Uhr morgens haben wir das Gerät in den Aufbau an der Universität Kopenhagen eingebaut“, erzählt Hauer. „Schon um halb zwölf gab es erste brauchbare Messdaten.“

Der Photosynthese auf der Spur

Mit Hilfe der neuen Spektroskopie-Methode wollen die Chemiker nun einzelne Moleküle studieren, etwa den Energiefluss in metall-organischen Verbindungen oder physikalische Effekte bei Molekülen, wenn sie mit Wasser oder einem anderen Lösungsmittel in Kontakt kommen.

Der Einfluss eines Lösungsmittels ist auf Einzelmolekülebene noch wenig erforscht. Die Chemiker wollen den Energiefluss auch zeitlich aufgelöst darstellen und so verstehen, warum er in bestimmten Molekülen schneller und effizienter stattfindet als in anderen. „Konkret interessieren wir uns für den Energietransfer in biologischen Molekülverbänden, in denen Photosynthese stattfindet“ sagt Hauer.

Das Ziel: Organische Solarzellen

Besonders im Fokus hinsichtlich späterer Anwendungen steht der Lichtsammelkomplex LH2. „Wenn wir natürliche Lichtsammelkomplexe verstanden haben, können wir über künstliche Systeme nachdenken, wie sie in der Photovoltaik zum Einsatz kommen“, sagt Hauer. Die Erkenntnisse könnten die Grundlage für zukünftige Technologien in der Photovoltaik sein. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen organischen Solarzelle.

Publikation:

Single-molecule excitation–emission spectroscopy
Erling Thyrhaug, Stefan Krause, Antonio Perri, Giulio Cerullo, Dario Polli, Tom Vosch, and Jürgen Hauer
PNAS, 15.02.2019 – DOI: 10.1073/pnas.1808290116

Weitere Informationen:

Die Arbeiten wurden unterstützt mit Mitteln des European Research Council (ERC), der europäischen Initiative Laserlab-Europe, des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und des dänischen Council of Independent Research (DFF). Die Veröffentlichung entstand aus einer Kooperation zwischen dem Politecnico di Milano, der Universität Kopenhagen und der TU München.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jürgen Hauer
Dynamische Spektroskopien
Technische Universität München
Lichtenbergstr. 4, 85748 Garching
Tel.: +49 89 289 13420
juergen.hauer(at)tum.de

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-35275 Thu, 07 Mar 2019 09:00:00 +0100