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Queer-Referent Martin Herrmann:

„Die TUM ist vielfältig“

Queer-Referent Martin Herrmann
Martin Herrmann, Queer-Referent der Studentischen Vertretung der TUM: "Überall gibt es Schwule und Lesben, sie sind einfach Teil unserer Gesellschaft." (Foto: Uli Benz)

Fünf Fragen an Martin Herrmann, den Queer-Referenten des AStA an der TUM. Er ist 23 und studiert im neunten Semester Informatik.

Was bedeutet „queer“?

Herrmann: Queer stammt aus dem Englischen und ist ein Synonym für „seltsam, anders“. Heute hat sich die Bedeutung etwas geändert, ich würde sagen, es umfasst alles, was im Bereich sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität nicht der Norm, dem gängigen Gesellschaftsbild entspricht. Viele Homo-, Bisexuelle und Transidente bezeichnen sich auch als „queer“.

Was macht der Queer-Referent der Studierenden an der TUM?

Herrmann: Ich bin eine Anlaufstelle für alle Studis an der TUM, die Fragen haben, Rat suchen oder einfach nur neue Kontakt knüpfen wollen. Viele kommen ja zum Studieren neu nach München und kennen erst einmal niemanden. Aber auch wer ein Problem oder eine Frage hat, kann sich jederzeit bei mir melden. Wenn jemand sich zum Beispiel diskriminiert fühlt oder Mobbing erfährt.

Am Welt-AIDS-Tag hatten Sie mehrere Infostände auf dem Campus.


Herrmann: Wir wollen auch Aufklärung betreiben. Zum Welt-Aids-Tag haben wir die Studis informiert und Teddys der Münchner AIDS-Hilfe verkauft. Mit dem Queer-Referat der LMU haben wir einen spannenden Vortrag des Psychologen Dr. Stefan Zippel organisiert. Im Sommersemester machen wir zusammen mit der LMU und der HM aber auch eine große Party, die QSP (Queere Semester Party) und sind mit einem Wagen beim Christopher-Street-Day dabei. Wir freuen uns über jede/n, der/die Lust hat mitzumachen.

Können Sie jungen Leuten helfen, die in echten Nöten sind?


Herrmann: Oft geht Identitätsfindung mit inneren Konflikten und Belastungen einher. Das ist manchmal ein langer und schwieriger Prozess. Professionelle Beratung kann dabei sehr hilfreich sein. Deshalb verweise ich Ratsuchende auch an die Psychosoziale Beratung und an spezialisierte Stellen wie die Sub-Beratungsstelle und die LeTRa.

Wieso hat der AStA der TUM einen eigenen Queer-Referenten?


Herrmann: Nach innen wollen wir eine Anlaufstelle bieten. Nach außen wollen wir zeigen: Die TUM ist vielfältig. Menschen, die nicht heterosexuell sind, gehören genauso zur Universität wie zu allen anderen Bereichen der Gesellschaft. Als der Ex-Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger sich kürzlich geoutet hat, hat das Riesenwirbel verursacht. Dabei ist es doch eigentlich ganz normal: Überall gibt es Schwule und Lesben, sie sind einfach Teil unserer Gesellschaft.  

(Interview: Verena Meinecke)

Mehr Informationen:

Kontakt Martin Herrmann: queer(at)fs.tum.de
Queer-Referat der Studentischen Vertretung
Psychosoziale Beratung