Studium Brau- und Getränketechnologie:

Mehr als nur Bier

Familientradition: Nadja von Nessen studiert Brau- und Getränketechnologie an der TUM in Weihenstephan. Schon als Kind stand ihr Berufswunsch fest. (Foto: Barbara Wankerl)
Familientradition: Nadja von Nessen studiert Brau- und Getränketechnologie an der TUM in Weihenstephan. Schon als Kind stand ihr Berufswunsch fest. (Foto: Barbara Wankerl)

Seit dem Mittelalter wird in Weihenstephan Bier gebraut. Kein Wunder, dass an diesem geschichtsträchtigen Ort auch eine der ältesten Studienfakultäten für Brauwesen zu finden ist: 2015 feiert sie ihr 150-jähriges Jubiläum. Wir haben mit Nadja von Nessen gesprochen. Die Master-Studentin ist im zweiten Semester. Was macht für sie dieses Studium besonders?

Mit welchem Lebensgefühl verbindest Du Bier?

Für mich bedeutet Bier Geselligkeit. Zum Beispiel, wenn man grillt und dazu ein Bier trinkt. Ich mag aber auch den süßlichen Geruch, der beim Brauen, besonders beim Maischen entsteht. Wenn ich zum Beispiel morgens den Weihenstephaner Berg hochgehe und mir das typische Brauereiaroma entgegenweht, freue ich mich...

Was macht das Studium aus?

Das Studium ist breit gefächert und man bekommt einen Einblick in die verschiedensten Fachgebiete: Mathe, Physik, Biologie, Biochemie, Verfahrenstechnik, also eine naturwissenschaftliche sowie ingenieurwissenschaftliche Ausbildung. Sogar ein bisschen BWL ist dabei.

Auch der Standort spielt eine Rolle: Freising und Weihenstephan haben eine besondere Bierkultur und eine lange Tradition. Aber im Studium geht es ja nicht nur um Bier: Wir beschäftigen uns generell mit allen Getränken, also auch alkoholfreien. Außerdem kann man Vorlesungen zur Wein- oder Brennereitechnologie besuchen. Auch Lebensmitteltechnologie spielt eine Rolle.

Warum hast Du Dich für Brau- und Getränketechnologie entschieden?

Mein Vater war Getränkebetriebsmeister, und ich wollte schon als Kind im gleichen Beruf arbeiten. Meine Cousine, die bei der Agentur für Arbeit beschäftigt ist, gab mir den Tipp für den Studiengang Brau- und Getränketechnologie - und so stand mein Berufswunsch eigentlich schon mit 14 fest.

Bist Du die einzige Frau weit und breit? Wie gehen die Kommilitonen mit Dir um?

Nein, bin ich natürlich nicht, wir haben eine Frauenquote von ungefähr 11%. Die männlichen Kommilitonen gehen ganz normal mit uns Frauen um. Wir wurden als vollwertige und kompetente Mitglieder akzeptiert. Auf Exkursionen freuen sie sich natürlich auch, dass wir dabei sind. Immer nur unter Männern wäre es ja auch langweilig.

Wie spielt sich der Studienalltag ab?

Im Masterstudium können wir die Praktika frei wählen: Ich zum Beispiel habe alle Praktika schnell hintereinander gemacht, so hatte ich einen Schwerpunkt mit Vorlesungen, dann im Labor. In den vergangenen Wochen habe ich verschiedene Praktika in der Industrie absolviert. Einen großen Teil des Studiums verbringt man natürlich in der Forschungsbrauerei. Ich habe zum Beispiel auch am IGL-Wettbewerb (Innovationswettbewerb für Getränke und Lebensmittel, die Red.) teilgenommen. Dafür haben wir ein Bier mit zwei verschiedenen Hefestämmen gebraut.

Was begeistert Dich an Deinem Studium am meisten?


Das Studium wird nie langweilig, weil wir so viele verschiedene Inhalte vermittelt bekommen. Deswegen können wir nach unserem Abschluss auch in ganz unterschiedliche Bereiche gehen. Ich mag auch die Menschen in der Branche. Und besonders hier in Weihenstephan fühle ich mich sehr aufgehoben: Die Dozenten sind sehr aufgeschlossen und zugänglich.

Weißt Du schon, was Du nach dem Studium machen willst?

Das ist bei mir noch alles offen, aber ich möchte in der Getränkeindustrie arbeiten.

Nadja von Nessen ist 24 und stammt aus Aschaffenburg. Sie studiert im zweiten Semester Brauwesen und Getränketechnologie.

Mehr Informationen:
Studienfakultät Brau- und Lebensmitteltechnologie