eScout Academy:

Auf in ein reines Online-Semester!

Online learning
Unterstützung für Dozent*innen bei der Online-Lehre: Die eScout-Academy der TUM bildet Studierende dazu aus. (Foto: Michael Höhne)
Seit Mitte April war klar: Das laufende Semester an der TUM und an vielen anderen Universitäten wird vollständig online stattfinden. Aber wie stellt man die Lehre an der TUM, die bisher vor allem "on Campus" stattfindet, praktisch über Nacht auf Onlinebetrieb um? Die eScout-Academy ist ein großer Schritt in diese Richtung.

Die eScout-Akademie ist ein Moodle-Kurs, welcher den Studierenden und Mitarbeitern der TUM hilft, Online-Lehrkompetenzen zu erwerben. Das Angebot stammt von ProLehre, die Lehrende und Studierende dabei unterstützt, ihre Lehr- und Lernfähigkeiten zu verbessern. Die Idee dahinter: Teilnehmer werden zu eScouts.

Derzeit drei Module

Zuerst geht es darum, technische Fertigkeiten zu erlangen. Diese werden dann dazu eingesetzt, Dozent*innen bei der Durchführung ihrer Kurse online zu unterstützen. „Zum Beispiel können viele der über 3.200 studentischen Hilfskräfte derzeit nicht direkt an der TUM arbeiten, weil sie das Universitätsgebäude gar nicht betreten können. Aber sie können den Kurs zu Hause absolvieren, um ihren Professor*innen dann bei der Erstellung des Online-Lernmaterials zu helfen," veranschaulicht Michael Folgmann, Leiter des Teams Educational Technology bei ProLehre, den Ansatz.

Die Teilnehmer*innen können derzeit drei Module, bestehend aus deutschsprachigem und englischsprachigem Material, in beliebiger Reihenfolge und in ihrem eigenen Tempo erkunden. Ein viertes Modul kommt demnächst dazu. „Jedes der Module nimmt eine bestimmte Aufgabe in den Blick, die man nach Durcharbeiten der jeweiligen Inhalte erfüllen kann," so Leah Sharp, die leitende Dozentin der eScout-Akademie.

So muss zum Beispiel ein Video erstellt werden, um das Modul zur Videoproduktion zu vervollständigen. Zusätzlich finden wöchentliche Zoom-Meetings statt, in denen Fragen an die Kursleiter gestellt werden können. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat von ProLehre.

Multiplikatoren digitaler Lernpraktiken

Interessanterweise besteht der Kurs aus den Online-Inhalten eines anderen, umfangreicheren Programms – dessen Fokus jedoch aufgrund der Corona-Krise in eine andere Richtung gelenkt wurde. "Ursprünglich war geplant, dass jede TUM-Fakultät einen Studierenden zu uns schicken sollte, um Online-Lehrkompetenzen zu erwerben und sich mit der Didaktik vertraut zu machen," erläutert Leah Sharp.

Im Wesentlichen galt es, die Studierenden zu Multiplikatoren digitaler Lernpraktiken an ihren Fakultäten auszubilden, um so die Kurse zu verbessern. Jetzt geht es aufgrund der aktuellen Situation nicht mehr um die Verbesserung, sondern um entscheidende Unterstützung bei der Realisierung der reinen Online-Lehre, die in diesem Semester stattfinden wird.

Investition wird sich auszahlen

Da Lehre an der TUM vor der Corona-Pandemie bisher hauptsächlich "on Campus" stattfand, ist es eine große Herausforderung, alle Kurse auf den Onlinebetrieb umzustellen – sowohl für ProLehre als auch für den Rest der TUM-Gemeinschaft.

Doch trotz dieser Herausforderungen sind Leah Sharp und Michael Folgmann optimistisch, dass sich die Investition in die Erstellung von Online-Lehrmaterialien in diesem Semester auszahlen wird.

"Obwohl Online-Lehre von den Lehrkräften im Vorfeld einen hohen Zeiteinsatz erfordert – wofür sie derzeit nicht extra entlohnt werden – hoffe ich, dass sich einige Vorteile des Online-Lehre herauskristallisieren werden, insbesondere wenn es darum geht, die Kurse im nächsten Jahr erneut durchzuführen," so Leah Sharp weiter.

(Autorin: Annika Eßmann)

Kontakt: escouts(at)prolehre.tum.de

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ProLehre Medien und Didaktik