"Am besten ist es, offen miteinander zu reden!"

Studierendenvertreter Philipp Koch zum Semesterstart

Studierendenvertreter Philipp Koch
"Insgesamt bedarf es in dieser Situation viel Flexibilität." TUM-Studierendenvertreter Philipp Koch blickt optimistisch ins Sommersemester 2020. (Foto: Uli Benz)
"Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, wer hätte es gedacht? Dieses Sommersemester wird wohl anders als jedes Semester zuvor. Statt Vorlesungen im Hörsaal heißt es jetzt Vorlesungen von zuhause.

Anstatt seine Freundinnen und Freunde in der Universität wiederzusehen, muss man sich mit Chatnachrichten und dem ein oder anderen Videomeeting zufriedengeben.

Das alles fordert wohl uns alle gleichermaßen: Die Dozierenden, die in den letzten Wochen ihre Lehrinhalte digitalisiert haben, aber auch uns Studentinnen und Studenten. Ein rein digitales Studium, wie wir es derzeit erleben, hält einige Herausforderungen für uns bereit.

Ich hatte am Montag meine erste digitale Vorlesung, Technische Mechanik II, 8 Uhr früh. Ich gebe zu, es fällt mir jetzt schwerer, früh aufzustehen, als zu der Zeit von Präsenzvorlesungen; schließlich sieht ja niemand, ob ich da bin oder nicht. Fest steht aber, dass mir zurzeit ein strukturierter Tagesablauf sehr dabei hilft, einen kühlen Kopf zu behalten und so viel Alltag wie möglich zu erhalten.

Schließlich ist es gerade jetzt wichtig, die zur Verfügung gestellten Lernmaterialien zu nutzen und den Stoff von Woche zu Woche mitzulernen. Denn obwohl die Universität nicht so präsent scheint, so geht das Studium und auch das Leben trotzdem weiter. Und so mache ich mich nach dem ersten der acht rund zehnminütigen Screencasts dran, die dort gesammelten Erkenntnisse zusammenzufassen und die ersten Fragen ins Forum zu tippen.

Im Vergleich zu den normalerweise 90-minütigen Blockveranstaltungen sind die kurzen Videosequenzen für mich deutlich angenehmer und der heimische Schreibtischstuhl ist bisweilen auch doch bequemer als so manche Hörsaalbank. Und wer weiß, was wir nicht aus dieser Krise auch mitnehmen können, um die Lehre in Zukunft noch flexibler, interaktiver und moderner zu gestalten.

Insgesamt bedarf es in dieser Situation viel Flexibilität, um sich auf die sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen immer wieder aufs Neue einzustellen. Die Corona-Pandemie bringt viel Unsicherheiten mit sich. Wann und wie werden Prüfungen geschrieben? Wann kann ich wieder in die Universität, um meine Semesterarbeit zu beenden oder mein Praktikum zu absolvieren? Wann ist ein normaler Universitätsbetrieb, in dem ich meine Kommilitoninnen und Kommilitonen sehen kann, wieder möglich?

All diese Fragen sind noch offen, sie können zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht beantwortet werden, da niemand absehen kann, wie sich diese Pandemie noch weiterentwickelt. Und während sich manche Fragen klären, werden sich auch wieder neue Fragen stellen. Das einzige Mittel, wie wir darauf reagieren können, ist miteinander zu reden.

Die Hochschulleitung, die Dozierenden, die Fachschaften und auch wir Studentinnen und Studenten müssen alle damit umgehen. Und am besten gelingt uns das, wenn wir offen miteinander reden. Viele der Lehrveranstaltungen werden in dieser Form so das erste Mal angeboten. Umso wichtiger ist es, den Dozierenden hier direktes Feedback zu geben.

Was kommt bei euch gut an? Was findet ihr nicht so gut gelungen? Wo liegen vielleicht technische Schwierigkeiten?  Habt keine Scheu, eure Anregungen direkt an die Dozierenden weiterzugeben, sie freuen sich auch, wenn sie die Formate weiter verbessern können.

Selbstverständlich sind auch die Fachschaften aber auch die Studentische Vertretung immer offen für Anregungen, auch wenn sie nicht vor Ort sein können. Schreibt uns über unsere Social-Media-Kanäle oder per Mail und wir werden uns bemühen, euch so gut es geht zu unterstützen.

Obwohl wir alle aus der jetzigen Situation das Beste machen müssen freue ich mich trotzdem wieder, in hoffentlich naher Zukunft mich auf einem belebten Campus mit meinen Freunden zu treffen, zusammen Aufgaben zu besprechen und euch alle wiederzusehen. Schließlich können alle noch so guten Meetingtools den so dringend notwendigen persönlichen Austausch nicht ersetzen.

In diesem Sinne: stay home, stay safe und ich wünsche euch einen guten Semesterstart!
Euer Philipp“

 

Philipp Koch studiert an der TUM im 6. Semester Maschinenbau. Seit über zwei Jahren engagiert er sich hochschulpolitisch, zuletzt in der Fachschaft Maschinenbau und als Beauftragter für die StudiTUM-Häuser. Seit Oktober 2019 vertritt er die Studierenden der TUM im Senat und im Hochschulrat. Kontakt: philipp.koch(at)fs.tum.de.